
Der Sommer war lang. Vielleicht sogar ein bisschen zu lang.
Irgendwann ist es dann auch genug mit Transfermeldungen, Kaderdiskussionen und der Frage, welcher Neuzugang im Training den besten Eindruck hinterlassen hat. Irgendwann möchte man einfach wieder dieses vertraute Geräusch hören: Kufen auf dem Eis, Schläger an der Bande und die ersten Pfiffe von den Rängen.
Vor allem aber möchte man wieder Spiele sehen, bei denen es um etwas geht.
Am 17. September ist es endlich so weit: Die PENNY DEL startet in die Saison 2026/27. Und schon der Spielplan verspricht eine Saison, in der es vermutlich nicht lange dauern wird, bis die ersten Geschichten geschrieben werden.
Berlin eröffnet und hat etwas zu verteidigen
Den Auftakt macht der amtierende Meister. Die Eisbären Berlin empfangen die Straubing Tigers und starten damit in eine Saison, in der die Erwartungen kaum größer sein könnten.
Berlin hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll gezeigt, wie man eine Playoff-Serie gewinnt und inzwischen auch, wie man Meisterschaften sammelt. Doch mit jedem Titel wächst gleichzeitig der Druck. Jeder Gegner möchte den Meister schlagen, jeder Punkt gegen Berlin fühlt sich ein bisschen wichtiger an und spätestens in den Playoffs wird die Frage wieder im Raum stehen: Wer kann diese Mannschaft über vier Serien hinweg stoppen?
Genau das dürfte eine der großen Geschichten dieser Saison werden.
Denn Berlin ist der Favorit. Aber Favorit zu sein und am Ende tatsächlich den Pokal in die Höhe zu stemmen, sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Mannheim und München haben keine Zeit zum Eingewöhnen
Auch die Adler Mannheim bekommen gleich zu Beginn die Gelegenheit zu zeigen, wohin die Reise gehen soll. Am ersten Spieltag wartet der EHC Red Bull München, bevor am zweiten Spieltag direkt das Duell mit den Eisbären Berlin folgt.
Viel mehr Spitzenspiel geht zum Saisonstart kaum.
Für Mannheim ist es zudem die Gelegenheit, die Enttäuschung über die vergangene Finalserie schnell hinter sich zu lassen. München wiederum dürfte ebenfalls mit großen Ambitionen in die neue Spielzeit gehen.
Natürlich darf man aus den ersten beiden Spielen keine Meisterschaftsprognose ableiten. Das wäre Ende September auch ein bisschen albern.
Aber man bekommt zumindest einen ersten Eindruck davon, welche Mannschaften bereit sind, von Beginn an ein Zeichen zu setzen.
Und manchmal reicht genau das für die ersten Geschichten einer neuen Saison.
Und dann kommt Krefeld
Wenn es eine Geschichte gibt, auf die man sich besonders freuen darf, dann ist es die Rückkehr der Krefeld Pinguine.
Krefeld ist wieder da.
Nach vier Jahren außerhalb der DEL kehren die Pinguine in die höchste deutsche Spielklasse zurück. Und das nicht irgendwann, sondern direkt mit einem Heimspiel gegen die Pinguins aus Bremerhaven.
Pinguine gegen Pinguins.
Allein das ist schon eine kleine Kuriosität.
Viel wichtiger ist aber, was dahintersteckt. Krefeld bringt Tradition zurück in die Liga und gleichzeitig eine Menge Erwartungen mit. Die Fans wollen wieder DEL-Hockey sehen, der Verein möchte sich etablieren und die Mannschaft muss beweisen, dass sie auf diesem Niveau mithalten kann.
Der Aufstieg ist geschafft.
Jetzt beginnt die eigentlich schwierige Aufgabe.
Denn die DEL verzeiht wenig. Das Tempo ist höher, die Kader sind tiefer und Fehler werden deutlich schneller bestraft. Umso spannender wird es sein zu beobachten, wie schnell Krefeld seinen Platz in der Liga findet.
Vielleicht bleibt es bei einer schönen Rückkehr.
Vielleicht wird daraus aber auch eine der Überraschungsgeschichten dieser Saison.
Wer überrascht uns diesmal?
Genau hier liegt ohnehin einer der größten Reize einer neuen DEL-Saison.
Wir kennen die Favoriten. Wir kennen die großen Namen. Wir kennen die Mannschaften, denen man vor dem ersten Spieltag bereits einiges zutraut.
Was wir noch nicht kennen, sind die Überraschungen.
Welcher Spieler macht plötzlich den nächsten Schritt? Welcher Neuzugang schlägt schneller ein als erwartet? Welche Mannschaft spielt über Wochen über ihrem eigentlichen Niveau? Und wer steht vielleicht im November plötzlich ganz oben, obwohl ihn dort im September niemand erwartet hätte?
Das lässt sich nicht planen.
Und genau deshalb macht es so viel Spaß.
Die PENNY DEL ist eine Liga, in der sich Prognosen spätestens nach ein paar Wochen gerne einmal selbst überholen.
Die nächste Generation steht bereit
Ein weiterer Punkt, der diese Saison interessant machen könnte, ist der Blick auf die jungen Spieler.
Bei einem Rookie-Dinner kamen in diesem Sommer 32 U23-Spieler aus allen 14 DEL-Clubs zusammen. Das ist natürlich noch kein Garant dafür, dass daraus die nächsten deutschen Stars entstehen.
Aber es zeigt, dass die nächste Generation längst da ist.
Und vielleicht erleben wir in dieser Saison genau den Spieler, dessen Namen im September noch kaum jemand auf dem Zettel hat und über den im April plötzlich alle sprechen.
Solche Geschichten sind es, die eine Saison lebendig machen.
Und im Hintergrund wartet die Heim-WM
Dazu kommt ein besonderer Nebenschauplatz: Nach dem Ende der DEL-Saison steht 2027 die Weltmeisterschaft im eigenen Land an.
Für die deutschen Spieler macht das jede gute Saison noch ein bisschen interessanter. Wer überzeugt über Monate? Wer spielt sich in den Fokus von Bundestrainer und Öffentlichkeit? Wer nutzt die DEL-Bühne, um sich seinen Platz im Nationalteam zu sichern?
Die Saison 2026/27 ist damit nicht nur der Kampf um den Meistertitel.
Für einige Spieler ist sie gleichzeitig die vielleicht wichtigste Bewerbungssaison ihrer Karriere.
Am Ende geht es trotzdem nur um diesen einen Pokal
So viele Geschichten es rund um die neue Saison auch gibt am Ende bleibt die einfachste Frage:
Wer wird Meister?
Die Eisbären wollen ihren Titel verteidigen. Mannheim will nach dem verlorenen Finale wieder ganz nach oben. München wird ebenfalls Ansprüche anmelden. Und dahinter warten genügend Mannschaften, die nur darauf hoffen, dass einer der Favoriten schwächelt.
Genau deshalb ist es im Moment noch so schön, keine Antwort darauf zu haben.
Wir wissen nicht, wer im März Erster wird.
Wir wissen nicht, wer im April im Finale steht.
Wir wissen nicht, welcher Spieler plötzlich explodiert.
Und wir wissen auch nicht, ob Krefeld vielleicht mehr als nur eine schöne Comeback-Geschichte schreibt.
Was wir wissen, ist eigentlich viel wichtiger:
Am 17. September fällt wieder der erste Puck.
Nach diesem langen Sommer ist das vielleicht die beste Nachricht von allen.

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