
Die Saison 2025/26 der Eisbären Berlin war eine Spielzeit zwischen Anspruch und Realität. Ein Klub wie Berlin wird nicht nur daran gemessen, ob er eine gute Mannschaft stellt. In der Hauptstadt geht es immer um mehr: um Titel, um große Spiele und um die Frage, ob man im entscheidenden Moment bereit ist.
Mit 52 Spielen, 85 Punkten und Platz 6 in der DEL-Hauptrunde war die Saison statistisch ordentlich. Die Eisbären erzielten 171 Tore und kassierten 157 Gegentreffer. Zahlen, die zeigen: Dieses Team konnte Spiele entscheiden, musste aber auch lernen, Konstanz über eine lange Saison zu bringen.
Der Kader vereinte dabei alles, was Berlin traditionell ausmacht: erfahrene Führungsspieler, internationale Qualität und junge deutsche Talente.
Torhüter: Erfahrung trifft Zukunft
Im Tor setzte Berlin auf eine Mischung aus Stabilität und Entwicklung.
Jake Hildebrand brachte Erfahrung und Ruhe. Ein Torhüter, der über Positionierung, Spielverständnis und Sicherheit kommt und einer Mannschaft Struktur geben kann.
Dahinter stand mit Jonas Stettmer ein weiterer deutscher Torhüter mit Perspektive. Dazu kamen junge Spieler wie Anton Brandt, Lennart Neiße und Niclas Wolter, die den Berliner Weg symbolisieren: Talente nicht nur fördern, sondern langfristig entwickeln.
Die Eisbären bauten damit auf ein Modell, das viele erfolgreiche Organisationen verfolgen: einen erfahrenen Rückhalt und Nachwuchs, der langsam an höhere Aufgaben herangeführt wird.
Defensive: Das Berliner Fundament
Die Abwehr war geprägt von Erfahrung, Größe und Verantwortung.
Angeführt wurde sie von Kapitän Jonas Müller. Der Berliner Verteidiger blieb eine der wichtigsten Figuren im Team. 48 Spiele, 20 Punkte und vor allem: Führungsqualität. Müller ist der Spieler, der die Identität der Eisbären verkörpert.
Eric Mik spielte eine starke Saison und kam als Verteidiger auf 24 Punkte. Seine offensive Rolle zeigt, wie wichtig moderne Verteidiger geworden sind.
Dazu kamen internationale Verstärkungen wie Mitch Reinke, Les Lancaster, Adam Smith und Markus Niemeläinen.
Reinke brachte Ruhe im Aufbau, Lancaster offensive Impulse und Niemeläinen mit seiner Größe eine zusätzliche physische Komponente.
Auch Kai Wissmann blieb ein wichtiger Bestandteil des Systems, während junge Verteidiger wie Korbinian Geibel, Moritz Kretzschmar, Norwin Panocha und Gregor Stocker für die Zukunft stehen.
Berlin hatte damit eine Defensive mit Erfahrung aber auch mit Blick nach vorne.
Angriff: Liam Kirk und die offensive Qualität
Der offensive Mittelpunkt der Saison war Liam Kirk.
52 Spiele, 32 Tore, 23 Assists, 55 Punkte.
Der britische Angreifer war nicht nur der beste Scorer der Eisbären, sondern auch der Spieler, der dem Angriff eine besondere Dynamik gab. Seine Abschlussstärke und sein Timing machten ihn zu einer der gefährlichsten Waffen im Berliner Kader.
Hinter Kirk folgte Frederik Tiffels. Mit 47 Punkten (9 Tore, 38 Assists) war er einer der wichtigsten Verbindungsspieler im Team. Tiffels war derjenige, der Räume schuf, vorbereitete und das Offensivspiel strukturierte.
Leo Pföderl bestätigte seine Klasse mit 41 Punkten. Er bleibt einer dieser Spieler, die nicht immer laut auftreten müssen, aber in wichtigen Situationen den Unterschied machen können.
Ty Ronning: Tempo, Tore und ein besonderer Faktor
Eine der spannendsten Geschichten war Ty Ronning.
Nur 34 Spiele, aber 37 Punkte darunter 19 Tore.
Sein Spiel lebt von Geschwindigkeit und Direktheit. Genau solche Spieler braucht man, wenn Spiele eng werden. Ronning bringt ein Element, das Gegner vor Probleme stellt: Er kann aus wenig viel machen.
Seine Herausforderung bleibt die Verfügbarkeit aber wenn er auf dem Eis steht, verändert er das Spiel.
Tiefe im Angriff: Viele Rollen, viele Möglichkeiten
Die Stärke der Eisbären lag nicht nur in den Topreihen.
Andreas Eder lieferte 34 Punkte und bewies erneut seine Vielseitigkeit.
Yannick Veilleux brachte neben 30 Punkten auch Härte und Energie. Er war einer dieser Spieler, die eine Mannschaft emotional verändern können.
Marcel Noebels kam trotz weniger Einsätze auf 29 Punkte und blieb eine zentrale Figur. Erfahrung, Übersicht und Spielintelligenz machen ihn weiterhin wertvoll.
Markus Vikingstad entwickelte sich ebenfalls zu einer interessanten Option und erzielte 24 Punkte.
Auch Spieler wie Manuel Wiederer, Eric Hördler und Lean Bergmann erfüllten wichtige Rollen nicht jeder Beitrag taucht in der Statistik auf.
Die jungen Eisbären
Berlin bleibt seiner Philosophie treu.
Eric Hördler spielte alle 52 Hauptrundenspiele und sammelte wichtige Erfahrung.
Spieler wie Geibel, Kretzschmar, Panocha und Stocker zeigen: Die nächste Generation steht bereit.
Die Eisbären versuchen nicht, junge Spieler nur als Ergänzung einzubauen. Der Anspruch ist, sie langfristig zu DEL-Spielern mit Verantwortung zu entwickeln.
Die große Frage: Reicht die Qualität für den nächsten Schritt?
Der Kader hatte viele Zutaten:
- einen Topscorer in Liam Kirk,
- deutsche Leistungsträger wie Tiffels, Pföderl und Müller,
- erfahrene Spieler mit Meisterschaftserfahrung,
- internationale Verstärkungen,
- junge Talente.
Aber genau darin liegt auch die Herausforderung.
Berlin hat genug Talent. Die entscheidende Frage ist, ob aus diesem Talent über eine komplette Saison eine Mannschaft entsteht, die in den entscheidenden Momenten funktioniert.
Denn die Eisbären werden nicht nur an Punkten gemessen.
Nicht nur an Platzierungen.
Sondern daran, ob sie im Frühjahr bereit sind, wenn aus einer langen Saison plötzlich jede Szene zählt.
Die Saison 2025/26 war deshalb kein Neubeginn aber auch noch nicht das endgültige Ziel.
Sie war ein weiterer Schritt eines Klubs, der weiterhin den Anspruch hat, ganz oben zu stehen.


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