
Die Saison 2025/26 der Löwen Frankfurt lässt sich ziemlich einfach zusammenfassen: Der Plan war größer als das Ergebnis.
Nach dem Klassenerhalt in den Jahren zuvor sollte der nächste Schritt folgen. Weg vom ständigen Blick nach unten, näher an die Pre-Playoff Plätze. Stattdessen verbrachten die Löwen weite Teile der Saison genau dort, wo sie eigentlich nicht mehr sein wollten: im Tabellenkeller.
Dabei begann das Jahr mit durchaus nachvollziehbarem Optimismus. Der Kader wirkte ausgewogener, die Erwartungen waren gestiegen und das Umfeld hatte das Gefühl, dass die Aufbaujahre nach dem DEL-Aufstieg langsam Früchte tragen könnten. Was folgte, war jedoch eine Saison voller Widersprüche.
An guten Tagen konnten die Löwen fast jeden Gegner ärgern. An schlechten Tagen wirkten sie wie eine Mannschaft, die noch immer auf der Suche nach ihrer Identität war.
Das größte Problem? Verlässlichkeit.
Frankfurt schaffte es nie, aus positiven Momenten nachhaltiges Kapital zu schlagen. Auf starke Auftritte folgten regelmäßig Rückschläge. Auf Überraschungssiege gegen namhafte Gegner kamen Spiele, in denen dieselbe Mannschaft kaum wiederzuerkennen war. Die Löwen waren in dieser Saison vieles – unangenehm, kämpferisch, manchmal sogar spektakulär. Aber sie waren selten konstant.
Der Trainerwechsel im Herbst war deshalb keine Überraschung, sondern eher die logische Konsequenz einer Entwicklung, die sich bereits Wochen zuvor angedeutet hatte. Mit Tom Pokel kam ein Coach, der für Struktur und Klarheit steht. Und tatsächlich änderte sich das Gesicht der Mannschaft.
Frankfurt wurde schwerer zu bespielen. Die Spiele wurden enger. Die Defensive stabilisierte sich phasenweise. Nur kam diese Entwicklung zu spät, um die Saison noch entscheidend zu drehen.
Was bleibt, ist das Gefühl einer verpassten Chance.
Nicht, weil die Löwen ein Playoff-Team gewesen wären. Dafür fehlte über die gesamte Saison schlicht die Qualität in der Breite. Aber die Mannschaft wirkte besser als ein Großteil ihrer Ergebnisse. Genau das macht Platz 13 so frustrierend.
Positiv betrachtet hat Frankfurt trotzdem etwas gewonnen: Klarheit.
Die Verantwortlichen wissen jetzt ziemlich genau, an welchen Stellen nachgebessert werden muss. Die Anforderungen an einen DEL-Kader sind inzwischen bekannt. Die romantische Aufsteigerphase ist endgültig vorbei. Die Löwen werden inzwischen wie ein etablierter Erstligist bewertet – und an denselben Maßstäben gemessen.
Genau darin liegt vielleicht die wichtigste Erkenntnis dieser Saison.
Frankfurt ist längst nicht mehr der sympathische Außenseiter, der allein über Leidenschaft und Stimmung in der Halle bestehen kann. Die DEL interessiert sich nicht dafür, welche Geschichte ein Club mitbringt. Sie belohnt Tiefe, Qualität und Konstanz.
Drei Dinge, die den Löwen 2025/26 gefehlt haben.
Die kommende Saison wird deshalb richtungsweisend. Nicht im Sinne eines Abstiegsdramas oder einer Playoff-Pflicht. Sondern weil sie zeigen wird, ob Frankfurt den nächsten Entwicklungsschritt wirklich gehen kann.
Die Grundlage dafür wurde in diesem schwierigen Jahr geschaffen.
Jetzt muss daraus mehr entstehen als nur die Hoffnung auf bessere Zeiten.


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