
Die Finalserie der Deutschen Eishockey Liga nimmt früh eine klare Richtung und doch steht sie erst am Anfang. Nach zwei Spielen führen die Eisbären Berlin mit 2:0 gegen die Adler Mannheim. Am Dienstagabend (19:30 Uhr, SAP Arena) kehrt das Finale zurück in die Kurpfalz. Für Mannheim ist es mehr als nur Spiel drei es ist bereits ein Spiel gegen das erste echte Final-„Momentum“.
Berlin hat sich diese Ausgangslage mit beeindruckender Konsequenz erarbeitet. Dem 7:3-Auftaktsieg in Mannheim folgte ein dominantes 5:1 in der heimischen Uber Arena. Zwei Spiele, zwölf Tore und vor allem ein klarer Fingerzeig, wer aktuell Tempo, Effizienz und Struktur vorgibt.
Im Mittelpunkt steht dabei einmal mehr Ty Ronning. Der Berliner Angreifer führt die ligaweite Playoff-Scorerliste mit 18 Punkten an und verkörpert das, was die Eisbären derzeit so gefährlich macht: Kaltschnäuzigkeit in den entscheidenden Momenten. Unterstützt wird er von einem stabilen Kollektiv und einem Goalie, der den Unterschied macht. Jonas Stettmer bringt es auf eine Fangquote jenseits der 91 Prozent, im Finale sogar noch etwas mehr. Werte, die in dieser Phase Gold wert sind.
Auf Mannheimer Seite ist die Lage komplexer. Die Offensive um Justin Schütz (sofern er im Verlauf der Serie noch einmal eingreifen kann) und Nicolas Mattinen hat ihre Qualität angedeutet, doch die Konstanz fehlt bislang. Zu oft geraten die Adler in Rückstand, zu selten zwingen sie dem Spiel ihren Rhythmus auf. Auch Maximilian Franzreb im Tor steht stärker unter Dauerbeschuss, als es dem Mannheimer Spiel guttun kann.
Adler-Coach Dallas Eakins brachte es nach Spiel zwei nüchtern auf den Punkt: Zweikämpfe verlieren, Chancen liegen lassen gegen ein Team wie Berlin wird genau das sofort bestraft. Kapitän Marc Michaelis fordert folgerichtig einen klaren Kopf. Denn eines ist ebenso klar: Mit einem 0:3-Rückstand wäre die Serie kaum noch zu drehen.
Berlin hingegen bleibt demonstrativ ruhig. „Von Spiel zu Spiel schauen“ eine Floskel vielleicht, aber aktuell eine, die mit Leben gefüllt ist. Die Eisbären wirken fokussiert, diszipliniert und in sich gefestigt.
Prognose: Kippt die Serie oder setzt Berlin den nächsten Stich?
Spiel drei ist klassisch das „Swing Game“ einer Serie. Und Mannheim wird reagieren – emotional, physisch, strukturell. Vor eigenem Publikum ist ein ganz anderer Auftritt zu erwarten: aggressiver im Forecheck, direkter zum Tor, kompromissloser in den Duellen.
Die entscheidende Frage bleibt jedoch: Reicht das gegen diese Berliner Stabilität?
Meine Einschätzung:
Mannheim wird deutlich näher dran sein als in den ersten beiden Spielen. Die Intensität dürfte steigen, die Fehlerquote sinken. Dennoch spricht aktuell zu viel für Berlin vor allem im Tor und in der Effizienz.
Tipp: Ein enges Spiel, aber die Eisbären Berlin setzen sich erneut durch.
Ergebnis-Prognose: 3:2 für Berlin
Sollte das eintreffen, stünde die Serie vor Spiel vier bereits am Kipppunkt. Mannheim braucht nicht nur eine Reaktion sie brauchen ein Statement. Und zwar jetzt.


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