Eiskalt im richtigen Moment Mannheim greift nach dem Titel

Es gibt Spiele, die entscheiden Serien. Und es gibt Spiele, die erzählen, warum eine Mannschaft bereit ist für mehr. Dieses hier gehörte zur zweiten Sorte.

Die Adler Mannheim stehen im Finale der PENNY DEL und das nicht zufällig, nicht glücklich, sondern weil sie im richtigen Moment das bessere Team waren. 4 zu 1 gegen den EHC Red Bull München, die Serie mit 4 zu 1 gewonnen. Feierabend für München, Endspiel für Mannheim.

Früher Punch, klare Antwort

Mannheim begann wie eine Mannschaft, die keine Lust auf ein sechstes Spiel hatte. Druckvoll, direkt, ohne Umwege. Schon in der 4. Minute setzte Alex Ehl das erste Ausrufezeichen ein Schuss, der nicht laut, aber präzise genug war, um Antoine Bibeau zu überwinden.

Doch München reagierte wie ein Team, das weiß, dass seine Saison auf dem Spiel steht. Forecheck, Tempo, Abschluss und Tobias Rieder glich nur vier Minuten später aus. Ein Spiel, das kurz drohte zu kippen, blieb offen. Auch weil Maximilian Franzreb früh zeigen musste, warum sein Trainer später noch von ihm sprechen würde.

Die Momente, die Serien kippen

Playoffspiele entscheiden sich selten durch Dominanz über 60 Minuten. Meist sind es Sequenzen. Kleine Fenster. Und Mannheim nutzte sie.

Im zweiten Drittel war es ein Powerplay, sauber zu Ende gespielt. Nick Mattinen traf zum 2 zu 1 ein Tor, das weniger spektakulär als vielmehr folgerichtig war. Mannheim hatte sich festgebissen.

Danach Chancen auf beiden Seiten, Tempo, Intensität. Und zwei Torhüter, die das Spiel hochklassig hielten. Doch dann kam wieder so ein Moment. Scheibe auf den Schläger von Matthias Plachta, Abschluss, Tor. 3 zu 1. Kein Zufall, sondern Qualität im richtigen Augenblick.

Kontrolle statt Chaos

Wer auf ein Münchner Comeback hoffte, bekam stattdessen die kalte Dusche direkt nach Wiederbeginn. 42 Sekunden im Schlussdrittel, Schuss von der blauen Linie, drin. Leon Gawanke machte das 4 zu 1 und damit aus einem engen Spiel eine kontrollierte Angelegenheit.

München versuchte es, zog den Goalie, brachte den sechsten Feldspieler. Aber es fehlte die Durchschlagskraft oder eben dieser eine Moment, den Mannheim zuvor mehrfach gefunden hatte.

Was bleibt

Für München ist es das abrupte Ende einer Saison, in der mehr drin war. Trainer Oliver David sprach von vergebenen Chancen, besonders in engen Spielen. Und davon, stolz zu sein. Beides kann gleichzeitig stimmen.

Für Mannheim ist es die Bestätigung eines Weges. Trainer Dallas Eakins lobte nicht nur die Entwicklung seiner Mannschaft, sondern auch den Gegner und hob einen Spieler besonders hervor Franzreb. Zu Recht. Wer eine Serie gewinnt, braucht mehr als Tore. Er braucht Saves zur richtigen Zeit.

Oder, wie es Lukas Kälble formulierte geblockte Schüsse, wichtige Paraden, Treffer im richtigen Moment.

Und jetzt

Finale.

Mehr gibt es dazu erstmal nicht zu sagen. Nur so viel Mannschaften, die lernen, wie man solche Spiele gewinnt, sind selten zufällig dort, wo Mannheim jetzt steht.