
Es gibt Spiele, die sind mehr als nur ein Eintrag im Spielbericht. Sie sind Stimmungsbarometer, Wendepunkt oder schlicht ein Versprechen darauf, dass diese Serie noch lange nicht fertig ist.
München sendet ein Lebenszeichen und Mannheim wackelt
Der EHC Red Bull München hat genau das getan, was Teams in ihrer Lage tun müssen: ein Statement gesetzt. Dieses 5:1 gegen die Adler Mannheim war weniger ein Ausrutscher als vielmehr ein Weckruf. Für die Serie. Für Mannheim. Und vielleicht auch für alle, die den Sweep schon leise vorbereitet hatten.
Dabei fing alles nach dem bekannten Playoff Muster an. Tempo, Druck, Chancen auf beiden Seiten. Doch München hatte diesmal das, was ihnen in den ersten drei Spielen fehlte. Effizienz. Adam Brooks trifft artistisch, Yasin Ehliz staubt im richtigen Moment ab, und plötzlich kippt ein Spiel, das lange auf Messers Schneide stand.
Mannheim wirkte defensiv stabil, phasenweise diszipliniert, aber offensiv zu berechenbar. Wenn dein einziger Treffer ein Rebound ist und du über weite Strecken kaum zwingend wirst, dann ist das in den Playoffs einfach zu wenig. Spätestens der Doppelschlag im Schlussdrittel hat den Adlern den Stecker gezogen.
Und doch steht es 3 zu 1 in der Serie. Noch ist nichts entschieden, aber die Dynamik hat sich verschoben.
Berlin gegen Köln ist pures Chaos im besten Sinne
Während München ein Zeichen gesetzt hat, liefern sich die Eisbären Berlin und die Kölner Haie ein Halbfinale, das genau das ist, was Playoffs ausmacht. Unberechenbar, emotional, gnadenlos eng.
Vier Spiele, vier Heimsiege. Und Spiel vier war ein Paradebeispiel für Momentum Wechsel.
Frühes Tor für Köln, die Arena brennt. Berlin antwortet und dreht das Spiel. Köln schlägt zurück. Berlin gleicht aus. Verlängerung. Und dann Dominik Bokk mit diesem einen Moment, der ein Spiel entscheidet.
Hier gibt es keinen klar besseren. Nur zwei Teams, die sich gegenseitig an die Grenze treiben.
Ty Ronning liefert weiter wie ein MVP, während Köln mit Bokk und MacLeod vielleicht die gefährlichste Offensivachse der Serie stellt. Und dann ist da noch die Torhüterfrage bei Berlin nach der Verletzung von Jake Hildebrand. Ein Faktor, der größer werden könnte, als vielen lieb ist.
Kurz gesagt. Aus einer Best of Seven ist eine Best of Three geworden. Und die beginnt genau jetzt.
Prognose für Spiel fünf
Eisbären Berlin gegen Kölner Haie
Wenn diese Serie eines gezeigt hat, dann das. Heimrecht ist kein Detail, sondern ein echter Vorteil.
Berlin wird mit Druck kommen. Mehr Tempo, mehr Schüsse, mehr Intensität. Zuhause haben die Eisbären bislang immer noch einen Gang mehr gefunden.
Aber Köln bleibt brandgefährlich im Umschaltspiel. Zwei Fehler reichen und das Spiel kippt.
Mein Tipp
Berlin gewinnt knapp mit 4 zu 3. Vielleicht wieder spät. Vielleicht wieder dramatisch. Aber mit dem besseren Ende für die Eisbären.
EHC Red Bull München gegen Adler Mannheim
Das ist die spannendere Serie, als es der Stand vermuten lässt.
München hat Momentum. Mannheim hat den Druck.
Die Adler müssen reagieren. Mehr Risiko, mehr Zug zum Tor. Gleichzeitig wissen sie, dass eine weitere Niederlage die Serie komplett drehen kann.
München kann freier spielen. Und genau das macht sie gefährlich.
Mein Tipp
Mannheim holt sich Spiel fünf mit 3 zu 2. Kein schönes Spiel, kein klares Statement. Sondern ein harter Playoff Sieg.
Fazit
Zwei Serien, zwei völlig unterschiedliche Geschichten.
Berlin gegen Köln ist ein offener Schlagabtausch mit minimalen Unterschieden.
München gegen Mannheim ist ein Spiel zwischen Kontrolle und wachsendem Druck.
Und genau deshalb fühlt sich gerade jedes Spiel ein bisschen größer an als das davor.


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