
4:2. Finale. Und irgendwie fühlt es sich genau so an, wie diese Serie war: hart, eng, emotional und am Ende mit dem besseren Ausgang für die Eisbären Berlin.
Montagabend, LANXESS Arena. Do or die für die Kölner Haie und Berlin? Berlin kommt rein wie ein Team, das keine Lust auf Spiel sieben hat. Keine Experimente, kein Abtasten. Sondern direkt dieser eiskalte Playoff Modus, den man in der Hauptstadt offenbar jedes Frühjahr irgendwo aus dem Keller holt.
- Minute: Jonas Müller staubt ab.
- Minute: Frederik Tiffels legt nach.
Zwei Schläge. Köln wackelt.
Und das ist vielleicht schon die Geschichte dieses Spiels. Die Haie waren nicht schlecht. Wirklich nicht. Sie hatten ihre Momente, ihre Chancen, ihre Druckphasen. Aber Berlin? Berlin war effizient. Und in den Playoffs ist „effizient“ oft nur ein anderes Wort für „besser“.
Der Anschluss durch Parker Tuomie (16.) bringt die Halle zurück. Laut. Emotional. Hoffnung. Und plötzlich kippt das Momentum ein Stück weit. Köln drückt, gewinnt Zweikämpfe, bekommt sogar die dicke Chance im Fünf gegen Drei.
Und genau da liegt einer dieser kleinen, fiesen Unterschiede, von denen später immer alle reden.
Kein Tor.
Stattdessen wächst auf der anderen Seite einer in diese Serie hinein, den so vielleicht nicht jeder auf dem Zettel hatte: Jonas Stettmer. Ersatzgoalie, ja. Aber an diesem Abend vor allem eins: ein Problem für Köln. Großes Problem.
Was danach folgt, ist Playoff Hockey in Reinform. Viel Tempo, viele Chancen, zwei Teams, die sich nichts schenken. Köln rennt, Berlin verteidigt. Und wenn sie nicht verteidigen, dann steht da eben Stettmer.
Und dann tickt die Uhr.
Du kennst diese Spiele. Je länger es 2:1 steht, desto schwerer wird jeder Pass, jeder Abschluss, jede Entscheidung. Köln versucht alles, zieht den Goalie, geht All in.
Und Berlin?
Bleibt eiskalt.
Yannick Veilleux. Empty Net.
Markus Vikingstad. Empty Net.
4:1. Deckel drauf.
Die Eisbären stehen im Finale der DEL. Zum 15. Mal. Und wenn man diese Serie gesehen hat, dann passt das irgendwie ins Bild: kein Durchmarsch, kein Glanzlauf sondern Arbeit. Harte Arbeit.
„Unser Penalty Killing war herausragend“, sagt Serge Aubin danach. Und ja, genau da hat Berlin diese Serie auch mitentschieden. In den kleinen Momenten. In Unterzahl. In diesen Sequenzen, in denen Spiele kippen können.
Für Köln ist es brutal.
Hauptrunden Erster. Starkes Jahr. Große Hoffnung. Und dann wieder Berlin. Wieder Endstation. Es ist fast schon so etwas wie eine unangenehme Playoff Bekanntschaft geworden.
Aber auch das gehört dazu.
Und jetzt wartet das nächste Kapitel: Finale gegen Mannheim.
Zwei Traditionsklubs. Zwei Schwergewichte. Und eine Serie, die alles hat, was diese Liga gerade ausmacht.
Freitag geht’s los.
Und wenn diese Playoffs bisher eines gezeigt haben, dann das: Mit Berlin ist zu rechnen. Immer.


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