
Mannheim nutzt seine Überzahl konsequent, antwortet auf den frühen Gegentreffer im Mitteldrittel mit einem Doppelschlag und lässt Iserlohn am Ende keine Chance. Nick Mattinen erzielt zwei Tore. Für die Roosters wartet die Suche nach dem ersten Saisonsieg weiter.
Die Adler Mannheim haben am Donnerstagabend ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt. Zum Auftakt des fünften DEL-Spieltags bezwang das Team die Iserlohn Roosters vor heimischer Kulisse mit 6:1. Während die Mannheimer vor allem im ersten Drittel ihre Chancen konsequent nutzten, fehlte den Gästen über weite Strecken die Durchschlagskraft. Zwei Powerplay-Treffer von Nick Mattinen ebneten den Weg zu einem Abend, an dem die Adler früh die Kontrolle übernahmen und auch auf den einzigen Iserlohner Treffer die passende Antwort fanden.
Dabei war die Ausgangslage für beide Mannschaften durchaus unterschiedlich. Mannheim hatte sich zum Saisonstart bereits einige Rückschläge eingehandelt und war zuletzt beim ERC Ingolstadt mit 2:3 nach Verlängerung unterlegen. Die Roosters reisten derweil nach einer 0:4-Niederlage bei den Eisbären Berlin nach Mannheim und warteten weiterhin auf ihren ersten Saisonsieg. Zudem mussten die Adler auf Cheftrainer Dallas Eakins verzichten, der sich auf einer Scouting-Tour befand. Auf Iserlohner Seite stand Headcoach Stefan Nyman vor der Aufgabe, seiner Mannschaft nach dem schwierigen Saisonstart mehr Stabilität zu verleihen.
Solow eröffnet, Mattinen legt zweimal nach
Die Gastgeber waren von Beginn an um Spielkontrolle bemüht und kamen früh zu einer aussichtsreichen Möglichkeit. Alex Ehl prüfte Hendrik Hane bereits in der dritten Minute aus dem Slot, doch der Iserlohner Schlussmann war zur Stelle. Eine Minute später war Hane dann geschlagen: Zach Solow fälschte einen Schuss entscheidend ab und brachte Mannheim mit 1:0 in Führung.
Die Roosters fanden durchaus Wege in die Offensive. In der achten Minute musste Jake Hildebrand gegen Peter Quenneville eingreifen und verhinderte mit einer starken Parade den möglichen Ausgleich. Es sollte jedoch einer der wenigen Momente bleiben, in denen Iserlohn den Mannheimer Torhüter ernsthaft in Bedrängnis brachte.
Auf der anderen Seite zeigten die Adler, wie wichtig konsequentes Überzahlspiel im Eishockey sein kann. Nick Mattinen nutzte zunächst in der 14. Minute ein Powerplay zum 2:0. Kurz vor der ersten Drittelpause schlug der Verteidiger erneut zu und stellte in der 19. Minute auf 3:0. Zwei Treffer in Überzahl, drei Tore Vorsprung – Mannheim hatte sich eine komfortable Ausgangsposition für den weiteren Spielverlauf erarbeitet.
Für die Roosters wurde damit vor allem die Aufgabe größer, offensiv Lösungen gegen eine zunehmend selbstbewusst auftretende Heimmannschaft zu finden.
Früher Hoffnungsschimmer, schnelle Mannheimer Antwort
Wer nach der ersten Pause auf eine unmittelbare Reaktion der Gäste gehofft hatte, bekam sie zunächst tatsächlich zu sehen. Gerade einmal neun Sekunden waren im Mittelabschnitt gespielt, als Christian Thomas Hildebrand überwand und auf 1:3 verkürzte. Ein früher Treffer, der Iserlohn zumindest kurzzeitig zurück in die Partie brachte.
Die Adler ließen sich davon allerdings nicht aus dem Konzept bringen. Mannheim blieb das spielbestimmende Team und arbeitete weiter an seinen Offensivaktionen. In der 27. Minute wurde ein Versuch von Max Calce im letzten Moment noch über das Tor gelenkt. Wenig später belohnten sich die Gastgeber erneut.
In der 32. Minute traf Jérémie Poirier mit der Rückhand zum 4:1. Nur 42 Sekunden später legte Maximilian Heim mit einem Handgelenksschuss nach und erhöhte auf 5:1. Innerhalb kürzester Zeit hatten die Adler den zwischenzeitlichen Hoffnungsschimmer der Roosters erstickt. Aus einem möglichen neuen Spielverlauf wurde wieder eine klare Angelegenheit für die Gastgeber.
Gerade diese Phase machte den Unterschied deutlich: Iserlohn gelang zwar der schnelle Treffer nach Wiederbeginn, doch Mannheim ließ keine längere Druckphase der Gäste entstehen und stellte den alten Abstand mit zwei konsequent ausgespielten Angriffen wieder her. Nach 40 Minuten stand ein 5:1 auf der Anzeigetafel.
Kühnhackl setzt den Schlusspunkt
Auch im Schlussabschnitt dauerte es nicht lange bis zum nächsten Treffer. In der 42. Minute schob Tom Kühnhackl am langen Pfosten zum 6:1 ein und sorgte damit endgültig für klare Verhältnisse.
In der Folge blieb Hildebrand aufmerksam. Gegen Julian Napravnik war der Mannheimer Torhüter in der 49. Minute erneut zur Stelle. Auf der Gegenseite verpasste Brooks Macek in der 55. Minute nur knapp einen weiteren Treffer für die Adler. Trotz weiterer Angriffsbemühungen blieb es jedoch beim 6:1.
Mannheim brachte den Vorsprung damit souverän über die Zeit. Weitere Tore fielen nicht mehr.
Mattinen als Schlüsselfigur – Iserlohn weiter unter Druck
Aus Mannheimer Sicht ragte Nick Mattinen mit seinen beiden Überzahltreffern heraus. Seine Tore im ersten Drittel verschafften den Adlern früh einen Vorsprung, der sich im weiteren Verlauf als entscheidend erweisen sollte. Solow hatte mit dem Führungstreffer den Auftakt geliefert, während Poirier und Heim mit ihrem Doppelschlag im Mittelabschnitt die Hoffnungen der Gäste auf eine Wende zunichtemachten. Kühnhackl setzte schließlich den Schlusspunkt.
Für Iserlohn ist das Ergebnis dagegen ein weiterer Rückschlag in einer bislang schwierigen Saisonphase. Nach den Niederlagen gegen Ingolstadt, Bremerhaven, Augsburg und Berlin blieb auch in Mannheim der erhoffte erste Sieg aus. Vor allem die Gegentorserie und die bislang fehlende offensive Durchschlagskraft bleiben damit Themen für das Team von Stefan Nyman.
Die Adler wiederum können aus dem deutlichen Heimsieg Selbstvertrauen mitnehmen. Entscheidend war nicht allein die Zahl der Treffer, sondern auch der Umgang mit dem frühen Gegentor im zweiten Drittel: Statt den Gästen Momentum zu überlassen, antworteten die Mannheimer innerhalb weniger Sekunden mit zwei eigenen Toren.
Mit dem 6:1 setzen die Adler zum Auftakt des Spieltags ein klares Zeichen. Für die Roosters geht die Suche nach dem ersten Erfolg weiter. Die nächste Gelegenheit zur Reaktion bietet sich bereits am Sonntag, wenn Iserlohn die Krefeld Pinguine empfängt. Mannheim tritt zeitgleich bei den Grizzlys Wolfsburg an.

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