
Der Sonntag hatte in der PENNY DEL einiges zu bieten. Vier Partien standen auf dem Programm – und keine davon verlief wirklich nach Schema F. Während die Fischtown Pinguins ihren perfekten Saisonstart fortsetzten, feierte Krefeld den ersten Sieg nach der Rückkehr ins Oberhaus. Mannheim drehte gegen Berlin einen Blitzstart der Eisbären und in Köln wurde es dramatisch bis in die letzten Sekunden.
Pinguins bleiben makellos
Die Fischtown Pinguins haben auch ihr zweites Saisonspiel gewonnen. Gegen die Iserlohn Roosters setzte sich das Team von Alexander Sulzer mit 2:1 durch und steht damit nach dem ersten Wochenende mit sechs Punkten da.
Dabei mussten sich die Zuschauer in der Eisarena zunächst gedulden. Bremerhaven war im ersten Drittel die deutlich aktivere Mannschaft und kam auf 16 Torschüsse, doch Iserlohns Torhüter Hendrik Hane hielt sein Team im Spiel. Auf der anderen Seite war auch Kristers Gudlevskis gefordert, denn die Roosters hatten bei einigen schnellen Gegenstößen durchaus ihre Möglichkeiten.
Der Knoten platzte schließlich kurz nach Beginn des zweiten Drittels. Miha Verlic nutzte ein Powerplay und brachte die Pinguins mit 1:0 in Führung.
Iserlohn fand allerdings eine Antwort. Cole Maier vollendete in der 33. Minute eine Kombination mit Peter Quenneville und Christian Thomas zum 1:1.
Kurz vor der zweiten Pause schlug Bremerhaven zurück. Nicolas Krammer setzte sich energisch durch und brachte die Gastgeber wieder in Führung.
Im Schlussdrittel wurde es zunehmend hektisch. Mehrere Strafen und eine Spieldauerstrafe gegen Matt Abt sorgten für zusätzliche Emotionen. Iserlohn warf in der Schlussphase alles nach vorne und nahm den Torhüter vom Eis.
Doch Gudlevskis und die Pinguins-Defensive hielten stand.
2:1 – und damit sechs Punkte aus zwei Spielen für Bremerhaven.
Krefeld setzt ein Ausrufezeichen
Für die Krefeld Pinguine war der Sonntag ein besonderer Abend. Nach der Niederlage zum Saisonauftakt gelang dem Aufsteiger ausgerechnet beim Traditionsduell in Straubing der erste Sieg nach der Rückkehr in die PENNY DEL.
Und der fiel mit 6:3 durchaus deutlich aus.
Zunächst sah es allerdings nach einem erfolgreichen Start der Tigers aus. Nick Halloran brachte Straubing nach gut drei Minuten in Führung. Krefeld ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken und glich durch Mathew Santos aus.
Kurz vor der ersten Pause drehte Marcel Müller die Partie. Der ehemalige Straubinger traf gegen seinen Ex-Klub zum 2:1 für Krefeld.
Was anschließend folgte, war der entscheidende Abschnitt der Partie. Philip Gogulla und erneut Müller schlugen unmittelbar nach Wiederbeginn innerhalb von nur 19 Sekunden zu und stellten auf 4:1.
Straubing kam zwar zurück. Jamieson Rees verkürzte, Max Newton stellte den Drei-Tore-Vorsprung wieder her und Darjo Leonhardt brachte die Tigers erneut heran.
Doch Krefeld blieb ruhig.
In der Schlussphase sorgte Gogulla mit seinem zweiten Treffer für die endgültige Entscheidung. Besonders bitter für Straubing: Trotz einiger guter Phasen und mehrerer Powerplay-Möglichkeiten gelang es den Gastgebern nicht, die Krefelder Defensive noch einmal ernsthaft ins Wanken zu bringen.
Für den KEV war es dagegen ein Statement: Der erste DEL-Sieg nach vier Jahren ist eingefahren.
Berlin legt los wie die Feuerwehr – Mannheim dreht das Spiel
In Mannheim erwischten die Eisbären Berlin einen Start nach Maß. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, da führte der Hauptstadtklub bereits mit 2:0.
Jonas Müller eröffnete den Torregen, Ty Ronning legte kurz darauf nach.
Doch Mannheim antwortete.
Anthony Greco brachte die Adler in der vierten Minute zurück ins Spiel, Matthias Plachta glich im Powerplay zum 2:2 aus.
Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Mannheim hatte im zweiten Drittel zunächst mehr vom Spiel und belohnte sich mit dem Führungstreffer durch Tom Kühnhackl.
Berlin gab sich damit allerdings nicht zufrieden. Im Schlussdrittel sorgte Manuel Wiederer in Unterzahl für den erneuten Ausgleich.
Die Freude der Eisbären hielt jedoch nur kurz. Unmittelbar nach Ablauf der Strafe schlug Mannheim erneut zu: Justin Schütz verwertete einen Nachschuss zum 4:3.
Berlin drängte anschließend auf den Ausgleich, doch die Adler brachten den knappen Vorsprung über die Zeit.
Damit feierte Mannheim vor ausverkauftem Haus einen erfolgreichen Heimauftakt. Für Berlin blieb trotz des starken Starts erstmals in dieser Saison nichts Zählbares.
Köln rettet den Sieg – Frankfurt belohnt sich spät
Das dramatischste Spiel des Sonntags fand in Köln statt.
Die Haie lagen gegen die Löwen Frankfurt nach zwei Dritteln mit 3:1 vorne und sahen lange wie der sichere Sieger aus. Doch Frankfurt kämpfte sich zurück und schaffte es tatsächlich noch in die Verlängerung.
Markus Ljungh brachte Köln früh in Führung und legte im zweiten Drittel seinen zweiten Treffer des Abends nach. Zwischenzeitlich hatte Eric Uba für Frankfurt auf 1:2 verkürzt.
Im Schlussabschnitt wurde es dann richtig spannend.
Matthew Wedman erzielte im Powerplay das 2:3 aus Frankfurter Sicht. Die Löwen witterten ihre Chance und nahmen kurz vor dem Ende Torhüter Adam Scheel vom Eis.
Lange sah es so aus, als könnten die Haie den Vorsprung über die Zeit bringen.
Dann kam Eric Uba.
Zwölf Sekunden vor der Schlusssirene traf der Frankfurter zum 3:3 und schickte die Partie in die Verlängerung.
Dort hatten die Haie mehr vom Spiel. Valtteri Kemiläinen beendete schließlich die Partie in der 63. Minute und sorgte für den Kölner 4:3-Sieg.
Frankfurt musste sich damit zwar geschlagen geben, nahm aber nach dem späten Comeback immerhin einen Punkt aus der Domstadt mit.
Ein Sonntag mit allem, was Eishockey ausmacht
Vier Spiele, vier unterschiedliche Geschichten.
Bremerhaven bleibt nach dem zweiten Sieg ohne Punktverlust. Krefeld feiert den ersten DEL-Erfolg nach der Rückkehr. Mannheim dreht einen 0:2-Rückstand gegen Berlin und Köln muss einen scheinbar komfortablen Vorsprung beinahe noch aus der Hand geben.
Vor allem eines zeigte dieser Sonntag: Nach gerade einmal zwei Spieltagen ist in der PENNY DEL noch kaum etwas vorhersehbar. Und manchmal entscheidet sich ein Spiel eben erst in den letzten Sekunden.

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