
Die PENNY DEL ist zurück – und der zweite Spieltag hat direkt ordentlich was im Köcher. Krefeld will nach dem missglückten Comeback in der höchsten deutschen Spielklasse die ersten Punkte einsammeln, während Bremerhaven gegen Iserlohn seinen starken Auftakt bestätigen möchte. In Mannheim steigt mit Adler gegen Eisbären außerdem gleich die Neuauflage des letztjährigen Finals. Und in Wolfsburg treffen mit den Grizzlys und dem EHC Red Bull München zwei Auftaktsieger aufeinander.
Kurz gesagt: Es gibt schlechtere Sonntagsbeschäftigungen, als sich ein bisschen durch die PENNY DEL zu wühlen.
Krefeld gegen Straubing: Die Pinguine bitten zum Wiedersehen
Für die Krefeld Pinguine geht es am Sonntag bereits um die ersten Punkte der noch jungen DEL-Saison. Nach dem 1:3 gegen Bremerhaven zum Auftakt wartet mit den Straubing Tigers direkt der nächste etablierte DEL-Club – und damit ein Gegner, gegen den es für den Aufsteiger nicht einfacher werden dürfte.
Der Fehlstart soll dabei nicht überbewertet werden. Krefeld zeigte gegen Bremerhaven durchaus, dass der Aufsteiger im Oberhaus mithalten kann. Am Ende fehlte allerdings die nötige Konsequenz vor dem Tor, während die Pinguins die Fehler der Seidenstädter eiskalt bestraften.
Gegen Straubing wird es nun darum gehen, genau diese Kleinigkeiten besser zu machen. Vor allem offensiv dürfte der KEV mehr Durchschlagskraft benötigen, wenn am Ende die ersten Zähler auf dem Konto stehen sollen.
Ausgerechnet gegen die Tigers
Für zwei Krefelder wird das Duell dabei ohnehin ein besonderes.
Mark Zengerle kennt den Pulverturm noch bestens. Der US-Amerikaner lief von 2022 bis 2024 für die Tigers auf und gehörte in dieser Zeit zu den prägenden Gesichtern des Straubinger Teams.
Auch Marcel Müller hat eine Vergangenheit in Niederbayern. Der Angreifer stand ab 2023 im Tigers-Kader, bevor er im Januar 2025 zurück zu seinem Heimatclub nach Krefeld wechselte.
Jetzt treffen beide erstmals als Pinguine auf ihren ehemaligen Arbeitgeber.
Und dann wäre da noch die Frage, wie schnell Krefeld seine neue DEL-Realität annimmt. Vier Jahre lang hieß der Alltag DEL2, im Frühjahr wurde dort noch die Meisterschaft gefeiert. Jetzt geht es plötzlich gegen Straubing, Mannheim, Berlin und Co. – und jeder Fehler wird bestraft.
Die Pinguine haben gegen Bremerhaven bereits einen ersten Vorgeschmack bekommen. Gegen Straubing soll nun die Antwort folgen.
Für Krefeld geht es also nicht nur um drei Punkte. Es geht auch um das erste Ausrufezeichen nach der Rückkehr ins Oberhaus. Und ausgerechnet zwei ehemalige Tigers könnten dabei eine Hauptrolle spielen.
Bremerhaven gegen Iserlohn: Die Pinguins haben schon Blut geleckt
Für die Fischtown Pinguins hätte der Saisonstart kaum besser laufen können. Erst gab es zum Auftakt ein 3:1 bei Aufsteiger Krefeld, jetzt wartet mit den Iserlohn Roosters die nächste Mannschaft, die gerne etwas Zählbares von der Nordseeküste entführen würde.
Die Roosters kommen dagegen mit einer ordentlichen Portion Frust nach Bremerhaven. Gegen Ingolstadt sah es lange nach einem ziemlich bitteren Abend aus. 0:4 lagen die Sauerländer zurück, bevor sie im Schlussdrittel plötzlich doch noch aufwachten und bis auf 3:4 herankamen.
Für die große Aufholjagd gab es allerdings keinen Happy End-Bonus. Die Punkte blieben in Ingolstadt.
Immerhin: Moral kann man Iserlohn nach diesem Auftakt nicht absprechen. Und genau die wird es auch in Bremerhaven brauchen.
Bremerhaven schon im Wettkampfmodus
Die Pinguins haben derweil bereits gezeigt, was sie unangenehm macht: Sie sind eingespielt, diszipliniert und bestrafen Fehler ziemlich konsequent.
Das bekam Krefeld am Freitag zu spüren. Die Seidenstädter kamen zwar immer wieder zu Möglichkeiten, mussten am Ende aber mit einem 1:3 leben.
Iserlohn weiß also ziemlich genau, was wartet.
„Wir sind am Freitag auf eine eingespielte Mannschaft getroffen, die uns nicht viele Möglichkeiten gegeben und unsere Fehler gnadenlos bestraft hat“, erklärte Roosters-Coach Stefan Nyman vor der Partie. Die Marschroute ist entsprechend simpel: bessere Entscheidungen mit der Scheibe treffen und dem Gegner möglichst wenig anbieten.
Oder, etwas weniger diplomatisch formuliert: Bitte nicht noch einmal vier Gegentore kassieren, bevor man mit dem Eishockeyspielen anfängt.
Hane vor seinem Debüt?
Personell müssen die Roosters offenbar nicht groß umbauen. Alle Spieler sind fit, Veränderungen im Feld sind nicht zu erwarten.
Spannender könnte es zwischen den Pfosten werden. Hendrik Hane könnte in Bremerhaven sein Saisondebüt feiern.
Für die Roosters wäre es gleichzeitig die Chance, den Fehlstart vergessen zu machen. Für Bremerhaven geht es darum, den guten ersten Eindruck zu bestätigen.
Und Krefeld schaut vermutlich auch ganz genau hin. Denn wenn die Pinguins heute erneut zuschlagen, dürfte der 3:1-Erfolg gegen den Aufsteiger noch ein kleines bisschen besser aussehen.
Für Iserlohn gilt dagegen: Nach dem 3:4 gegen Ingolstadt sind die ersten Punkte der Saison das Ziel. Und die Nordsee ist bekanntlich schön. Nur Punkte mit nach Hause zu nehmen, wäre noch schöner.
Mannheim gegen Berlin – und plötzlich ist wieder Finale
Während Krefeld um die ersten Zähler kämpft, bekommt Mannheim direkt Besuch vom amtierenden Meister.
Adler gegen Eisbären. Mannheim gegen Berlin. Ein Klassiker – und gleichzeitig die Neuauflage des letztjährigen Finals.
Viel mehr Aufladung braucht diese Partie eigentlich nicht.
Die Adler wollen nach dem verlorenen Endspiel einen neuen Angriff starten und haben dafür im Sommer ordentlich eingekauft. Jake Hildebrand wechselte ausgerechnet aus Berlin nach Mannheim. Dazu kamen unter anderem Jérémie Poirier, Brooks Macek und Patrick Brown.
Der erste Schritt ist allerdings nur so halb gelungen. Beim 3:4 nach Penaltyschießen in München kämpften sich die Adler nach einem Zwei-Tore-Rückstand zurück, mussten am Ende aber trotzdem mit einem Punkt im Gepäck die Heimreise antreten.
Jetzt also der Meister. Und der kommt ebenfalls mit drei Punkten im Gepäck.
Berlin hat einen neuen Chef
Bei den Eisbären sieht der Kader auf den ersten Blick noch ziemlich vertraut aus. Auf den zweiten Blick hat sich allerdings einiges getan.
Serge Aubin ist weg. Nach sechs Jahren und fünf Meisterschaften zog es den Kanadier zum SC Bern. Sein Nachfolger heißt Éric Dubois.
Der neue Headcoach kennt die DEL bereits bestens. Zuletzt arbeitete er als Assistenztrainer beim ERC Ingolstadt. Jetzt ist Berlin seine erste Station als Cheftrainer eines Profiteams.
Auch im Tor ist die Zeit von Hildebrand und Jonas Stettmer vorbei. Hildebrand steht mittlerweile in Mannheim, Stettmer ist nach Ingolstadt zurückgekehrt. Neu sind Jack LaFontaine und Jonas Neffin.
In der Defensive blieb dagegen ziemlich viel beim Alten. Kai Wissmann, Jonas Müller, Eric Mik, Adam Smith, Mitch Reinke und Korbinian Geibel sind weiterhin dabei. Brandon Davidson kam zusätzlich aus Tschechien.
Und vorne? Da steht weiterhin eine ziemlich ordentliche Ansammlung von Offensivqualität.
Liam Kirk führte die interne Scorerliste vergangene Saison mit 71 Punkten an. Leonhard Pföderl, Ty Ronning, Andreas Eder und Frederik Tiffels sind ebenfalls geblieben.
Nur einer fehlt ziemlich prominent: Marcel Noebels.
Nach zwölf Jahren Berlin ist Schluss. Der langjährige Eisbär trägt jetzt das Trikot der Kölner Haie.
Man könnte also sagen: Berlin hat sich verändert. Aber nicht komplett.
Wolfsburg gegen München: Zwei Sieger, zwei Geschichten
Noch interessanter wird es in Wolfsburg.
Die Grizzlys haben am Freitag gleich mal die Tormaschine angeworfen. 8:4 in Köln. Fünf Tore allein im letzten Drittel. Willkommen zurück, PENNY DEL.
Und als Belohnung gibt es zum ersten Heimspiel direkt den EHC Red Bull München.
Die Münchner haben ebenfalls gewonnen – allerdings deutlich weniger torreich. Gegen Mannheim hieß es nach 65 Minuten und Penaltyschießen 4:3.
Der Mann des Abends war dabei ziemlich offensichtlich: Dominik Kahun.
Der Rückkehrer erzielte bei seinem Comeback im Münchner Trikot gleich zwei Treffer und setzte im Shootout noch einen drauf. Nach 3.068 Tagen war Kahun wieder für die Red Bulls in einem Pflichtspiel auf dem Eis.
Besser kann man sich eigentlich nicht zurückmelden.
Wolfsburg hat allerdings ebenfalls einen Mann mit ziemlich gutem Start im Angebot. Bobby Lynch sammelte gegen Köln fünf Punkte. Zwei Tore, drei Vorlagen. Macht fünf Punkte und Platz eins in der Scorerliste – zumindest vorerst.
Und jetzt?
Wolfsburg will den Schwung aus Köln mitnehmen. München will den nächsten Sieg. Und beide haben ziemlich unterschiedliche Werkzeuge dafür.
Die Red Bulls wollen mit aggressivem Spiel und viel Druck gegen die Scheibe kommen. Wolfsburg lauert dagegen gerne auf den Moment, in dem der Gegner die Tür einen Spalt zu weit aufmacht.
Das könnte interessant werden.
Vor allem, weil die Grizzlys erstmals in dieser Saison vor heimischem Publikum spielen. Nach dem 8:4 in Köln dürfte die Stimmung in der Eis Arena entsprechend sein.
Und Krefeld?
Die Pinguine haben am Freitag bereits erfahren, dass die DEL keine Eingewöhnungswoche anbietet. Jetzt geht es darum, möglichst schnell aus dem „Wir sind wieder da“ ein „Wir gehören hierher“ zu machen.
Der zweite Spieltag liefert dafür die nächsten Antworten.
Und spätestens am Sonntagabend wissen wir, welche Auftaktgeschichten tatsächlich Substanz haben – und welche nur ein ziemlich lauter erster Spieltag waren.

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