
Die neue PENNY DEL-Saison ist eröffnet, und schon der erste Spieltag liefert reichlich Gesprächsstoff. Während die Fischtown Pinguins beim Aufsteiger in Krefeld ihren roten Faden behalten und mit einem 3:1-Auswärtssieg starten, erleben die Augsburger Panther in Nürnberg einen bitteren Abend. Noch deutlicher fällt das Ergebnis in Schwenningen aus: Die Löwen Frankfurt feiern beim 5:0 einen perfekten Saisonstart und lassen dabei auch dank eines überragenden Adam Scheel nichts anbrennen.
Pinguins behalten in der Seidenstadt die Kontrolle
Es war ein besonderer Abend in der ausverkauften Yayla Arena. 8.029 Zuschauer wollten die Rückkehr der Krefeld Pinguine in die PENNY DEL erleben – darunter zahlreiche Fans aus Bremerhaven. Und auch auf der Bank gab es ein Wiedersehen: Krefelds Coach Thomas Popiesch traf auf seinen ehemaligen Klub, die Fischtown Pinguins.
Von Beginn an entwickelte sich ein intensives, aber zunächst zerfahrenes Duell. Beide Mannschaften agierten diszipliniert, gleichzeitig sorgten einige Strafzeiten dafür, dass nur schwer ein wirklicher Spielfluss entstand. Bremerhaven hatte leichte Vorteile bei den Abschlüssen, doch nach 20 Minuten stand auf beiden Seiten die Null.
Das änderte sich unmittelbar nach der ersten Pause.
Fischtown kam mit ordentlich Tempo aus der Kabine und schlugen gleich doppelt zu. Christian Wejse brachte die Gäste in der 22. Minute mit 1:0 in Führung, nur wenig später legte Verlic zum 2:0 nach.
Krefeld zeigte allerdings, dass der Aufsteiger nicht gewillt war, sich früh geschlagen zu geben. Max Newton brachte die Hausherren in der 26. Minute zurück ins Spiel. Nach Zuspiel von Stuart Percy verkürzte er auf 1:2.
Die Hoffnung auf den Ausgleich hielt jedoch nicht lange. In der 36. Minute stellte Akito Hirose den alten Abstand wieder her – 3:1 für Bremerhaven.
Im Schlussabschnitt warf Krefeld noch einmal alles nach vorne. Die Pinguine erspielten sich mehrere Möglichkeiten und erhöhten den Druck, doch Kristers Gudlevskis erwischte einen starken Abend und hielt seinen Kasten sauber.
Auch eine späte Überzahl, eine Auszeit und die Herausnahme von Felix Bick brachten den Gastgebern nichts mehr ein. Die Emotionen kochten gegen Ende zwar noch einmal hoch, am Ergebnis änderte sich aber nichts.
3:1 für Bremerhaven.
Die Fischtown Pinguins nehmen damit drei Punkte aus der Seidenstadt mit. Krefeld bleibt trotz der Niederlage vor allem die Erkenntnis, dass der Aufsteiger über weite Strecken mithalten konnte – am Ende aber die nötige Konsequenz vor dem gegnerischen Tor fehlte.
Nürnberg dreht das Spiel – Augsburg hadert mit zwei Szenen
Auch in Nürnberg ging es für die Augsburger Panther zunächst vielversprechend los.
Der AEV erwischte eine gute Anfangsphase, brachte die Scheibe immer wieder gefährlich Richtung Tor und setzte die Gastgeber früh unter Druck. Tobias Ancicka musste sich bereits in der zweiten Minute gegen Austin Magera auszeichnen, auf der Gegenseite bekam Niklas Treutle ebenfalls Arbeit.
Tore fielen allerdings zunächst keine.
Das änderte sich kurz nach Beginn des zweiten Drittels. Jimmy Lambert schloss einen schnellen Angriff ab und traf in der 22. Minute zur Augsburger Führung.
Die Panther hätten anschließend sogar nachlegen können. Alexander Blank traf bereits im ersten Drittel den Pfosten, später scheiterten auch Austin Ortega und Kyle Wood an der Torumrandung. Dazu ließ D.J. Busdeker eine weitere große Möglichkeit liegen.
Nürnberg blieb dadurch im Spiel – und schlug zurück.
In der 35. Minute traf Noah Samanski zum 1:1. Damit ging es ausgeglichen in den Schlussabschnitt.
Dort kippte die Partie. Evan Barratt nutzte ein Powerplay und brachte die Ice Tigers in der 43. Minute erstmals in Führung.
Dann wurde es kontrovers.
In der 51. Minute schien Augsburg der Ausgleich zu gelingen. Nach einer zunächst bestätigten Torentscheidung wurde die Szene noch einmal überprüft. Nach Videostudium entschieden die Unparteiischen auf „Kein Tor“.
Nur wenige Minuten später folgte die nächste strittige Szene. Thomas Heigl traf zum 3:1 – und auch dieser Treffer wurde überprüft. Trotz einer Diskussion um einen möglichen Schlittschuhkontakt mit dem Puck blieb die Entscheidung bestehen: Das Tor zählte.
Damit war die Partie praktisch entschieden. Samuel Dove-McFalls setzte mit dem Treffer ins leere Tor den Schlusspunkt.
4:1 für Nürnberg.
Für Augsburg bleibt ein Abend, an dem nicht nur die eigene Chancenverwertung, sondern insbesondere die beiden Videobeweis-Situationen für Gesprächsstoff sorgen dürften.
Frankfurt setzt zum Auftakt ein dickes Ausrufezeichen
Noch deutlicher fiel der Saisonstart der Löwen Frankfurt aus.
Beim Gastspiel in Schwenningen lieferte Frankfurt eine beeindruckende Mischung aus Effizienz, defensiver Konsequenz und einem überragenden Schlussmann. Am Ende stand ein 5:0 auf der Anzeigetafel.
Vor 5.100 Zuschauern in der Helios Arena eröffnete Jonathan Eric Uba in der 11. Minute den Torreigen. Schwenningen blieb jedoch dran und hatte durchaus Möglichkeiten zum Ausgleich.
Und dann kam das zweite Drittel.
Die WILD WINGS waren zunächst die aktivere Mannschaft, verbrachten viel Zeit in der Frankfurter Zone und erspielten sich mehrere gute Abschlüsse. Adam Scheel aber war zur Stelle.
Dann erwischten die Löwen die Gastgeber eiskalt.
Daniel Pfaffengut erhöhte in der 36. Minute ausgerechnet in Unterzahl per Shorthander auf 2:0. Schwenningen bekam anschließend sogar die Chance in doppelter Überzahl zurückzukommen – doch erneut ohne Erfolg.
Frankfurt dagegen kannte an diesem Abend nur eine Richtung.
Matthew Wedman traf in der 39. Minute zum 3:0 und legte nur 36 Sekunden später in Überzahl das 4:0 nach.
Innerhalb weniger Minuten war aus einem engen Spiel eine klare Angelegenheit geworden.
Schwenningen gab sich auch im Schlussdrittel nicht auf, doch gegen Scheel war an diesem Abend kein Durchkommen. Der Frankfurter Schlussmann parierte insgesamt 28 Schüsse und feierte bei seinem ersten DEL-Einsatz direkt einen Shutout.
Den Schlusspunkt setzte erneut Uba. In Unterzahl bediente Brandon Biro seinen Mitspieler mit einem starken Flip-Pass, Uba vollendete zum 5:0 und schnürte damit seinen Doppelpack.
0:5.
Für Schwenningen ist es ein Auftakt, der deutlich bitterer ausfällt, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten ließ. Die WILD WINGS hatten Chancen, investierten viel und waren phasenweise die bessere Mannschaft. Frankfurt aber war im entscheidenden Moment gnadenlos effizient.
Und mittendrin: ein Adam Scheel, der mit einem Shutout einen Einstand nach Maß feiert.
Drei Spiele, drei Geschichten
Der erste Spieltag zeigt damit bereits, wie schnell sich im Eishockey die Richtung einer Partie verändern kann.
Bremerhaven überzeugt mit der nötigen Effizienz und nimmt drei Punkte aus Krefeld mit. Nürnberg dreht gegen Augsburg eine Partie, die lange auf Messers Schneide steht – begleitet von zwei umstrittenen Videobeweis-Szenen. Und Frankfurt erwischt in Schwenningen einen perfekten Abend, an dem Offensive und Defensive gleichermaßen funktionieren.
Die Saison ist gerade erst gestartet. Aber eines ist nach diesem Auftakt bereits klar: Langweilig wird diese PENNY DEL-Saison ganz sicher nicht.

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