
Die Meisterparty ist vorbei, die neue Saison läuft. Und für die Eisbären Berlin beginnt die Mission Titelverteidigung mit einem 4:2 gegen die Straubing Tigers. Vor dem ersten Bully wurde das Meisterbanner für den Titelgewinn 2026 unter das Dach der Uber Arena gezogen danach ging es um die ersten Punkte der Saison.
Die Berliner waren von Beginn an drin im Spiel. Viel Tempo, Körperkontakt, erste Abschlüsse. Straubing hielt dagegen und hatte durch Jamieson Rees früh eine gute Möglichkeit. Auch Tim Brunnhuber und Co. tauchten immer wieder gefährlich vor Jack LaFontaine auf. Der Berliner Goalie war allerdings hellwach.
Mit zunehmender Dauer übernahmen die Eisbären mehr Kontrolle und setzten sich immer häufiger im Straubinger Drittel fest. In der 17. Minute fiel schließlich das erste Tor der neuen DEL-Saison: Manuel Wiederer nutzte eine Berliner Druckphase und brachte die Gastgeber mit 1:0 in Führung.
Straubing hatte die Antwort zunächst nicht parat. Berlin dagegen kam mit ordentlich Zug aus der Kabine. Nach gerade einmal 1:47 Minuten im zweiten Drittel erhöhte Liam Kirk auf 2:0. Ty Ronning und Jonas Müller hatten den Treffer vorbereitet.
Dann begann die Phase, in der die Tigers das Spiel eigentlich hätten kippen können. Berlin kassierte mehrere Strafen und musste unter anderem eine doppelte Unterzahl überstehen. Straubing bekam seine Chancen: Marcel Brandt, Spencer Kersten, Danjo Leonhardt, Stefan Loibl und Jamieson Rees versuchten es – doch LaFontaine machte immer wieder die Tür zu.
Teilweise spektakulär.
Die Eisbären überstanden die Druckphase und schlugen kurz vor der zweiten Pause selbst zu. Nach einem schnellen Konter vollendete Ty Ronning zum 3:0. Liam Kirk hatte den Angriff mit vorbereitet. Berlin hatte das Spiel zu diesem Zeitpunkt im Griff.
Aber eben nur zu diesem Zeitpunkt.
Denn Straubing kam mit einem anderen Gesicht aus der zweiten Pause. Die Tigers warfen alles nach vorne und belohnten sich in der 51. Minute. Adrian Klein verkürzte auf 1:3 und plötzlich war wieder Leben in der Partie.
Berlin bekam das Spiel nicht mehr richtig unter Kontrolle. Zu viele Scheibenverluste, zu wenig Ruhe, zu viel Raum für die Gäste. Genau das hatte Eisbären-Trainer Éric Dubois nach der Partie ebenfalls zu bemängeln. Straubing glaubte jedenfalls wieder daran.
Und dann wurde es richtig eng.
In der 57. Minute stand Stefan Loibl nach einer weiteren Druckphase richtig und traf zum 2:3. Noch gut drei Minuten auf der Uhr. Straubing nahm danach alles Risiko und zog Torhüter Jakub Škarek für einen sechsten Feldspieler vom Eis.
Die Eisbären mussten nur noch eine Sache schaffen: das leere Tor treffen.
Eric Mik erledigte genau das 78 Sekunden vor der Schlusssirene. 4:2. Deckel drauf.
Damit holen die Eisbären zum Saisonauftakt drei Punkte, obwohl Straubing ihnen im Schlussdrittel noch einmal ordentlich Probleme bereitete. Für die Berliner war es ein Auftakt mit Licht und Schatten: lange Zeit kontrolliert, stark im Unterzahlspiel und effizient in den entscheidenden Situationen – im letzten Drittel allerdings mit einigen unnötigen Fehlern.
„Aus dem Schlussdrittel werden wir lernen“, sagte Dubois anschließend. Der erste Sieg ist trotzdem da.
Mein Fazit:
Drei Punkte zum Auftakt, Banner unter dem Dach und lange Zeit ein ziemlich abgeklärter Auftritt. Die Eisbären hatten Straubing über weite Strecken im Griff, machten es im letzten Drittel aber unnötig spannend. Dass die Tigers nach dem 0:3 noch einmal auf 2:4 herankamen, dürfte Berlin nicht gefallen haben. Für den Saisonstart zählt am Ende trotzdem vor allem eins: Der Titelverteidiger startet mit einem Sieg.

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