Es geht endlich wieder los!

Nach Wochen der Vorbereitung und den ersten Pflichtspielen in der Champions Hockey League wird es für die Eisbären Berlin nun auch in der PENNY DEL ernst. Und zum Auftakt wartet mit den Straubing Tigers direkt ein alter Bekannter. Viel mehr Klassiker geht zum Saisonstart eigentlich kaum.
Bevor in der Uber Arena allerdings der Puck fällt, gibt es erst einmal etwas zu feiern. Das Meisterbanner für den dritten Titel in Folge wird unter das Hallendach gezogen. Drei Meisterschaften in Serie, zwölf DEL-Titel insgesamt die Eisbären haben also durchaus Grund, noch einmal auf die vergangene Saison zurückzublicken.
Danach ist es allerdings vorbei mit den Feierlichkeiten. Denn Straubing dürfte wenig Interesse daran haben, den Berlinern einen entspannten Meisterabend zu bescheren.
Straubing kommt mit neuem Kapitän und vielen neuen Gesichtern
Die Tigers haben sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der DEL-Spitze entwickelt. Die Playoffs sind in Niederbayern längst keine Überraschung mehr, sondern das erklärte Ziel. Nur gegen Berlin wollte es zuletzt einfach nicht klappen.
Dreimal hintereinander trafen beide Mannschaften in den Playoffs aufeinander, dreimal hieß der Sieger Eisbären. Zweimal war für Straubing im Viertelfinale Schluss, einmal ging es sogar erst im Halbfinale nicht mehr weiter.
Das soll sich irgendwann ändern. Am besten natürlich schon in dieser Saison.
Dafür wurde der Kader im Sommer ordentlich umgebaut. Bereits zum Saisonstart haben die Tigers zehn Ausländer-Lizenzen vergeben. Wenn alle Spieler fit sind, muss damit zwangsläufig ein Importspieler auf der Tribüne Platz nehmen.
Die größte Veränderung gibt es im Tor. Henrik Haukeland wechselte in die KHL, seinen Platz nimmt der Tscheche Jakub Skarek ein. Er soll nun die ziemlich großen Fußstapfen seines Vorgängers ausfüllen.
Dazu kommen unter anderem Taro Jentzsch aus Iserlohn, Verteidiger Joseph Duszak aus Nizhnekamsk, JC Beaudin aus Wolfsburg beziehungsweise Sochi sowie die beiden Stürmer Spencer Kersten und Jamieson Rees aus der AHL.
Viele neue Namen also. Jetzt muss daraus nur noch eine Mannschaft werden.
Die Vorbereitung macht wenig Mut
Ganz rund lief die Vorbereitung allerdings nicht. Sieben Testspiele absolvierten die Tigers, nur zwei davon konnten gewonnen werden gegen Nürnberg und Linz.
Die letzten vier Partien gingen allesamt verloren. Mountfield HK, zweimal Budejovice und erneut Linz waren jeweils zu stark.
Natürlich ist eine Vorbereitung kein verlässlicher Blick in die Zukunft. Trotzdem sind vier Niederlagen zum Abschluss zumindest ein kleiner Hinweis darauf, dass in Straubing noch nicht jedes Puzzleteil an seinem Platz liegt.
Und ausgerechnet jetzt geht es nach Berlin.
Der Meister hat sich verändert
Auch bei den Eisbären war im Sommer einiges los. Serge Aubin ist Geschichte, Éric Dubois der neue Mann an der Berliner Bande. Dazu kamen mit Jack LaFontaine und Jonas Neffin zwei neue Torhüter, während NHL-erfahrener Brandon Davidson die Defensive verstärken soll. Gabriel Fontaine kehrte nach seiner Saison beim EHC Red Bull München ebenfalls nach Berlin zurück.
Gleichzeitig blieb ein großer Teil der Meistermannschaft zusammen. Kapitän Kai Wissmann sowie Ty Ronning, Leo Pföderl, Liam Kirk und Frederik Tiffels gehören weiterhin zum etablierten Berliner Kern.
Der Meister hat sich also verändert. Aber er hat sich nicht neu erfunden.
Genau darin liegt eine der interessanteren Fragen dieser Saison: Wie schnell schafft es Éric Dubois, aus dem veränderten Kader wieder eine funktionierende Eisbären-Mannschaft zu formen?
Nur einer darf noch nicht ran
Ausgerechnet der Kapitän wird beim Start allerdings fehlen. Kai Wissmann ist aufgrund seiner Sperre aus der vergangenen Saison für das erste DEL-Spiel noch nicht spielberechtigt.
Das „C“ bleibt zwar auf seiner Brust, auf dem Eis wird er es gegen Straubing aber nicht tragen können.
Bei den Tigers gibt es dagegen einen neuen Kapitän. Marcel Brandt übernimmt das Amt und führt Straubing künftig mit dem „C“ auf der Brust aufs Eis.
Zwei Mannschaften, zwei Kapitäne und trotzdem eine Gemeinsamkeit: Beide wollen möglichst schnell in die neue Saison finden.
Berlin ist schon im Pflichtspielmodus
Ein kleiner Unterschied zwischen den beiden Mannschaften besteht bei der Wettkampfpraxis. Während Straubing ausschließlich Vorbereitungsspiele absolviert hat, sind die Eisbären bereits in der Champions Hockey League gefordert gewesen.
Der Start dort war allerdings alles andere als perfekt. Gegen Genève-Servette setzte es eine 2:6-Niederlage, gegen den HC Davos folgte ein 2:8.
Danach bekam Berlin allerdings die Kurve. Im Wellblechpalast gab es Siege gegen die Graz99ers und Herning Blue Fox. 4:1 und 2:1 lauteten die Ergebnisse.
Die ersten Pflichtspielsiege der neuen Saison sind also bereits eingefahren. Jetzt fehlt nur noch einer in der DEL.
„Es wird ein harter Kampf“
Éric Dubois weiß, dass der Saisonauftakt kein Selbstläufer wird. „Mit Straubing treffen wir auf einen starken Gegner. Wir müssen direkt von Beginn an fokussiert sein, hart arbeiten, strukturiert auftreten und einen guten Forecheck spielen“, sagt der neue Eisbären-Coach.
Für Dubois wird die Partie gleichzeitig ein besonderer Abend. Erstmals steht er bei einem DEL-Heimspiel auf der Berliner Bank in der Uber Arena. Die Banner-Zeremonie will er dabei genießen – danach soll der Fokus allerdings ausschließlich dem Spiel gelten.
„Mit Spielbeginn liegt der volle Fokus dann aber auf der Partie.“
Ähnlich sieht es Ty Ronning. Der Kanadier freut sich vor allem darauf, wieder vor den Berliner Fans zu spielen. „Wir freuen uns unglaublich darauf, wieder in der Uber Arena vor unseren Fans zu spielen. Sie sind die besten Fans der Welt.“
Gleichzeitig weiß Ronning, was gegen die Tigers gefragt sein wird: „Es wird ein harter Kampf und wir müssen Eisbären-Hockey spielen. Wir müssen schnell, unnachgiebig und körperbetont auftreten.“
Klingt nicht unbedingt nach einem gemütlichen Meisterabend.
Und dann ist endlich wieder DEL
Meisterbanner, neuer Trainer, neue Spieler und mit den Straubing Tigers ein Gegner, der in den vergangenen Jahren immer wieder auf der anderen Seite des Playoff-Netzes stand.
Die Ausgangslage könnte kaum interessanter sein. Berlin will zeigen, dass auch nach drei Meisterschaften in Folge noch lange nicht genug ist. Straubing möchte beweisen, dass die Niederlagen der vergangenen Jahre Vergangenheit sind.
Und irgendwo zwischen Bannerzeremonie und erstem Bully beginnt dann eine neue Saison. Eine Saison, in der alles wieder auf null steht.
Die alten Titel zählen nicht mehr. Die alten Playoff-Serien ebenfalls nicht.
Zumindest für die nächsten 60 Minuten.
Dann heißt es wieder: Eisbären gegen Tigers.
Und endlich wieder DEL.


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