Schwenninger Wild Wings 2025/26: Zwischen Stabilität, Erfahrung und der Suche nach dem letzten Prozent

Platz 9. 72 Punkte. 52 Spiele. 147:157 Tore.
Die Saison der Schwenninger Wild Wings lässt sich nicht einfach als Erfolg oder Enttäuschung abstempeln. Dafür war das Bild zu vielschichtig. Am Ende steht eine Mannschaft, die sich erneut in der DEL etabliert hat – aber auch eine Mannschaft, die spürt, dass zwischen Playoff-Teilnahme und echter Spitzengruppe noch ein Schritt fehlt.

Die Wild Wings sind inzwischen kein Überraschungsteam mehr. Sie sind ein unangenehmer Gegner, ein Team mit klarer Identität und einer Mischung aus Erfahrung und jungen Spielern. Die Saison 2025/26 war deshalb weniger eine Frage des Überlebens, sondern eine Frage der Entwicklung.


Zwischen den Pfosten: Erfahrung gegen Zukunft

Im Tor setzte Schwenningen auf eine ungewöhnlich erfahrene Besetzung.

Mit Michael BitzerJoacim Eriksson und Christopher Gibson standen gleich mehrere Torhüter mit internationaler Erfahrung im Kader. Besonders Eriksson brachte mit seinen 36 Jahren die Ruhe eines Veteranen mit, während Gibson mit seiner Größe und Physis ein anderer Torhütertyp war.

Dazu kam mit Baran Cicek ein junger deutscher Keeper, der hinter den erfahrenen Kollegen lernen konnte.

Die Situation zeigte: Schwenningen wollte auf dieser Position Sicherheit. In einer Liga, in der einzelne Torhüterleistungen über Playoff-Plätze entscheiden können, war die Breite ein wichtiger Faktor.


Die Defensive: Erfahrung als Fundament

Wenn man die Identität der Wild Wings beschreiben möchte, landet man schnell bei der Defensive.

Angeführt wurde die Abwehr von Spielern, die wissen, wie DEL-Hockey funktioniert.

Dominik Bittner stand dabei für Stabilität und Erfahrung. Der Verteidiger verkörperte genau das, was eine Mannschaft in engen Spielen braucht: Ruhe, Zweikampfstärke und Verantwortung.

Mit Thomas Larkin hatte Schwenningen zudem einen echten Defensiv-Anker. Der Kapitän brachte mit seiner Größe, Härte und Präsenz eine Komponente, die im Playoff-Eishockey besonders wertvoll ist.

Dazu kamen internationale Elemente wie Eric MartinssonBen MarshallWill Weber und Alex Trivellato, die der Defensive unterschiedliche Qualitäten gaben: Spielaufbau, Physis und Erfahrung.

Gleichzeitig zeigte die Saison auch die Herausforderung: Mit 157 Gegentoren war Schwenningen defensiv konkurrenzfähig, aber nicht dominant. Die Mannschaft hielt viele Spiele eng – musste aber zu oft bis zum Ende kämpfen.


Offensive: Viel Erfahrung, viel Verantwortung

Die Offensive der Wild Wings lebte von einer Mischung aus Kreativität, Erfahrung und körperlicher Präsenz.

Ein zentraler Faktor war Alexander Karachun. Der Angreifer entwickelte sich erneut zu einer wichtigen Figur im Schwenninger Spiel. Seine Kombination aus Größe, Abschlussqualität und Einsatz machte ihn zu einem der Gesichter der Mannschaft.

Auch Danny O’Regan brachte wichtige offensive Impulse. Mit seiner Spielintelligenz und seinem Tempo war er einer der Spieler, die für kreative Momente sorgen konnten.

Die kanadische Komponente blieb ebenfalls wichtig:

Kyle PlatzerTylor Spink und Tyson Spink brachten Geschwindigkeit, Technik und Erfahrung. Gerade die Spink-Brüder standen weiterhin für eine offensive Identität, die Schwenningen in engen Spielen den Unterschied geben konnte.

Dazu kamen Spieler wie Jordan SzwarzSebastian UviraMirko Höfflin und Phil Hungerecker, die für Tiefe sorgten. Genau diese Mischung ist wichtig: Nicht jedes Spiel wird durch die Topreihe entschieden – manchmal entscheidet die vierte Reihe, der Block oder ein einzelner Shift.


Der unterschätzte Wert der Tiefe

Eine Saison über 52 Spiele gewinnt man nicht nur mit Stars.

Spieler wie Boaz BassenPhilip FeistHåkon Hänelt oder junge Verteidiger wie Niclas Hempel und Niklas Hübnerstanden für die Entwicklung innerhalb des Teams.

Schwenningen hatte damit eine Mannschaft, die nicht nur aus fertigen DEL-Spielern bestand, sondern auch Raum für Entwicklung bot.


Das Fazit: Der nächste Schritt wartet

Die Wild Wings haben 2025/26 bestätigt, was sich in den vergangenen Jahren aufgebaut hat:

Sie gehören wieder zur DEL-Landschaft.

Platz 9 ist kein Absturz. 72 Punkte sind der Beweis, dass die Mannschaft über eine lange Saison konkurrenzfähig war. Gleichzeitig zeigt die Bilanz auch: Für den Sprung in die Top-6 braucht es mehr Konstanz, mehr Effizienz und vielleicht noch ein kleines bisschen mehr offensive Durchschlagskraft.

Die Basis ist da.

Mit erfahrenen Führungsspielern wie Larkin, Bittner, Eriksson oder Höfflin. Mit offensiven Unterschiedsspielern wie Karachun, O’Regan und den Spink-Brüdern. Und mit jungen Spielern, die langsam nachrücken.

Die Frage für die Zukunft lautet nicht mehr, ob Schwenningen dazugehören kann.

Die Frage lautet:

Wann gehört Schwenningen wirklich zu den Teams, die den Takt der DEL vorgeben?


Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar