Ty Ronning: Kann Berlins Ausnahmestürmer sein Märchentempo bestätigen?

Ronnings Statistiken lassen sich schnell erzählen, aber wer ihn auf dem Eis gesehen hat, weiß: Der Flügelstürmer ist nicht bloß ein reiner Punktejäger. Sein Spiel lebt von der unbändigen Geschwindigkeit, dem Mut in Eins-gegen-eins-Situationen und der Kaltschnäuzigkeit im Abschluss. Vor allem aber hat er bei den Eisbären Berlin eine Rolle gefunden, die perfekt auf ihn zugeschnitten ist. Top-Line, Powerplay, Entscheidungsfreiheit die Bühne gehört ihm.

Es ist kein Zufall, dass Ronning sowohl in der Hauptrunde als auch in den Playoffs über 1,5 Punkte pro Spiel produziert hat. Er war das Herzstück der Berliner Offensive und hat sie mit in den Titelkampf getragen.

Nachhaltigkeit oder Ausreißer?

Die nackten Zahlen schreien nach einer Wiederholung, doch ganz so einfach ist es nicht. Historisch gesehen schaffen es nur wenige Imports, über mehrere Spielzeiten hinweg einen derart hohen Punkte-pro-Spiel-Schnitt zu halten. Gegnerische Teams werden sich auf Ronning einstellen, ihm weniger Raum geben, ihn härter bearbeiten. Auch die Frage, ob er sein Tempo über mehrere Jahre durch Verletzungsfreiheit und Formstärke konservieren kann, bleibt offen.

Aber: Ronning ist kein Eintagsfliegen-Spieler. Sein Skillset ist so vielseitig, dass er nicht zwingend auf die perfekte Spielsituation angewiesen ist. Selbst wenn sein Schnitt leicht nach unten geht – ein Punkt pro Partie sollte für ihn realistisch bleiben.

Die Perspektive

Berlin hat in Ronning den vielleicht spektakulärsten Import der letzten Jahre gelandet. Seine Leistungen erinnern an jene Dominanz, die man sonst nur von wenigen Spielern der Liga kennt. Sollte er sein Level halten, könnte er nicht nur erneut die DEL-Scorerwertung dominieren, sondern auch als Gesicht der Liga weiter an Strahlkraft gewinnen.

Die große Frage ist also nicht, ob Ty Ronning wieder liefert – sondern nur, wie hoch die Latte diesmal liegt.

Kurz gesagt: Wenn Ty Ronning gesund bleibt und die Eisbären ihm weiterhin die Schlüssel zur Offensive in die Hand drücken, spricht viel dafür, dass wir uns auch in der Saison 2025/26 auf einen neuen Punktereigen freuen dürfen.