
Die Löwen Frankfurt erlebten eine Woche voller Höhen und Tiefen in der PENNY DEL. Nach einer herben 2:7-Niederlage in Schwenningen schienen die Playoff-Hoffnungen zu schwinden, doch mit einem kämpferischen 3:2-Sieg gegen den Hauptrunden-Meister ERC Ingolstadt meldeten sich die Löwen eindrucksvoll zurück.
Bittere 2:7-Niederlage in Schwenningen – Ein schwarzer Abend für die Löwen
Das als „Sechs-Punkte-Spiel“ betitelte Duell gegen die Schwenninger Wild Wings wurde für die Löwen Frankfurt zum Desaster. Die Partie begann eigentlich vielversprechend: Zwar gerieten die Frankfurter in der 6. Minute durch Mirko Höfflin in Rückstand, doch nur eine Minute später sorgte „ausgerechnet“ Ex-Schwenninger Daniel Pfaffengut für den schnellen Ausgleich. Nach einem starken Forecheck überwand er Wild-Wings-Goalie Joacim Eriksson mit einem Schuss durch die Beine.
In dieser Phase hatten die Löwen ihre beste Phase des Spiels. Sie agierten energischer, setzten ein effektives Forechecking um und erspielten sich einige gute Chancen durch Carter Rowney, Chris Wilkie, Linus Fröberg und Dominik Bokk. Doch genau in dem Moment, als Frankfurt das Spielgeschehen an sich zu reißen schien, folgte der Schwenninger Doppelschlag, der die Partie kippte:
• 16. Minute: Sebastian Uvira nutzte einen unglücklich abgefälschten Puck im Slot und überwand Thomas Greiss.
• 17. Minute: Brandon McMillan setzte sich stark durch, legte quer auf Brett Ritchie, der Greiss erneut zwischen den Beinen bezwang – 1:3.
Diese beiden Gegentreffer innerhalb von 62 Sekunden zeigten Wirkung. Schwenningen setzte nach und entdeckte eine Schwäche im Spiel der Löwen: Das „Five Hole“ von Thomas Greiss. Beim 4:1 (Philip Feist, 29.) und 5:1 fanden die Pucks ebenfalls den Weg durch die Beine des Goalies.
Nach dem fünften Gegentreffer wechselte Head Coach Tom Rowe den Torhüter – Cody Brenner kam für Greiss. Doch auch der konnte das Schwenninger Offensivfeuerwerk nicht stoppen. In Unterzahl erhöhte Alexander Karachun per Alleingang auf 6:1, bevor Ritchie mit seinem zweiten Treffer das 7:1 erzielte. Immerhin gelang Erik Brown 58 Sekunden vor Schluss noch das 2:7, doch das war nur Ergebniskosmetik.
Am Ende stand eine ernüchternde Niederlage, in der die Löwen zu keiner Zeit an ihre Bestform herankamen. Nur die Nachricht, dass Wolfsburg gegen Köln verlor, hielt die Playoff-Hoffnungen am Leben. Klar war aber: Eine drastische Leistungssteigerung musste her.
Kampfgeist und Leidenschaft: Löwen schlagen Ingolstadt mit 3:2

Drei Tage nach der herben Pleite präsentierte sich Frankfurt wie ausgewechselt. Vor heimischer Kulisse in der ausverkauften NIX Eissporthalle kämpften die Löwen verbissen um jeden Zentimeter Eis und rangen den Hauptrunden-Meister ERC Ingolstadt mit 3:2 nieder – ein Sieg, der die Hoffnungen auf die Playoffs neu entfachte.
Dabei sah es anfangs gar nicht gut aus: Bereits in der 4. Minute brachte Austen Keating die Gäste in Führung. Auch danach wirkte Ingolstadt abgeklärt und ließ die Löwen kaum ins Spiel finden. Erst nach dem ersten Powerbreak kamen die Frankfurter besser in die Partie und erarbeiteten sich Chancen, doch das Scheibenglück fehlte.
Als die Löwen im zweiten Drittel besser wurden, folgte der nächste Rückschlag: Ex-Frankfurter Leon Hüttl erhöhte in der 29. Minute auf 0:2. Kurz darauf rettete Maksim Matushkin spektakulär für den bereits geschlagenen Cody Brenner und verhinderte ein weiteres Gegentor. Doch anstatt einzubrechen, bewiesen die Löwen Kampfgeist:
• 35. Minute: Matushkin behauptete die Scheibe im linken Bullykreis, sah den freistehenden Julian Napravnik und bediente ihn perfekt – der Stürmer verwandelte eiskalt zum 1:2-Anschluss.
Mit diesem Treffer war das Feuer endgültig entfacht. Die Fans spürten die Entschlossenheit ihres Teams und verwandelten die Halle in einen Hexenkessel.
Im Schlussabschnitt ging Frankfurt schließlich „All-In“:
• 46. Minute: Dominik Bokk luchste Ingolstadt im Spielaufbau die Scheibe ab, leitete einen 2-auf-1-Konter ein und legte perfekt auf Cameron Brace ab – der ließ sich die Chance nicht nehmen und glich zum 2:2 aus.
• 52. Minute: Die Löwen drängten weiter. Nach einem Schuss von Matushkin ließ Ingolstadts Goalie Christian Heljanko die Scheibe abprallen – Linus Fröberg stand goldrichtig und drückte den Puck zur 3:2-Führung über die Linie.
Die letzten Minuten wurden zum Nervenkrimi. Ingolstadt setzte alles auf eine Karte, nahm den Torwart vom Eis und drückte auf den Ausgleich, doch die Löwen verteidigten mit vollem Einsatz. Cody Brenner parierte mehrfach stark und hielt den knappen Vorsprung fest. Nach 60 Minuten stand fest: Die Löwen hatten das Spiel gedreht und mit drei Punkten die Playoff-Chancen am Leben gehalten.
Fazit: Zwei Gesichter der Löwen
Diese Woche zeigte die komplette Bandbreite der Löwen Frankfurt: Die deutliche Niederlage in Schwenningen offenbarte die Schwächen des Teams, vor allem in der Defensive und im Torwartspiel. Doch die Reaktion gegen Ingolstadt bewies den unbändigen Willen, den Kampf um die Playoffs nicht aufzugeben.
Mit dem Sieg gegen den Hauptrunden-Meister überholte Frankfurt die Grizzlys Wolfsburg und steht aktuell auf einem Playoff-Platz. Doch das Rennen bleibt eng – Konstanz wird jetzt der Schlüssel sein, um den Traum von der K.-o.-Runde Wirklichkeit werden zu lassen.


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