Sechs Spiele, sechs Geschichten: Darauf kommt es heute in der PENNY DEL an

Freitagabend, 19:30 Uhr. Sechs Spiele. Und nach gerade einmal zwei Spieltagen gibt es schon mehr Geschichten, als man eigentlich erwarten durfte.

Die Saison ist noch jung. Sehr jung sogar. Trotzdem hat die PENNY DEL bereits alles ausgepackt, was eine gute Eishockey-Saison braucht: überraschende Ergebnisse, spektakuläre Torfestivals, enge Spiele, erste Fragezeichen – und Mannschaften, die offenbar beschlossen haben, die Saison direkt mit maximaler Lautstärke zu beginnen.

Heute geht es in die dritte Runde. Und während die Tabelle nach zwei Spieltagen noch mit Vorsicht zu genießen ist, gibt es durchaus ein paar Dinge, auf die man heute genauer schauen sollte.

Sechs Spiele, sechs Geschichten.

Köln gegen Berlin: Wenn der Meister beim Halbfinalisten klingelt

Wenn heute Abend nur ein Spiel laufen dürfte, wäre Kölner Haie gegen Eisbären Berlin die naheliegende Wahl.

Nicht nur, weil hier zwei große Namen der Liga aufeinandertreffen. Sondern weil diese Paarung eine ziemlich frische Vorgeschichte hat: Im vergangenen Frühjahr war Berlin im Playoff-Halbfinale Endstation für Köln. Die Eisbären setzten sich mit 4:2 Siegen durch.

Jetzt also das Wiedersehen – und das bereits am dritten Spieltag.

Köln hat dabei einen ziemlich wilden Saisonstart hingelegt. Gegen Wolfsburg setzte es zum Auftakt ein 4:8. Ein Ergebnis, das weniger nach Saisonbeginn und mehr nach einem Spiel klingt, bei dem beide Teams beschlossen hatten, Verteidigung für 60 Minuten aus dem Kalender zu streichen.

Gegen Frankfurt folgte anschließend immerhin ein 4:3 nach Verlängerung.

Berlin startete deutlich kontrollierter. Ein 4:2 gegen Straubing, anschließend allerdings eine 3:4-Niederlage gegen Mannheim.

Und genau deshalb ist diese Partie so interessant: Beide Mannschaften haben nach zwei Spielen bereits etwas zu beweisen.

Bei Köln lohnt sich der Blick auf Kevin Niedenz und Gregor MacLeod. Im Tor steht mit Janne Juvonen ebenfalls ein Spieler, der heute vermutlich lieber etwas weniger Arbeit hätte.

Berlin bringt die Qualität eines amtierenden Meisters mit – und natürlich die Erfahrung, wie man in solchen Spielen mit Druck umgeht.

Das ist kein Playoff-Spiel. Aber es fühlt sich ein bisschen danach an.


Frankfurt gegen Nürnberg: Der Tabellenführer kommt

Es gibt diese Saisonstarts, bei denen man nach zwei Spielen sagt: „Ganz nett.“

Und dann gibt es Nürnberg.

Die Ice Tigers haben ihre ersten drei Partien gewonnen und dabei unter anderem Mannheim mit 5:3 geschlagen. Dazu kommen ein 4:1 gegen Augsburg und ein 6:2 in Ingolstadt.

Drei Spiele, drei Siege.

Natürlich ist es viel zu früh, daraus irgendwelche langfristigen Schlüsse zu ziehen. Aber genau deshalb ist die Partie in Frankfurt so spannend.

Denn die Löwen sind ebenfalls nicht schlecht gestartet. Auf ein beeindruckendes 5:0 in Schwenningen folgte eine knappe 3:4-Niederlage nach Verlängerung in Köln.

Frankfurt gegen Nürnberg ist deshalb ein kleiner Realitätstest für beide.

Bei Nürnberg steht besonders Austin Magera im Mittelpunkt. Drei Tore und zwei Assists aus den ersten Spielen sprechen eine ziemlich deutliche Sprache. Auch Evan Barratt gehört zu den Spielern, auf die man achten sollte.

Die Frage lautet also:

Wie lange kann Nürnberg die Liga eigentlich noch überraschen, bevor niemand mehr überrascht ist?


Mannheim gegen Krefeld: Willkommen zurück, Pinguine

Krefeld ist zurück.

Und die Pinguine haben offenbar nicht vor, sich dabei lange mit Höflichkeiten aufzuhalten.

Nach einer 1:3-Niederlage gegen Bremerhaven folgte ein ziemlich bemerkenswertes 6:3 in Straubing. Ein Ausrufezeichen, das man als Aufsteiger gerne mitnimmt.

Heute wartet allerdings Mannheim.

Die Adler haben ihrerseits einen ziemlich intensiven Saisonbeginn hinter sich. Niederlage im Penaltyschießen gegen München, Sieg gegen Berlin, Niederlage in Nürnberg.

Das sind drei Spiele, die ziemlich viel über die Qualität des Spielplans sagen – und noch relativ wenig darüber, wo Mannheim am Ende tatsächlich landen wird.

Bei den Adlern sind Namen wie Max Calce, Matthias Plachta, Brooks Macek, Tom Kühnhackl und Kristian Reichel natürlich besonders interessant.

Krefeld muss dagegen zeigen, dass der Sieg in Straubing kein einmaliger Ausflug in die Kategorie „Was war denn da los?“ war.

Und genau das macht die Partie interessant.

Traditionsclub gegen Rückkehrer. Favorit gegen Aufsteiger. Und vor allem: ein ziemlich guter Test dafür, wie ernst man Krefeld in dieser Saison nehmen sollte.


Bremerhaven gegen München: Der Geheimtipp

Manchmal steht das interessanteste Spiel des Abends nicht dort, wo die größten Namen auf dem Spielbericht stehen.

Bremerhaven gegen München könnte genau so ein Fall sein.

Die Pinguins sind mit zwei Siegen gestartet. Krefeld wurde mit 3:1 geschlagen, gegen Iserlohn folgte ein 2:1.

München ist ebenfalls noch ohne Niederlage nach regulärer Spielzeit, musste aber beide Partien über die volle Distanz austragen: 4:3 nach Penaltyschießen gegen Mannheim und 3:4 nach Verlängerung in Wolfsburg.

Das ergibt eine ziemlich schöne Ausgangslage.

Bremerhaven kann relativ entspannt in dieses Spiel gehen. München dürfte dagegen zeigen wollen, dass man auch in engen Spielen irgendwann den entscheidenden Punch setzen kann.

Bei den Pinguins ist Kristers Gudlevskis ein wichtiger Name. Der Torhüter ist stark in die Saison gekommen. Vorne ist Miha Verlic nach zwei Spielen bereits zweimal erfolgreich gewesen.

Und München?

Da ist ohnehin genug Qualität vorhanden, um aus einem scheinbar ruhigen Spiel innerhalb von fünf Minuten ein Feuerwerk zu machen.

Wer nach einem Geheimtipp sucht, ist hier richtig.


Straubing gegen Ingolstadt: Zwei Teams auf der Suche nach Antworten

Straubing und Ingolstadt hätten sich den Saisonstart vermutlich etwas anders vorgestellt.

Die Tigers verloren zunächst 2:4 in Berlin und anschließend überraschend deutlich mit 3:6 gegen Krefeld.

Ingolstadt erwischte es ebenfalls zweimal: 3:4 gegen Iserlohn und danach 2:6 gegen Nürnberg.

Und genau deshalb könnte dieses Spiel unangenehm werden.

Nicht unbedingt für die Zuschauer – für die Teams.

Denn nach zwei Niederlagen möchte niemand bereits am dritten Spieltag eine kleine Negativserie starten.

Bei Straubing lohnt sich der Blick auf Stefan Loibl, Taro Jentzsch und Nicholas Halloran. Ingolstadt hat mit Riley Sheen einen Spieler im Kader, der bereits früh offensiv Akzente gesetzt hat.

Hier geht es weniger um große Schlagzeilen.

Es geht darum, wer als Erstes aufhört, über die ersten beiden Spieltage nachzudenken.


Wolfsburg gegen Schwenningen: Bitte mehr von diesem Wolfsburg

Und dann wären da noch die Grizzlys.

Die haben offenbar beschlossen, dass Saisonauftakte auch Spaß machen dürfen.

8:4 gegen Köln. 4:3 nach Verlängerung gegen München.

Zwei Spiele, zwölf geschossene Tore.

Man muss Wolfsburg schon zugutehalten: Langweilig war das bisher nicht.

Heute kommen die Schwenninger Wild Wings.

Die hatten einen deutlich weniger freundlichen Start. Ein 0:5 gegen Frankfurt und anschließend ein 3:7 in Augsburg stehen auf dem Konto.

Das macht Wolfsburg zum Team, bei dem man heute besonders gespannt sein darf, ob der offensive Schwung anhält.

Luis Schinko ist dabei einer der Namen, die man sich merken sollte. Drei Tore und zwei Assists nach den ersten beiden Spielen sind ein ziemlich guter Start.

Und dann ist da noch die Frage, wie Schwenningen defensiv mit Wolfsburgs Offensivdrang umgehen kann.

Denn nach dem bisherigen Saisonverlauf gilt für die Grizzlys offenbar:

Warum ein Tor schießen, wenn man auch vier schießen kann?


Und welches Spiel jetzt?

Wenn du heute Abend nur eine Partie sehen kannst, führt kaum ein Weg an Köln gegen Berlin vorbei.

Die Namen stimmen. Die Vorgeschichte stimmt. Der Meister ist beteiligt. Köln hat nach dem wilden Auftakt etwas zu beweisen. Und beide Mannschaften haben nach zwei Spieltagen bereits ihre erste Niederlage im Gepäck.

Aber der eigentliche Reiz dieses Spieltags liegt darin, dass man nicht zwingend beim großen Duell bleiben muss.

Frankfurt gegen Nürnberg ist die Partie für alle, die wissen wollen, wie ernst der Nürnberger Traumstart zu nehmen ist.

Bremerhaven gegen München ist der Geheimtipp.

Wolfsburg gegen Schwenningen könnte torreich werden.

Mannheim gegen Krefeld erzählt die Geschichte vom Rückkehrer, der direkt vor einem Schwergewicht steht.

Und Straubing gegen Ingolstadt ist das Spiel für alle, die wissen wollen, wer nach einem holprigen Start zuerst die Kurve bekommt.

Sechs Spiele.

Sechs Geschichten.

Und das Schöne an der PENNY DEL Anfang September: Noch weiß niemand, welche davon in sechs Monaten überhaupt noch wichtig sein werden.

Genau deshalb sollte man heute Abend hinschauen.