Ein Abend, zwei Botschaften: Comeback und Kontrolle

Wenn man den Sonntagabend in der DEL in ein Gefühl packen müsste, wäre es wohl dieses: Kontrolle. In Berlin kontrolliert und zurückgeschlagen, in Mannheim kontrolliert und zugestochen. Zwei Serien, zwei Geschichten und doch ein gemeinsamer Nenner: Momentum ist keine Floskel, sondern gerade alles.

Eisbären antworten und wie

Zwei Tage nach dem 1:5-Dämpfer in Köln liefern die Eisbären genau die Reaktion, die ein Champion zeigen muss. 4:2, Serienführung zurückerobert, Spiel diktiert. Und zwar von Anfang an.

Berlin kam raus wie ein Team, das etwas klarstellen wollte. Viel Scheibenbesitz, viel Präsenz, viel Druck. Nur das Tor fehlte noch. Dass es nach 20 Minuten trotz eines deutlichen Schussverhältnisses 0:0 stand, lag weniger an fehlender Qualität als an einem starken Janne Juvonen im Kölner Tor.

Dann kam das Powerplay. Und mit ihm Leo Pföderl.

Sein erstes Playoff-Tor dieser Serie ein sauberer Abschluss, trocken, verdient. Es war der Moment, in dem das Spiel endgültig in die Berliner Richtung kippte. Anders als noch in Köln blieb die Mannschaft stabil, strukturiert, hungrig.

Und im Schlussdrittel dann die Konsequenz:

Jonas Müller staubt ab. Les Lancaster hämmert das Ding rein. 3:0 eigentlich die Vorentscheidung.

Eigentlich.

Denn Köln zeigte genau das, was eine Playoff-Serie ausmacht: Widerstand. Dominik Bokk, dann Oliwer Kaski im Six-on-Five plötzlich nur noch ein Tor. Die Uber Arena kurz leiser, das Spiel kurz offen.

Bis wieder Pföderl kam. Empty Net. Deckel drauf.

Was bleibt? Ein Spiel, das deutlicher war, als es das Ergebnis sagt. Über 50 Schüsse, klare Spielkontrolle, ein Comeback im Kopf und ein Goalie, der nach Verletzung genau im richtigen Moment da ist. Jake Hildebrand bringt es danach auf den Punkt: „Fantastisch gespielt.“ Stimmt.

Mannheim spielt wie ein Finalist

Während Berlin sich die Serie zurückholt, ist Mannheim schon einen Schritt weiter. Oder besser: einen Sieg.

4:1 gegen München, 3:0 in der Serie. Das ist keine Momentaufnahme mehr das ist Dominanz.

Dabei begann auch dieses Spiel ausgeglichen. Chancen auf beiden Seiten, Tempo, Intensität. München hatte Phasen, Mannheim Antworten. Und lange: keine Tore.

Bis kurz vor der zweiten Pause. Justin Schütz steht da, wo ein Torjäger stehen muss und fälscht zur Führung ab. Kein Zufall, sondern Timing.

München reagiert sofort. Yasin Ehliz gleicht aus, 1:1, alles wieder offen. Und genau hier trennt sich in diesen Tagen die Spreu vom Weizen.

Denn Mannheim bleibt ruhig.

Keine Hektik, kein Chaos stattdessen ein Fehler im Münchner Aufbau, wieder Schütz, wieder Tor. 2:1. Und dann das, was Topteams aktuell besser machen als der Gegner: Spiele zumachen.

Greco. Kühnhackl. Zwei Empty-Netter. Ende.

München wirkt dabei nicht chancenlos aber eben auch nicht zwingend genug. Drei Spiele ordentlich gespielt, drei Spiele verloren. 0:3. Oder wie Markus Eisenschmid es sagt: „Wir haben jetzt viermal Spiel 7.“ Klingt kämpferisch, ist aber vor allem eins: die Realität.

Zwei Serien, zwei Dynamiken

Berlin gegen Köln fühlt sich wieder offen an aber mit klarer Tendenz. Die Eisbären haben gezeigt, dass sie das Spiel diktieren können. Wenn sie dieses Niveau halten, wird es schwer für die Haie.

Mannheim gegen München? Kippt gerade komplett. Die Adler sind abgeklärt, effizient, eiskalt im richtigen Moment. München kämpft aber läuft hinterher.

Und genau das ist Playoff-Hockey:

Nicht wer besser spielt, gewinnt die Serie. Sondern wer besser versteht, wann er zuschlagen muss.

Aktuell verstehen das in dieser Liga vor allem zwei Teams.