Eiskalt bestraft: Berlin nutzt jeden Moment, Haie lassen ihre Chancen liegen

Manchmal entscheiden nicht die besseren Phasen ein Spiel sondern die besseren Minuten. Die Kölner Haie hatten sie. Mehrmals sogar. Druckphasen, Powerplays, Möglichkeiten im Minutentakt. Doch während Köln suchte, fand nur einer konsequent Lösungen: die Eisbären Berlin. Und genau deshalb steht nach Spiel 1 kein enges Duell auf dem Papier sondern ein 3:6, das sich für die Haie deutlich härter anfühlt, als es der Spielverlauf hergibt.

Der Anfang? Eiskalt. Im wahrsten Sinne.

Die Haie waren noch gar nicht richtig im Spiel angekommen, da stand es schon 0:2. Adam Smith traf aus spitzem Winkel, kurz darauf legte Moritz Kretzschmar aus dem Slot nach. Zwei Nadelstiche, die direkt saßen. Berlin brauchte keine lange Anlaufzeit sie waren einfach da.

Köln? Hat sich geschüttelt. Und wie.

Mit dem ersten Powerplay kam die Antwort: Valtteri Kemiläinen zog von der blauen Linie ab, während Tanner Kero dem Berliner Goalie die Sicht nahm 1:2. Plötzlich war Energie im Spiel der Haie. Chancen? Da. Der Ausgleich? Lag in der Luft. Aber er fiel nicht.

Und genau das zog sich durch den Abend.

Das zweite Drittel: Köln drückt, Berlin trifft.

Die Haie kamen stark aus der Kabine, setzten sich fest, erspielten sich Möglichkeiten. Eigentlich alles da, was du brauchst, um so ein Spiel zu drehen. Eigentlich.

Dann kam wieder dieser Berliner Doppelschlag.

Marcel Noebels staubte seinen eigenen Rebound aus der Luft ab, nur Sekunden später erhöhte Jonas Müller auf 4:1. Zwei Aktionen, die das Spiel komplett kippen.

Aber Köln gab sich nicht auf.

In Unterzahl leitete Juhani Tyrväinen den Konter ein, Patrick Russell vollendete 2:4. Hoffnung? Wieder da. Doch sie hielt nicht lange: Kretzschmar schnürte seinen Doppelpack zum 2:5. Wieder drei Tore Abstand. Wieder ein Nackenschlag.

Und trotzdem: Dieses Spiel war enger, als es sich liest.

Pfostentreffer von Louis Marc Aubry, Aluminium von Oliwer Kaski, Chancen im Powerplay Köln war dran. Immer wieder. Aber eben nie ganz.

Im Schlussdrittel versuchten die Haie alles. Torhüter runter, Druckphasen, Abschlüsse aus allen Lagen. Doch entweder war ein Schläger dazwischen oder Jonas Stettmer. Und wenn nicht, dann eben das leere Tor: Les Lancaster machte mit dem 6:2 den Deckel drauf.

Der Treffer von Gregor MacLeod zum 3:6? Kosmetik. Mehr nicht.

Was bleibt?

Ein 6:3 für Berlin. Eine 1:0 Serienführung. Und das Gefühl, dass dieses Spiel auch anders hätte laufen können.

Berlin war effizient. Klinisch. Abgezockt. Köln war engagiert. Gefährlich. Aber nicht konsequent genug.

Oder, um es im Delicioushockey Stil zu sagen: Die Haie haben viel richtig gemacht nur die entscheidenden Momente gehörten den Eisbären.

Spiel 2 in der LANXESS arena?

Wird zeigen, ob Köln daraus gelernt hat. Oder ob Berlin weiter genau das bleibt, was sie in Spiel 1 waren eiskalt.


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