Eiskalter Fehlstart: Mannheim überrollt Bremerhaven, Matchpuck am Dienstag

Es gibt Abende, an denen ein Playoff-Spiel entschieden ist, bevor es überhaupt richtig begonnen hat. Dieser in Mannheim gehört genau in diese Kategorie.

Früher K.o. in der SAP Arena

Die Adler Mannheim haben im dritten Viertelfinale gegen die Fischtown Pinguins Bremerhaven kurzen Prozess gemacht. 5:1 hieß es am Ende und das klingt fast gnädiger, als es sich über weite Strecken anfühlte. Denn nach nicht einmal zehn Minuten war diese Partie faktisch erledigt.

Mannheim kam mit einem klaren Plan aus der Kabine: Druck, Tempo, Konsequenz. Bremerhaven hingegen? Noch in der Findungsphase und das im falschen Moment. Bereits in der zweiten Minute nutzte Justin Schütz einen katastrophalen Fehlpass in der neutralen Zone, lief allein auf Kristers Gudlevskis zu und ließ ihm keine Chance.

Was danach folgte, war weniger ein Spielverlauf als ein Überrollen.

Vier Gegentore in zehn Minuten kollektiver Blackout

Die Pinguins wirkten in der Anfangsphase wie eine Mannschaft, die den Playoff-Schalter noch sucht, während Mannheim ihn längst gefunden hatte. Zuordnungen fehlten, Pässe landeten beim Gegner, Zweikämpfe gingen verloren.

William Worge Kreü staubte zum 2:0 ab, Matthias Plachta erhöhte im Powerplay per Onetimer, ehe ein abgefälschter Schuss von Nick Mattinen zum 4:0 im Netz zappelte.

Vier Tore aus den ersten sechs Schüssen das ist keine Statistik, das ist ein Statement.

Und gleichzeitig das Ende des Abends für Gudlevskis, der einem leid tun konnte. Für ihn kam Leon Hungerecker ohne, dass sich am grundsätzlichen Problem etwas änderte: Bremerhaven verteidigte nicht auf Playoff-Niveau.

Mannheim im Verwaltungsmodus

Was danach passierte, ist typisch für eine erfahrene Playoff-Mannschaft. Mannheim nahm Tempo raus, aber nicht die Kontrolle. Das Spiel wurde verwaltet kühl, strukturiert, nahezu emotionslos.

Bremerhaven fand keine Antworten. Kaum strukturierter Spielaufbau, kaum gefährliche Abschlüsse. Und wenn doch mal etwas durchkam, war Maximilian Franzreb zur Stelle.

Das 5:0 durch Kristian Reichel nach abgefälschtem Schuss passte ins Bild: effizient, abgeklärt, fast schon routiniert.

Kurzes Aufbäumen mehr nicht

Immerhin: Die Pinguins zeigten im Schlussdrittel so etwas wie Leben. Nach wenigen Sekunden traf Akito Hirose zum 1:5. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, mehr Symbolik als echte Wende.

Denn Mannheim blieb stabil, ließ wenig zu und spielte die Uhr herunter. Chancen von Spielern wie Ross Mauermann verpufften entweder am starken Franzreb oder am eigenen Unvermögen.

Serie vor der Entscheidung

Drei Spiele, drei Siege die Serie steht 3:0. Für Mannheim bedeutet das: Matchpuck am Dienstag in Bremerhaven.

Für die Pinguins ist die Lage eindeutig. Es geht nicht mehr um Taktiktafeln oder Reihenumstellungen. Es geht um Haltung. Um die Frage, ob diese Serie noch einmal ein anderes Gesicht bekommt oder ob sie genauso endet, wie dieses Spiel begonnen hat: schnell, klar, kompromisslos.

Denn eines hat dieser Abend gezeigt: Zwischen beiden Teams liegen aktuell mehr als nur ein paar Tore.


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