Overtime-Herzschmerz: Pinguins liefern Playoff-Fight Mannheim sticht eiskalt zu

Wenn man den Begriff „Playoff-Eishockey“ mit Leben füllen möchte, dann war dieser Abend in der Eisarena Bremerhaven das perfekte Beispiel. Tempo, Härte, Momentum-Swings – und am Ende doch wieder dieser eine Stich ins Herz der Fischtown Pinguins. 4:5 nach Overtime gegen die Adler Mannheim, Serienstand 0:2. Klingt nüchtern. Fühlte sich nach deutlich mehr an.

Bremerhaven kam mit Wucht. Von der ersten Sekunde an war klar, dass hier niemand auf Abwarten spielen würde. Scheiben zum Tor, Traffic vorm Goalie, die berühmten zweiten Chancen genau das, was du in den Playoffs brauchst. Und doch: Mannheim ließ sich davon nicht beeindrucken. Es war eines dieser Spiele, in denen du eigentlich alles richtig machst und trotzdem ständig einem Rückstand hinterherläufst.

Der erste Wirkungstreffer gehörte den Hausherren. Andy Miele fälschte einen Schuss von Akito Hirose unhaltbar ab Führung, Ekstase, genau der Start, den du dir wünschst. Aber Mannheim? Antwortete eiskalt. Kris Bennett, der an diesem Abend gefühlt überall auftauchte, staubte noch vor der Pause zum 1:1 ab. Ein Muster, das sich durch den Abend ziehen sollte: Bremerhaven investiert, Mannheim vollstreckt.

Im zweiten Drittel wurde das Spiel dann endgültig wild. Kaum war der Puck wieder im Spiel, lag er schon wieder im Netz der Pinguins. Wieder Bennett, wieder ein Rebound, wieder diese gnadenlose Effizienz. Bremerhaven rannte, spielte, drückte aber Mannheim traf. Esposito. Mattinen im Powerplay. 2:4. Und plötzlich stehst du da und fragst dich, wie dieses Spiel eigentlich gerade kippen konnte.

Aber genau das ist dieses Team von der Küste: Es hört nicht auf. Conrad mit dem Ausgleich, Wejse im Powerplay Bremerhaven blieb dran, biss sich fest, arbeitete sich zurück ins Spiel. Und spätestens im Schlussdrittel war klar, dass hier noch etwas passieren würde. Mannheim zog sich zurück, lauerte, verteidigte und Bremerhaven rannte an.

Dann diese letzten Minuten. Goalie raus, alles oder nichts, Chaos vor dem Tor und wieder Conrad. 4:4. Die Halle? Komplett da. Momentum? Komplett auf Seiten der Pinguins. Du hast in solchen Momenten fast das Gefühl, dass das Spiel nur noch in eine Richtung kippen kann.

Spoiler: Tat es nicht.

Overtime. Powerplay Mannheim nach einer durchaus diskutablen Szene – und dann sind es noch drei Sekunden auf der Uhr, als Zach Solow den Schläger reinhält. Game over. Wieder dieser Moment, in dem es plötzlich still wird. Zumindest für die eine Hälfte der Halle.

Was bleibt, ist ein Spiel, das eigentlich keinen Verlierer verdient hatte aber im Playoff-Hockey interessiert das niemanden. Mannheim führt 2:0, weil sie brutal effizient sind. Bremerhaven liegt 0:2 hinten, weil genau diese Effizienz fehlt.

Und trotzdem: Wenn diese Serie eines schon jetzt zeigt, dann das die Fischtown Pinguins sind noch lange nicht raus. Sie sind dran. Sie sind gefährlich.

Sie müssen nur anfangen, sich dafür zu belohnen.


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