
Die Antwort der Hauptstadt ließ nicht lange auf sich warten. Nach dem Fehlstart in die Serie melden sich die Eisbären Berlin zurück und wie. Mit einem hart erarbeiteten 2:1-Heimsieg gegen die Straubing Tigers gleichen die Berliner die Viertelfinalserie aus. Playoff-Eishockey, wie es im Lehrbuch steht: intensiv, giftig, kompromisslos.
Schon früh war klar, in welche Richtung dieser Abend gehen würde. Kein Abtasten, kein Zögern stattdessen Checks, kleine Nickligkeiten und zwei Teams, die jeden Zentimeter Eis verteidigten, als wäre es der letzte. Genau das, was man im März erwartet.
Berlin fand dabei zunächst etwas besser ins Spiel. Die Scheibe lief flüssiger, der Druckaufbau strukturierter. Und mittendrin: Ty Ronning. Der Angreifer war der auffälligste Mann auf dem Eis und belohnte seine Farben in der 14. Minute mit dem 1:0. Ein Treffer, der sinnbildlich für die Phase stand, in der die Eisbären am Drücker waren.
Doch wer dachte, Straubing würde sich davon beeindrucken lassen, kennt diese Mannschaft schlecht. Die Tigers blieben unangenehm, suchten den Körper und warteten auf ihre Momente. Einer davon kam spät im ersten Drittel und Stefan Loibl nutzte ihn eiskalt zum 1:1.
Was folgte, war ein Spiel, das immer wieder kippte, ohne je wirklich zu kippen. Chancen auf beiden Seiten, Tempo, Emotionen und immer wieder diese kleinen Explosionen nach dem Pfiff. Mehrfach flogen die Fäuste, unter anderem mit Beteiligung von Lean Bergmann, der nach seiner Verletzungspause ein bemerkenswert intensives Comeback gab.
Der entscheidende Moment kam dann direkt nach Wiederbeginn. Powerplay Berlin, schnelle Scheibenbewegung und wieder Ronning. 2:1, die Halle explodiert. Es sollte das Tor des Abends bleiben.
Danach entwickelte sich ein klassisches Playoff-Ringen. Berlin verteidigte diszipliniert, Straubing drückte. Immer wieder rannten die Tigers an, warfen alles rein, erhöhten im Schlussdrittel den Druck spürbar. Doch entweder fehlte die letzte Präzision oder sie scheiterten an Jonas Stettmer, der im Berliner Tor genau dann zur Stelle war, wenn es brenzlig wurde.
Auf der anderen Seite hielt auch Henrik Haukeland seine Farben lange im Spiel und verhinderte, dass Berlin frühzeitig den Deckel draufmacht. Es blieb eng, es blieb offen bis zur letzten Sekunde.
Straubing ging am Ende volles Risiko, zog den Goalie, spielte mit sechs Feldspielern. Die Scheibe lief, die Chancen waren da. Aber der Ausgleich? Wollte einfach nicht fallen.
So bringen die Eisbären den knappen Vorsprung über die Zeit und setzen ein klares Zeichen in dieser Serie: Sie sind angekommen.
Oder, wie es Coach Serge Aubin treffend formulierte: Man habe „um jeden Zentimeter gekämpft“. Mehr Playoffs geht nicht.
Jetzt geht die Serie nach Niederbayern und spätestens nach diesem Spiel ist klar: Hier entscheidet sich nichts schnell. Hier entscheidet sich alles hart.


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