Wilde Aufholjagd bleibt unbelohnt: München verliert Playoff-Auftakt gegen Ingolstadt

Playoff-Eishockey, Spiel eins und direkt ein wilder Ritt.

Der EHC Red Bull München muss sich zum Auftakt der Viertelfinalserie dem ERC Ingolstadt mit 5:6 geschlagen geben. Ein Spiel, das eigentlich schon entschieden war, wird am Ende doch noch zu einem echten Nervenkrimi mit dem besseren Ende für die Gäste.

Eiskalte Panther bestrafen Münchner Druckphase

München kam gut rein, hatte Tempo, hatte Zug zum Tor aber nicht das erste Tor. Stattdessen schlug Ingolstadt eiskalt zu: Matthew Boucher staubte in der 6. Minute zur Führung ab. Es war sinnbildlich für das, was noch kommen sollte: Der ERC effizient, München bemüht.

Die Red Bulls hatten ihre Chancen, auch im Powerplay, aber Devin Williams ließ sich im ersten Drittel nicht überwinden. So ging’s mit einem knappen 0:1 in die Pause ein Ergebnis, das sich für die Hausherren zu diesem Zeitpunkt noch korrigierbar anfühlte.

Vier Minuten, die das Spiel kippen lassen

Was dann im zweiten Drittel passierte, war der erste echte Wirkungstreffer dieser Serie.

Ingolstadt brauchte keine fünf Minuten, um das Spiel komplett an sich zu reißen: Barber im Powerplay, Abbandonato direkt danach und plötzlich stand es 0:3. Als Agostino in der 26. Minute sogar auf 0:4 stellte, drohte die Partie früh zu kippen.

München wirkte kurz geschockt, fing sich dann aber. McKenna brachte die Red Bulls zurück aufs Scoreboard, Ferguson legte kurz vor der Pause das 2:4 nach. Ein kleiner Hoffnungsschimmer mehr aber auch nicht.

Offener Schlagabtausch im Schlussdrittel

München kam mit Energie aus der Kabine, kassierte aber genau im falschen Moment den nächsten Nackenschlag: Breton vollendete einen Konter zum 2:5.

Es war eines dieser Tore, die sich doppelt schwer anfühlen.

Die Red Bulls rannten an, fanden aber lange kein Mittel bis Oliver David alles auf eine Karte setzte. Extra-Angreifer, Risiko, Chaos vor dem Tor. Rieder traf zum 3:5.

Doch die Antwort kam sofort: Krauß stellte nur Sekunden später wieder auf Drei-Tore-Abstand. Deckel drauf? Eigentlich schon.

Fast-Remontada sorgt für Playoff-Drama

Aber eben nur eigentlich.

Mit dem Mut der Verzweiflung kam München nochmal zurück. Ferguson und Pokka trafen in den letzten zwei Minuten beide mit gezogenem Torhüter. Aus einem klaren Spiel wurde plötzlich ein One-Goal-Game.

Und dann fehlten Zentimeter.

Pokka hatte wenige Sekunden vor Schluss die Verlängerung auf dem Schläger, doch der Puck ging knapp vorbei. Es blieb beim 5:6 und bei der Erkenntnis: Diese Serie hat gerade erst angefangen.

Fazit

Ingolstadt gewinnt Spiel eins, weil sie ihre stärkste Phase gnadenlos ausnutzen. München verliert es, weil genau diese Minuten im zweiten Drittel komplett entgleiten.

Und trotzdem: Die Schlussphase zeigt, dass hier noch nichts entschieden ist.

Oder anders gesagt: Das war genau der Auftakt, den man von einer langen Playoff-Serie erwartet.