Zurück auf der großen Bühne: Deutschlands Para Eishockey Team kämpft sich auf Platz sechs

Zwanzig Jahre können im Sport eine Ewigkeit sein. Für das deutsche Para-Eishockey bedeuteten sie vor allem eines: warten. Warten auf die Rückkehr zu den Paralympics, auf die Chance, sich wieder mit den besten Teams der Welt zu messen. Bei den 2026 Winter Paralympics in Milan war es schließlich soweit und auch wenn am Ende „nur“ Platz sechs stand, fühlte sich das Turnier für das deutsche Team wie ein Neuanfang an.

Ein Team zwischen Generationen

Der deutsche Kader erzählte schon vor dem ersten Bully eine besondere Geschichte. Zwischen dem jüngsten Spieler Jano Bußmann (19) und dem Routinier Jörg Wedde (60) lagen mehr als vier Jahrzehnte. Wedde, der bereits 2006 bei den Paralympics in Turin dabei gewesen war, wurde damit nicht nur zum ältesten Spieler des Teams er war auch ein lebendes Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart des deutschen Para-Eishockeys.

Viele seiner Mitspieler waren dagegen zum ersten Mal auf paralympischem Eis. Insgesamt 13 Spieler feierten ihr Debüt. Namen wie Steven Betz, Jan Malte Brelage, Marcel Malchin oder Felix Schrader repräsentieren eine Generation, die das deutsche Para-Eishockey gerade neu aufbaut.

Trainiert wurde die Mannschaft von Peter Willmann, der seit Jahren daran arbeitet, die kleine, aber leidenschaftliche Szene in Deutschland konkurrenzfähig zu machen.

Harte Realität gegen die Weltspitze

Schon in der Vorrunde wurde deutlich, wie groß der Abstand zur absoluten Weltspitze noch ist. Gegen die professionell strukturierten Programme aus den USA und China war für die deutsche Mannschaft wenig zu holen.

Die United States Para Ice Hockey Team und das China Para Ice Hockey Team dominieren den Sport seit Jahren mit Vollzeit-Athleten, professionellen Trainingszentren und deutlich größerem Budget. Deutschland dagegen besteht größtenteils aus Spielern, die neben Beruf und Alltag trainieren.

Das spiegelte sich auch in den Ergebnissen wider. Zwei deutliche Niederlagen gegen die Topfavoriten und eine knappe Pleite gegen Gastgeber Italy Para Ice Hockey Team bedeuteten: Die Medaillenrunde blieb außer Reichweite.

Der kleine große Moment

Doch die Geschichte dieses Turniers wird in Deutschland nicht wegen der Niederlagen erzählt.

In den Platzierungsspielen gelang der Mannschaft ein Sieg der erste deutsche Paralympics-Erfolg im Para-Eishockey seit rund zwei Jahrzehnten. Ein Moment, der auf der Anzeigetafel vielleicht unspektakulär wirkte, für die Spieler selbst aber enorm viel bedeutete.

Am Ende stand nach der Niederlage im Spiel um Platz fünf gegen Italien ein sechster Platz.

Kein Podium. Keine Medaille.

Aber ein Ergebnis, das zeigt: Deutschland ist wieder da.

Mehr als nur ein Turnier

Wer das deutsche Team während des Turniers beobachtete, merkte schnell, dass es hier um mehr ging als um Platzierungen. Es ging um Sichtbarkeit für eine Sportart, die in Deutschland immer noch im Schatten steht. Um Nachwuchs, Strukturen und darum, überhaupt wieder regelmäßig gegen die Weltelite spielen zu können.

Der sechste Platz bei den Paralympics mag statistisch unscheinbar wirken. Doch für das deutsche Para-Eishockey könnte er der Startpunkt einer neuen Entwicklung sein.

Denn nach zwanzig Jahren Pause gilt vor allem eines:

Der Weg zurück hat gerade erst begonnen.