Sieben Arenen, ein Tabellenpuzzle, der DEL-Showdown am letzten Spieltag

Es ist dieser eine Nachmittag, an dem die Tabelle noch einmal zum lebenden Organ wird. An dem jede Strafzeit, jedes Tor und jeder Videobeweis eine Kettenreaktion auslösen kann. Am heutigen Sonntag endet die Hauptrunde der PENNY DEL und selten war ein letzter Spieltag so aufgeladen wie dieser.

Sieben Arenen, sieben Spiele, alle zeitgleich um 14 Uhr. Während auf den Rängen schon die ersten Playoff-Gesänge geprobt werden, kämpfen auf dem Eis noch mehrere Teams um entscheidende Zentimeter in der Tabelle.

Ganz oben ist der Kampf um die Hauptrundenkrone noch nicht endgültig entschieden. Die Kölner Haie gehen mit der besten Ausgangsposition in den finalen Spieltag. Ein Sieg bei den Straubing Tigers würde ihnen Platz eins und damit das Heimrecht bis in ein mögliches Finale sichern. Doch genau dort wartet ein Gegner, der selbst noch Ambitionen hat. Straubing könnte mit einem eigenen Erfolg ebenfalls nach ganz oben greifen vorausgesetzt, die Konkurrenz spielt mit.

Im Hintergrund lauern außerdem die Adler Mannheim, die parallel gegen die Schwenninger Wild Wings antreten. Ein Sieg könnte Mannheim abhängig von den Ergebnissen der direkten Konkurrenten noch auf den Thron der Hauptrunde heben. Es ist also eines dieser seltenen Szenarien, in denen drei Teams gleichzeitig auf Tabellenplatz eins schielen dürfen.

Doch mindestens genauso elektrisierend ist der Blick auf die Linie zwischen Platz sechs und sieben. Diese unscheinbare Grenze entscheidet darüber, ob eine Mannschaft direkt ins Viertelfinale einzieht oder den Umweg über die Pre-Playoffs nehmen muss.

Die Eisbären Berlin verteidigen derzeit genau diesen sechsten Rang. Doch ihre Aufgabe hat es in sich: Mit dem EHC Red Bull München kommt ein Schwergewicht der Liga in die Hauptstadt. Parallel versuchen die Fischtown Pinguins Bremerhaven, im Heimspiel gegen die Dresdner Eislöwen Druck auszuüben. Ein Berliner Ausrutscher und Bremerhaven könnte noch vorbeiziehen.

Auch der ERC Ingolstadt ist in diesem Szenario nicht komplett raus aus dem Rennen um die direkte Viertelfinalqualifikation. Allerdings müssen die Panther zunächst ihre Hausaufgaben bei den Iserlohn Roosters erledigen.

Darunter beginnt das übliche Gedränge um die Pre-Playoff-Plätze. Zwischen Rang sieben und zehn geht es weniger um das „Ob“ als um das „Wie“. Heimrecht kann in einer Best-of-Three-Serie Gold wert sein. Teams wie die Nürnberg Ice Tigers, die Grizzlys Wolfsburg oder die Löwen Frankfurt versuchen deshalb, sich die bestmögliche Ausgangsposition für die erste K.-o.-Runde zu sichern.

Der Modus ist bekannt, aber an Tagen wie diesem wirkt er besonders brutal: Die Teams auf den Plätzen eins bis sechs ziehen direkt ins Viertelfinale ein. Rang sieben bis zehn müssen den Umweg über die Pre-Playoffs gehen zwei kurze Serien, in denen eine schlechte halbe Stunde die gesamte Saison beenden kann.

Und genau deshalb bekommt dieser letzte Spieltag seine besondere Dramaturgie. In manchen Arenen wird es um Tabellenführung und Heimrecht gehen, in anderen um das nackte Überleben im Playoff-Rennen. Die Liga hat schon viele dramatische Schlussakkorde erlebt doch heute ist wieder alles angerichtet für einen dieser Nachmittage, an denen der Blick ständig zwischen Spielstand, Tabelle und Live-Ticker pendelt.

Wenn am frühen Abend die Schlusssirenen durch die Arenen hallen, wird die Tabelle endgültig stillstehen. Dann beginnt das, worauf alle seit September hinarbeiten: die Zeit, in der jede Serie eine Geschichte schreibt und jede Schicht ein kleines Kapitel.

Die Playoffs warten schon.