Bremerhavener Comeback Qualitäten: Pinguins drehen wildes Spiel in Nürnberg

Es könnte gut sein, dass sich beide Teams schon sehr bald wiedersehen. Vielleicht schon am Dienstag, wenn es ernst wird. Das Duell zwischen den Nürnberg Ice Tigers und den Fischtown Pinguins am Freitagabend war jedenfalls schon einmal ein Vorgeschmack auf mögliche Playoff-Härte intensiv, emotional und mit reichlich Toren. Am Ende setzten sich die Norddeutschen mit 6:4 durch und nahmen drei wichtige Punkte mit an die Küste.

Unter den Augen von Bundestrainer Harold Kreis entwickelte sich in der Arena Nürnberger Versicherung ein temporeiches Spiel mit vielen Wendungen. Bremerhaven trat dabei mit exakt jener Formation an, die in den vergangenen Wochen für Stabilität gesorgt hatte. Kapitän Jan Urbas und Nico Krämmer fehlten weiterhin.

Gudlevskis hält, Verlic antwortet

Zunächst aber gehörte die Bühne den Gastgebern. Nach ausgeglichenen Anfangsminuten übernahmen die Ice Tigers zunehmend die Initiative und schnürten die Gäste phasenweise ein. Tyler Spezia und vor allem Cole Maier hatten beste Möglichkeiten, doch Bremerhavens Torhüter Kristers Gudlevskis zeigte mehrfach seine Klasse. Auch als Roman Kechter nur den Pfosten traf, blieb der Letten-Schlussmann Sieger.

In der 15. Minute war jedoch auch er machtlos: Eugen Alanov drückte den Puck aus kurzer Distanz über die Linie und brachte Nürnberg verdient in Führung. Lange hielt diese allerdings nicht. Nur 64 Sekunden später ließ Evan Fitzpatrick einen Distanzschuss von Phillip Bruggisser nach vorne prallen und Miha Verlic reagierte am schnellsten. Der Stürmer staubte zum 1:1 ab und erzielte damit bereits sein 17. Saisontor.

Hitziger Mittelabschnitt

Der Mittelabschnitt brachte Tempo, Emotionen und Tore. Charlie Gerard sorgte mit einer spektakulären Einzelleistung zunächst für das 2:1 der Ice Tigers. Slalom durch die Bremerhavener Defensive, Abschluss unter die Latte ein Treffer der Kategorie „Highlight“.

Nürnberg blieb dran und nutzte kurz darauf eine Überzahlsituation. Nach einem geblockten Schuss legte Roman Kechter quer auf William Graber, der aus dem Handgelenk zum 3:1 traf.

Doch die Pinguins zeigten einmal mehr ihre Comeback Qualitäten. Nur eine Minute später verkürzte Neuzugang C. J. Smith nach einem Abpraller auf 3:2. Und in der 32. Minute war die Partie wieder völlig offen: Christian Wejse schloss einen Zwei-auf-eins-Konter eiskalt ab und jagte die Scheibe zum 3:3 in den Winkel.

Gerard trifft, Abt entscheidet

Auch im Schlussdrittel starteten die Franken besser. Gerade einmal 94 Sekunden waren gespielt, als Gerard erneut seine Klasse zeigte. Nach einem langen Pass aus dem eigenen Drittel lief er alleine auf Gudlevskis zu und verwandelte per Rückhand zum 4:3.

Doch wieder fanden die Pinguins eine Antwort. Diesmal dauerte es nur wenige Minuten, bis Verlic vor dem Nürnberger Tor völlig frei stand und einen Querpass zum 4:4 verwertete.

Das Spiel blieb offen, Chancen gab es auf beiden Seiten. Den entscheidenden Treffer setzten jedoch die Gäste. In der 51. Minute gewann Nino Kinder einen Zweikampf an der Bande und legte perfekt für Matthew Abt auf. Der Verteidiger zog aus dem Slot direkt ab 5:4 für Bremerhaven.

Nürnberg versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, doch die Pinguins verteidigten leidenschaftlich. 46 Sekunden vor dem Ende machte Kinder mit einem Treffer ins leere Tor endgültig den Deckel drauf.

Showdown am Sonntag

Während parallel Titelverteidiger Berlin sein Spiel gegen Mannheim gewann, bleibt es im Kampf um Platz sechs spannend. Die Pinguins liegen vor dem letzten Spieltag zwei Punkte hinter den Eisbären und benötigen Schützenhilfe.

Am Sonntag empfangen die Bremerhavener Dresden in der heimischen Eisarena. Berlin trifft auf München. Und ganz unabhängig vom Ausgang dieser Spiele: Das turbulente Duell in Nürnberg könnte erst der Anfang gewesen sein. Ein Wiedersehen beider Teams dann in den Playoffs scheint alles andere als ausgeschlossen.