Haie ohne Punch: Köln verliert in Mannheim deutlich und beißt sich an Berlin die Zähne aus

Manchmal reichen zwei Spiele, um eine kleine Erfolgswelle abrupt zu stoppen. Für die Kölner Haie war genau das an diesem Wochenende der Fall. Erst setzte es in Mannheim eine deutliche 1:5-Niederlage, zwei Tage später folgte im letzten Hauptrunden-Heimspiel ein bitteres 0:1 gegen Berlin. Zwei Spiele, null Punkte, nur ein eigenes Tor und plötzlich wirkt der Rhythmus der letzten Wochen verschwunden.

Mannheim nutzt seine Momente

Dabei begann der Abend in Mannheim durchaus vielversprechend. Die Partie in der ausverkauften SAP Arena war von Beginn an intensiv, eng geführt und geprägt von zwei aufmerksamen Torhütern. Köln kam zu Möglichkeiten durch Storm, Schnarr und Tuomie letzterer traf im Powerplay sogar nur die Latte. Es fehlten Zentimeter.

Mannheim dagegen brauchte weniger Chancen. Kurz vor der ersten Pause wurde ein Schuss von Justin Schütz entscheidend abgefälscht 1:0 für die Gastgeber. Ein Treffer, der zum Spielverlauf passte: Die Adler wirkten einen Tick griffiger, einen Tick direkter.

Im zweiten Drittel mussten die Haie zunächst Unterzahl überstehen. Das gelang auch dank eines starken Janne Juvonen im Tor. Und dann kam Köln tatsächlich zurück ins Spiel. In der 36. Minute zog Juhani Tyrväinen über rechts an, legte in die Mitte, wo ausgerechnet Ex-Adler Ryan MacInnis einschob: 1:1.

Der Ausgleich hielt allerdings nicht lange. Mannheim schlug kurz vor der Pause eiskalt zu. Erst traf Bennett, dann erneut Schütz zwei Tore innerhalb weniger Sekunden, die das Spiel praktisch entschieden. Aus einem offenen Spiel wurde plötzlich ein 1:3-Rückstand.

Im Schlussdrittel fehlte Köln dann die Durchschlagskraft. Mannheim dagegen nutzte seine Chancen konsequent: O’Donnell staubte zum 4:1 ab, Gilmour erhöhte wenig später auf 5:1. Eine klare Niederlage und die erste seit der Olympia-Pause.

Stettmer macht die Tür zu

Zwei Tage später bot sich den Haien die Chance zur Reaktion im letzten Hauptrunden-Heimspiel gegen Berlin. Die LANXESS arena war zum neunten Mal in Folge ausverkauft, die Stimmung entsprechend laut. Auf dem Eis entwickelte sich ein intensives Spiel, in dem Kleinigkeiten entscheiden sollten.

Köln startete ordentlich und kam früh zu Chancen. MacLeod hatte im Powerplay eine gute Möglichkeit, doch Berlins Torhüter Jonas Stettmer las den Querpass stark. Auch Kammerer und Tuomie fanden zunächst keinen Weg vorbei.

Berlin wartete geduldig und nutzte seine Gelegenheit kurz vor der ersten Pause. In einer Druckphase tauchte Andreas Eder am zweiten Pfosten auf und drückte einen Pass von Vikingstad über die Linie. 0:1 nach 19 Minuten.

Der Rest des Spiels wurde zum Geduldsspiel. Köln arbeitete, kämpfte und kam immer wieder in gute Abschlusspositionen. Tyrväinen, Kammerer und Storm hatten im zweiten Drittel Chancen auf den Ausgleich. Doch Stettmer blieb fehlerfrei.

Auch im Schlussdrittel änderte sich das Bild kaum. Berlin verteidigte kompakt, Köln rannte an. Selbst mit extra Feldspieler in den letzten Minuten wollte der Puck nicht mehr über die Linie. Nach 60 Minuten blieb es beim knappen 0:1.

Viel Aufwand, wenig Ertrag

Unterm Strich stehen zwei Niederlagen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. In Mannheim fehlte den Haien über weite Strecken der Zugriff, gegen Berlin dagegen die letzte Konsequenz im Abschluss.

Besonders bitter: Trotz 27 Schüssen blieb Köln zum zweiten Mal in dieser Saison ohne eigenen Treffer und verabschiedete sich mit einer seltenen Heimniederlage aus der Hauptrunde. Immerhin bleibt eine beeindruckende Bilanz: 20 Siege in 26 Heimspielen und ein Zuschauerschnitt von 18.112 Fans europäischer Rekord.

Jetzt geht es zum Hauptrunden-Endspurt noch zweimal auswärts weiter: zuerst nach Wolfsburg, dann nach Straubing. Zwei Spiele, in denen die Haie ihren Offensivrhythmus dringend wiederfinden müssen. Denn die Playoffs warten nicht.