
Freitagabend. 19:30 Uhr. Sieben Arenen. Ein Spieltag, der sich nicht wie „nur“ Hauptrunde anfühlt, sondern wie der inoffizielle Auftakt der Playoffs.
Willkommen zum 46. Spieltag der PENNY DEL.
Crunch Time ist keine Floskel mehr
Ende Februar ist die Phase, in der Ausreden verdampfen. Müdigkeit zählt nicht mehr, Verletzungen sind Alltag, und „wir haben noch Zeit“ steht endgültig nicht mehr auf dem Whiteboard. Jede Schicht, jeder Wechsel, jedes Bully bekommt plötzlich dieses kleine Extra an Bedeutung.
Die Tabelle ist eng. Die direkte Viertelfinal-Qualifikation ist kein Selbstläufer. Und selbst Teams im gesicherten Mittelfeld wissen: Ein Heimrecht im Pre-Playoff kann Gold wert sein. Heute geht es also nicht nur um zwei Punkte es geht um Ausgangspositionen.
Köln gegen Ingolstadt: Statement oder Stolperfalle?
Köln hat sich in den letzten Wochen als ernstzunehmender Faktor im oberen Tabellendrittel etabliert. Struktur im Spielaufbau, geduldige Breakouts, dazu eine offensive Effizienz, die nicht spektakulär, aber brutal effektiv ist.
Ingolstadt hingegen lebt von seiner Kompaktheit. Kaum Raum im Slot, aggressive Sticks in den Passwegen, schnelles Umschalten. Das ist kein Spiel, das von Highlight-Toren lebt sondern von Geduld, Special Teams und der Frage: Wer gewinnt das territoriale Duell?
Wenn Köln das Tempo diktiert, wird es schwer für die Gäste. Wenn Ingolstadt das Spiel zäh macht, könnte es genau der enge 3:2-Abend werden, den man im März noch oft sehen wird.
Berlin unter Druck und genau da gefährlich
Berlin kennt diese Phase. Die Eisbären sind keine Mannschaft, die in Panik verfällt, wenn es tabellarisch enger wird. Aber klar ist: Die direkte Viertelfinal Qualifikation ist kein Selbstläufer mehr.
Das Duell gegen Iserlohn wirkt auf dem Papier klarer, als es auf dem Eis sein wird. Die Roosters sind unangenehm, physisch, und sie spielen in solchen Spielen oft befreiter als ihre Gegner. Für Berlin wird entscheidend sein, wie sauber sie aus der eigenen Zone kommen. Turnover im Mittelbereich und Iserlohn ist da.
Es ist eines dieser Spiele, in denen man viel über Playoff-Reife lernen kann.
Dresden gegen Nürnberg Offensivfreude garantiert?
Dresden braucht Punkte. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Und Nürnberg bringt genau die Art Spiel mit, die so ein Duell öffnen kann: aktive Verteidiger, Mut in der Vorwärtsbewegung, Risiko im zweiten Drittel.
Das riecht nach Tempo. Nach Special Teams Schlachten. Nach einem Abend, an dem das 5:4 näher ist als das 2:1. Wenn beide Teams ins Laufen kommen, könnte das das unterhaltsamste Spiel des Abends werden.
München, Mannheim, Bremerhaven die stille Spannung
Während viel über die direkte Qualifikation gesprochen wird, läuft im Hintergrund der Kampf um Heimrecht. München ist jederzeit in der Lage, Spiele im Alleingang zu kippen vor allem, wenn die individuelle Klasse in Überzahl greift.
Mannheim wiederum wirkt stabilisiert. Weniger Chaos, klarere Strukturen. In Bremerhaven wartet allerdings eines der unangenehmsten Auswärtsspiele der Liga: enge Räume, viel Druck auf die Scheibe, kaum leichte Meter.
Das sind diese Spiele, in denen Meisterschaftsambitionen sichtbar werden oder eben nicht.
Was Fans heute erwarten dürfen
– Playoff-Intensität im Februar
– Verkürzte Bänke im Schlussdrittel
– Mehr geblockte Schüsse als noch im Oktober
– Trainer, die bei 3:3 sechs Minuten vor Schluss bereits im Kopf Overtime simulieren
Und vor allem: Spiele, in denen Momentum nicht nur ein Wort ist, sondern ein spürbarer Faktor.
Der 46. Spieltag ist keiner, den man nebenbei laufen lässt. Er ist einer, bei dem man merkt: Die Liga zieht an. Die Körper werden schwerer, die Checks härter, die Fehler teurer.
Freitagabend in der DEL bedeutet heute nicht Unterhaltung.
Es bedeutet Richtung.
Und wer jetzt ins Rutschen gerät, hat im März keine Zeit mehr, die Schlittschuhe neu zu schnüren.


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