
Die Lizenzunterlagen sind raus und wie so oft ist das Ende Februar im deutschen Eishockey mehr als nur ein bürokratischer Pflichttermin. Alle 14 Clubs der PENNY DEL haben fristgerecht ihre Anträge für die Saison 2026/27 eingereicht. Formal ist das Routine. Inhaltlich ist es ein Fingerzeig: Die Liga bleibt stabil und die Tür nach oben steht offen.
Denn aus der DEL2 haben gleich sechs Standorte ebenfalls Unterlagen eingereicht. Für den Fall der Fälle. Für den sportlichen Erfolg. Für den großen Wurf.
Sechs Bewerber sechs Geschichten
Kassel Huskies
Kassel denkt seit Jahren DEL. Wirtschaftlich solide, infrastrukturell ambitioniert, sportlich regelmäßig im oberen Tabellendrittel die Huskies wirken wie ein Club, der vorbereitet sein will, wenn sich das Fenster öffnet. Der Standort bringt Zuschauer, Professionalität und den klaren Willen zurück ins Oberhaus.
Krefeld Pinguine
Der Name atmet DEL-Historie. Krefeld ist kein Emporkömmling, sondern ein Rückkehrkandidat. Nach dem Abstieg wurde konsolidiert, restrukturiert und sportlich neu aufgebaut. Die Bewerbung ist ein deutliches Signal: Die Pinguine wollen zurück auf die große Bühne aber diesmal nachhaltiger.
Düsseldorfer EG
Tradition verpflichtet und die DEG ist einer der klangvollsten Namen im deutschen Eishockey. Sollte sich sportlich die Chance ergeben, wäre ein Aufstieg nicht nur sportlich relevant, sondern auch emotional. Düsseldorf gehört historisch ins Oberhaus. Doch Geschichte allein reicht nicht – die wirtschaftlichen Hausaufgaben müssen passen.
Starbulls Rosenheim
Rosenheim ist vielleicht die spannendste Geschichte im Bewerberfeld. Der Standort hat sich in den vergangenen Jahren strukturell stark entwickelt. Mit klarer Handschrift, regionaler Verwurzelung und wachsender Professionalität haben sich die Starbulls wieder in eine Position gebracht, in der man zumindest über DEL nachdenken darf.
Ravensburg Towerstars
Ravensburg kennt das Spiel. Mehrfach sportlich oben dabei, mehrfach mit der Aufstiegsfrage konfrontiert. Die Towerstars gelten als einer der konstantesten DEL2-Standorte der vergangenen Jahre. Ihre Bewerbung ist keine Überraschung sondern Ausdruck eines langfristigen Anspruchs.
EV Landshut
Tradition, Nachwuchsarbeit, Fanbasis Landshut bringt vieles mit, was eine DEL-Organisation auszeichnet. Sportlich schwankend, strukturell jedoch ambitioniert. Die Bewerbung zeigt: Auch hier will man vorbereitet sein, sollte sich die Tür öffnen.
Was bedeutet das konkret?
Ein eingereichter Lizenzantrag ist noch kein Aufstieg. Er ist die Eintrittskarte zur Prüfung. Entscheidend bleibt die sportliche Qualifikation also die Meisterschaft in der DEL2 kombiniert mit dem wirtschaftlichen und infrastrukturellen Nachweis der DEL-Tauglichkeit.
Für die PENNY DEL selbst ist die geschlossene Einreichung aller 14 aktuellen Clubs ein Zeichen von Stabilität. Kein Wackelkandidat, kein öffentliches Zögern. Die Liga wirkt geschlossen.
Spannend wird es dennoch:
Sollte ein DEL2-Club sportlich Meister werden und die Lizenz erhalten, kommt Bewegung ins Oberhaus. Gelingt das nicht, bleibt alles wie gehabt.
Bis dahin ist es das, was Eishockey in dieser Phase so besonders macht: ein Spiel auf zwei Ebenen. Auf dem Eis wird um Tore gekämpft. Hinter den Kulissen um Zahlen, Konzepte und Zukunftsfähigkeit.
Und manchmal entscheidet beides gemeinsam über eine ganze Saison.


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