
Halbfinale. Große Bühne. Olympische Winterspiele Milano Cortina 2026.
Und mittendrin die Kanada Frauen Eishockeynationalmannschaft gegen die Schweizer Frauen Eishockeynationalmannschaft.
Es war das erwartete Spiel und irgendwie dann doch nicht.
Kanadas Druckwelle und eine Kapitänin mit Killerinstinkt
Kanada begann wie ein Titelverteidiger beginnt: mit Scheibenbesitz, mit Tiefe im Kader, mit permanentem Vorwärtsgang. Die Schussstatistik (46:8) erzählt nur einen Teil der Geschichte. Der andere heißt Marie-Philip Poulin.
Zweites Drittel. 22. Minute. Ein kleiner Moment Unordnung Poulin nutzt ihn. 1:0.
Keine Hektik, kein Zögern. Nur Abschluss.
Sechs Minuten später das Déjà-vu: Scheibe im Slot, minimale Lücke, wieder Poulin. 2:0.
Es sind genau diese Sequenzen, die große Turniere entscheiden. Keine spektakulären Sololäufe, sondern Präzision im entscheidenden Augenblick.
Kanada spielte abgeklärt, strukturiert, fast schon routiniert dominant. Aber: Die Schweiz brach nicht.
Schweizer Widerstand strukturiert, diszipliniert, geduldig
Wer nur auf die Schüsse schaut, übersieht die eigentliche Leistung der Schweizerinnen. Defensiv kompakt. Boxplay diszipliniert. Kaum einfache Turnover im Zentrum. Die Räume eng, die Wege klar.
Und dann das dritte Drittel.
Ein Wechsel mit Tempo, eine saubere Scheibenverlagerung, Präsenz vor dem Tor und Rahel Enzler trifft.
Vorbereitet von Alina Müller und Lara Stalder.
2:1.
Plötzlich war da Nervosität im kanadischen Spiel. Plötzlich war da Glaube auf der Schweizer Bank. Für ein paar Minuten kippte die Dynamik nicht statistisch, aber emotional.
Warum es am Ende trotzdem nicht reichte
Kanada machte das, was Spitzenteams machen: Sie verwalteten nicht, sie kontrollierten. Puck tief, Wechsel sauber, keine wilden Scheibenverluste an der blauen Linie. Die Uhr wurde zum Verbündeten.
Die Schweiz kam nicht mehr in die ganz große Ausgleichschance. Zu wenig Abschlüsse aus dem Slot, zu selten zweite Rebounds. Der Mut war da aber Kanada ließ keinen offenen Raum.
Was bleibt?
Für Kanada: Finaleinzug. Und einmal mehr der Beweis, dass ihre Führungsspielerinnen in K.o.-Spielen liefern.
Für die Schweiz: Stolz. Und die Erkenntnis, dass man auf dieser Bühne nicht nur mitspielen, sondern phasenweise Druck erzeugen kann. Das 1:2 war kein Klassenunterschied es war Effizienz gegen Widerstand.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieses Halbfinals:
Die Schweiz ist nicht mehr nur Außenseiterin. Sie ist Herausforderin.


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