Als das Spiel kippte: Dänemark verliert gegen effiziente Amerikaner

Mailand. Es war eines dieser Spiele, bei denen du nach dem ersten Drittel denkst: Heute geht was. Und nach 60 Minuten weißt du: Gegen diese USA darfst du dir einfach keine fünf schwachen Minuten erlauben.

Dänemark verliert bei den Olympischen Winterspielen 2026 in der Vorrunde mit 3:6 gegen die USA und trotzdem erzählt das nackte Ergebnis nur die halbe Wahrheit.

Früher Mut, frühe Führung

Schon nach 100 Sekunden bringt Nick Olesen die Dänen in Front. Mutig, direkt, ohne Respekt. Genau so musst du gegen die USA spielen. Als Matt Boldy wenig später ausgleicht, bleibt Dänemark stabil und geht durch Nicholas B. Jensen erneut in Führung.

2:1 nach dem ersten Drittel. Verdient.

Die Dänen standen kompakt, hielten die Mitte dicht und zwangen die Amerikaner immer wieder nach außen. Kein wildes Hinterherlaufen, kein nervöses Puck-Geschiebe. Struktur.

Die fünf Minuten, die alles kippen

Dann kommt dieses zweite Drittel. Und mit ihm das Tempo, das nur eine US-Auswahl gehen kann.

Brady Tkachuk gleicht aus.

Jack Eichel dreht das Spiel.

Noah Hanifin legt nach.

Innerhalb weniger Minuten kippt die Partie komplett. Nicht, weil Dänemark plötzlich schlecht verteidigt sondern weil die USA das Tempo anziehen und jede kleine Unordnung sofort bestrafen.

Dänemark verkürzt noch einmal durch Phillip Bruggisser zum 3:4. Das war wichtig. Mental. Aber man spürte: Die Amerikaner hatten jetzt die Kontrolle.

Schüsse, Druck, Realität

47:21 Torschüsse zugunsten der USA. Diese Zahl erzählt die physische Wahrheit dieses Spiels.

Mads Sogaard hielt die Dänen lange im Spiel, bekam viel Verkehr vor dem Tor, viel Tempo aus dem Slot. Später kam Frederik Dichow nicht als Bankrotterklärung, sondern als Reiz. Doch im dritten Drittel machten Jake Guentzel und Jack Hughes endgültig den Deckel drauf.

6:3. Klarer, als es sich zwischenzeitlich anfühlte.

Was bleibt?

Dänemark hat gezeigt, dass es mitgehen kann. Dass es mutig spielen kann. Dass es Struktur hat. Aber gegen ein Team mit dieser individuellen Klasse und diesem Tempo musst du über 60 Minuten nahezu fehlerfrei sein.

Und genau da liegt der Unterschied.

Die USA wirken in der Vorrunde wie ein Titelkandidat schnell, tief besetzt, effizient. Dänemark dagegen wie ein Team, das unangenehm ist, das dich ärgern kann, das aber noch einen Schritt braucht, um solche Spiele wirklich zu ziehen.

Das Positive?

Du führst 2:1 gegen die USA bei Olympia. Das ist kein Zufall.

Die Realität?

Gegen diese Amerikaner reicht ein gutes Drittel nicht.


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