
Manchmal sind das die gefährlichsten Spiele. Nicht wegen des Gegners. Sondern wegen der Erwartung.
Deutschland gegen Italien, olympische Vorrunde, Gastgeber, Pflichtsieg-Etikett. Du weißt vorher: Wenn du hier schlampst, wird’s ungemütlich. Wenn du gewinnst, klatschen wenige denn wie Kobe Bryant schon sagte „wir sind noch nicht fertig.“
Deutschland gewinnt. 2:1.
Und das ist völlig okay.
Kontrolle ohne Belohnung
Deutschland startet ordentlich. Struktur da, Beine da, Scheibe meistens da. Aber Tore? Fehlanzeige. Italien braucht nicht viel, um gefährlich zu werden und nutzt genau das.
Führung Italien im zweiten Drittel. Halle da. Spiel kurz offen. Das ist der Moment, in dem Spiele kippen können. Oder Mannschaften zeigen, dass sie weiter sind.
Der Ausgleich, der alles beruhigt
Emily Nix gleicht aus. Kein Zufallstor, kein Chaos. Einfach ein Play, das funktioniert, weil es funktionieren soll.
Plötzlich wirkt das deutsche Spiel wieder klarer. Weniger Hektik. Weniger Fragezeichen. Mehr Okay, wir machen das jetzt so weiter.
Kein Jubelsturm. Aber innere Ordnung.
Erwachsen statt spektakulär
Das dritte Drittel ist kein Lehrvideo für Nachwuchstrainer. Aber es ist ein Lehrvideo für Turniere.
Deutschland bleibt ruhig. Zieht das Spiel an sich. Lässt Italien laufen. Wartet.
Der Siegtreffer fällt nicht, weil jemand zaubert, sondern weil Deutschland bleibt. Druck hält. Geduldig ist. Und irgendwann reicht es.
Mehr muss es manchmal nicht sein.
Was dieses Spiel war und was nicht
Das war kein Statement.
Das war kein Ausrufezeichen.
Das war ein „Wir wissen, was wir tun“.
Deutschland steht im Viertelfinale. Platz zwei in der Gruppe. Mission Vorrunde erledigt. Und vielleicht noch wichtiger: Diese Mannschaft wirkt nicht nervös, nicht überdreht, nicht auf der Suche nach sich selbst.
Baustellen gibt’s trotzdem
Klar gibt es Punkte, über die man reden kann Chancenverwertung, Umschaltspiel, und frühe Gegentore vermeiden.
Aber das hier war ein Spiel, das man verlieren kann.
Und Deutschland hat es nicht verloren.
Warum Turniere solche Spiele lieben
Später erinnert sich niemand an das Ergebnis gegen Italien. Aber Mannschaften erinnern sich daran, wie sie solche Spiele gewonnen haben.
Und manchmal ist genau das der Unterschied zwischen „gut gespielt“ und „weit gekommen“.
Deutschland ist noch nicht fertig, und Olympia für diese Mannschaft noch nicht vorbei.



Hinterlasse einen Kommentar