Es gibt diese Momente im Eishockey, die sich nicht laut ankündigen. Keine Pyro, kein Videoclip, kein großes Tamtam. Und trotzdem weißt du sofort: Das hier bedeutet etwas.

Leon Draisaitl wird Kapitän der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen 2026.

Unterstützt von zwei Spielern, die sinnbildlich für die Zukunft stehen: Moritz Seider und Tim Stützle tragen das „A“.

Ein Leadership-Trio, das vor zehn Jahren noch wie Fan-Fiction geklungen hätte. Heute fühlt es sich fast zwingend an.

Vom Ausnahmetalent zum Fixstern

Dass Leon Draisaitl Weltklasse ist, müssen wir niemandem mehr erklären. Hart Trophy, Art Ross, Rocket Richard die Trophäen stehen irgendwo in Edmonton, die Zahlen kennen wir auswendig. Aber Olympia ist kein NHL-Scoreboard. Olympia ist Identität. Verantwortung. Symbolik.

Und genau hier wird die Kapitänsentscheidung spannend.

Draisaitl ist kein Kapitän der großen Gesten. Kein Lautsprecher. Kein Brusttrommler. Er führt nicht mit Reden, sondern mit Präsenz. Mit Shift für Shift. Mit dem Wissen: Wenn es eng wird, ist er da.

An seiner Seite:

Moritz Seider, der Verteidiger, der mit 22 Jahren wirkt, als hätte er schon zehn Playoff-Runs hinter sich. Und Tim Stützle, Kreativmotor, Spielbeschleuniger, Unterschiedsspieler immer an der Kante, immer im Spiel.

Drei Rollen. Drei Persönlichkeiten. Ein klares Bild.

Eine Mannschaft, die an sich glaubt

Das DEB-Team 2026 ist kein Außenseiterprojekt mehr. Mit Draisaitl als Kapitän, Seider und Stützle als Assistenten steht da eine Hierarchie, die nicht konstruiert wirkt, sondern gewachsen ist.

NHL ist für diese Generation kein Traum mehr es ist Alltag. Und die Silbermedaille von 2018 ist kein Märchen, sondern Referenzpunkt. Ein Beweis dafür, was möglich ist, wenn alles zusammenkommt.

Das „C“ und die beiden „A“s sind dabei weniger Auszeichnung als Verantwortung. Sie markieren, wer dieses Team auf und neben dem Eis trägt, wenn der Druck steigt.

Olympia ist anders

Für Draisaitl selbst wird es die erste Olympia-Teilnahme. Keine NHL-Freigabe 2018, kein Peking 2022. Mailand und Cortina sind sein Debüt und vielleicht sein emotionalstes Turnier überhaupt.

Mit Seider und Stützle an seiner Seite steht er dabei nicht über dem Team, sondern mitten in ihm. Drei Spieler, drei Rollen, ein gemeinsamer Anspruch: Deutschland nicht überraschen zu lassen, sondern ernst genommen zu werden.

Kein Superstar-Team. Ein echtes Team.

Das vielleicht Wichtigste: Diese Rollenverteilung verändert niemanden. Draisaitl bleibt Draisaitl. Seider bleibt kompromisslos. Stützle bleibt kreativ. Keine Allüren, keine Ego-Shows, kein falsches Pathos.

Und genau deshalb funktioniert es.

Leon Draisaitl trägt das „C“, Moritz Seider und Tim Stützle die „A“s nicht, um größer zu wirken als das Team. Sondern um zu zeigen, wie stark dieses Team inzwischen ist.

Olympia 2026 wird kein Selbstläufer.

Aber mit dieser Führung fühlt es sich so an, als wäre deutsches Hockey angekommen.

Nicht als Überraschung.

Sondern als Faktor.