Härtetest zum Auftakt: DEB-Frauen starten ins olympische Abenteuer Schweden wartet

Es ist Donnerstagmittag, 12:10 Uhr, und die Milano Rho Ice Hockey Arena wird zur Bühne eines Moments, auf den viele im deutschen Eishockey lange gewartet haben: Deutschland trifft im ersten Spiel des Frauen-Eishockeyturniers bei den Olympischen Winterspielen 2026 auf Schweden. Ein echtes Statement, nur einen Tag vor der offiziellen Eröffnungsfeier der Spiele in Mailand. 

Ein Auftakt mit Gewicht

Was in Deutschland vielleicht noch nicht als Mega-Event wahrgenommen wird, ist für den Sport selbst ein Meilenstein: die Rückkehr der DEB-Frauen nach Olympia das erste Mal seit 2014. In Mailand und Cortina sollen nicht nur Ergebnisse her, sondern Sichtbarkeit für einen Sport, der außerhalb der Szene oft im Verborgenen stattfindet. 

Bundestrainer Jeff MacLeod hat sein Team mit klarer Routine und Fokus aufgebaut frühe Trainings, Team-Meetings, strukturierte Einheiten: alles mit Blick auf Mittagsspiele, die körperlich und mental fordern. Der Auftakt gegen Schweden ist dabei kein Zufall, sondern Herausforderung: Schweden zählt auf dem Papier zu den stärkeren Nationen im Frauen-Eishockey. 

Torfrau Sandra Abstreiter, eine der prägenden Stimmen im Team, bringt es vor dem Spiel auf den Punkt:

„Der Auftakt gegen Schweden ist direkt ein echter Härtetest, aber genau das macht es auch spannend.“ 

Und Spannung ist genau das, was dieses Team verkörpert. Selbstbewusste Worte gehören inzwischen zur DNA dieser Mannschaft, die nicht bloß ins Turnier fährt, sondern oben mitspielen will. 

Vom Quali-Krimi zur Olympia Wirklichkeit

Dass dieser olympische Tag überhaupt gekommen ist, war kein Zufall. Die Qualifikation war Drama und Party zugleich: ein 2:1-Sieg gegen Ungarn, tränenreiche Freude und ein hart erkämpftes Olympia-Ticket die erste Teilnahme seit 2014, und das mit einer Geschichte, die von Kampfgeist und Teamgeist erzählt. 

Kapitänin Daria Gleißner, die damals verletzungsbedingt in Sotschi nicht spielen konnte, steht heute an der Spitze einer Mannschaft, die hungrig ist nicht nur nach Punkten, sondern nach Momenten, die Spuren hinterlassen.

Mehr als nur ein Spiel

Denn hinter diesem Auftakt steckt mehr als nur der Kampf um Zähler: Deutschland will zeigen, dass Frauen-Eishockey in diesem Land mehr verdient als leere Ränge und geringe Aufmerksamkeit. Ein Sieg gegen Schweden wäre nicht nur ein sportlicher Coup es wäre ein Statement, das weit über Mailand hinaus wirkt. 

Die Spiele gegen Japan, Frankreich und Italien warten in der Gruppe B jedes einzelne zählt auf dem Weg Richtung Viertelfinale. Doch den ersten Schritt macht dieses Duell: ein Auftakt, der für den deutschen Frauen-Eishockey-Traum mehr bedeutet als nur 60 Minuten Spielzeit.