Als die Löwen die Rekord-Haie stoppten

Manche Abende fühlen sich schon beim ersten Bully besonders an. Köln, volle LANXESS arena, ein Tabellenführer auf Rekordkurs und ein Außenseiter aus Frankfurt, der eigentlich nur stören sollte.

Am Ende aber hatten die Löwen nicht nur gestört. Sie hatten Geschichte geschrieben.

Mit einem 4:1-Auswärtssieg beendete Frankfurt die Siegesserie der Kölner Haie – und drehte ein Spiel, das lange nach Pflichtsieg für den Favoriten aussah.

Erstes Drittel: Spannung ohne Ertrag

Die Partie begann mit genau dem Bild, das viele erwartet hatten: Köln mit Scheibenbesitz, Tempo und dem Selbstverständnis eines Teams, das seit Wochen nicht mehr verliert. Frankfurt verteidigte kompakt, arbeitete hart in den Zweikämpfen und setzte vereinzelte Nadelstiche.

Große Chancen? Ja. Tore? Nein.

Nach 20 intensiven Minuten stand ein torloses 0:0 und die Löwen hatten bereits gezeigt, dass sie nicht nur Statisten sein wollten.

Zweites Drittel: Der Favorit schlägt zu

In der 33. Minute kippte das Momentum scheinbar in die erwartete Richtung.

Gregor MacLeod nutzte eine Gelegenheit und brachte die Haie mit 1:0 in Führung. Die Arena explodierte, Köln wirkte nun endgültig im Spiel angekommen.

Frankfurt wackelte kurz, aber fiel nicht. Keine wilden Befreiungsschläge, kein Auseinanderbrechen stattdessen weiter Struktur, weiter Laufarbeit. Es war kein glänzendes Drittel der Löwen, aber eines, das sie im Spiel hielt. Und das sollte sich auszahlen.

Drittes Drittel: Frankfurt dreht auf

Was auch immer in der Kabine der Gäste gesagt wurde, es wirkte.

In der 42. Minute war es Tommy Pasanen, der nach Zuspiel von Carter Rowney zum 1:1 traf. Plötzlich war die Lautstärke in der Arena gedämpfter, das Spiel offener, die Körpersprache der Haie nicht mehr ganz so souverän.

Frankfurt roch seine Chance und biss zu.

53:16 Minuten:

Nathan Burns schloss einen starken Angriff nach Vorarbeit von Pfaffengut und Fröberg ab. 2:1 für die Löwen. Spiel gedreht. Komplett.

Köln musste nun kommen. Und genau das spielte Frankfurt in die Karten.

Schlussphase: Eiskalte Löwen

Die Haie nahmen Torhüter Janne Juvonen zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis, warfen alles nach vorne doch Frankfurt blieb ruhig.

59:06 – Matthew Wedman trifft ins leere Tor, vorbereitet von Burns und Rowney. 3:1.

Der Deckel war drauf, aber Frankfurt hatte noch nicht genug.

59:58 – erneut Tommy Pasanen, erneut ins verwaiste Kölner Tor. 4:1.

Zwei Empty-Net-Tore, aber vor allem ein Sinnbild für dieses letzte Drittel: Frankfurt war wacher, entschlossener, effizienter.

Mehr als nur ein Sieg

Dieser Abend war kein Zufallsprodukt und kein glücklicher Konter-Ausreißer.

Frankfurt spielte diszipliniert, wartete auf seine Momente und nutzte sie kompromisslos. Köln dagegen verlor im letzten Drittel die Kontrolle über ein Spiel, das lange nach Plan lief.

Und so bleibt ein Ergebnis, das in der Tabelle drei Punkte bringt im Kopf aber weit mehr bewegt:

Für Köln das abrupte Ende einer Serie.

Für Frankfurt ein Beweis, dass selbst die heißesten Haie verwundbar sind, wenn Löwen geduldig auf ihre Chance warten.