Strahlie trifft! Wie ein Goalie die DEL auf den Kopf stellte

Es war dieser eine Moment, der jedes eingefleischte Eishockey-Herz höher schlagen lässt und selbst jene, die eher zufällig im Stadion waren, noch lange darüber reden werden. Beim 4:2-Sieg der Grizzlys Wolfsburg gegen die Dresdner Eislöwen passierte etwas, das die Deutsche Eishockey Liga so noch nie gesehen hat: Ein Torwart schießt ein Tor. Und nicht irgendeines sondern selbst!

Die Szene für die Geschichtsbücher

Es war in der letzten Minute, als Dresden alles riskierte: Torwart vom Eis, ein sechster Feldspieler sollte noch den Ausgleich erzwingen. Die Uhr tickte, die Spannung war greifbar. Wolfsburg führte mit 3:2, und plötzlich landete die Scheibe bei Dustin Strahlmeier, dem 33-jährigen Blocker der Niedersachsen. 

Was dann folgte, war mehr als ein Schuss es war ein Statement. Strahlie hob an, zielte und lupfte den Puck über das komplette Eis hinweg in das verwaiste Dresdner Tor. Kein Abpraller, kein Glück ein echtes Trefferlebnis. Der Puck rauschte über alle Linien, vorbei an Spielern, und zappelte im Netz. Historisch. Unvergesslich. Einmalig. 

Delicioushockey-Momente: Strahlie „einfach geschossen“

„Ich hatte ein bisschen Platz und dachte: Ich versuche es einfach mal“, sagte Strahlmeier später ganz natürlich bei MagentaSport als wäre er gerade zum Bäcker gegangen. Kein Pathos. Kein überlegtes Kunststück. Nur Intuition. Und Handwerk. 

Trainer Mike Stewart war sprachlos:

„Seit fünf Jahren kenne ich ihn, er hat es nicht einmal im Training probiert.“ 

Und dann das: Er trifft. Auf eine Weise, die man sonst nur in Videospielen oder fantasievollen Social Media Clips sieht. Doch das hier war echt DEL-Eishockey in Reinform. 

Warum dieses Tor größer ist, als es klingt

Ja, es gab in der DEL schon mal Torwart-Tore aber nur, weil ein Gegner unglücklich ins eigene Netz traf und der Torwart statistisch als letzter Berührer geführt wurde. Das war z. B. bei Jean-Marc Pelletier, Gustaf Wesslau oder Arno Tiefensee so. 

Strahlmeier ist der Erste, der den Puck wirklich selbst ins Tor schoss. Ein echter Goalie- Treffer und damit ein Stück Eishockey-Geschichte, das man keinem Statistikbuch erklären muss: man muss es gesehen haben. 

Der Kontext mehr als nur ein Highlight

Dieses Tor war kein Zufallsprodukt Strahlie ist kein Unbekannter. Der gebürtige Gelsenkirchener (geb. 17.05.1992) hütet seit 2020 das Wolfsburger Tor und gehört zu den stabilsten Goalies der Liga. 

Er hat schon unzählige Stopps gemacht, Spiele entschieden, Nerven bewahrt. Aber das dieses Tor das katapultiert ihn in eine andere Liga: in die Annalen des deutschen Eishockeys. 

Und danach?

Der Puck? Wahrscheinlich irgendwo in Wolfsburgs Wohnzimmer. Die Stimmung? Elektrisch. Die Reaktionen? Begeistert, fassungslos, euphorisch. Und die Fans? Werden noch ihren Enkeln erzählen, wie ein Goalie beim 4:2-Sieg die DEL auf den Kopf stellte.