Die Kölner Haie und diese Serie, die sich anders anfühlt

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Manchmal sind es nicht Titel oder Trophäen, die eine Saison definieren. Manchmal ist es eine Phase. Ein Lauf. Eine Serie, bei der man von Spiel zu Spiel merkt: Hier passiert gerade etwas Besonderes.

Genau an diesem Punkt stehen die Kölner Haie.

Mit ihrem jüngsten Sieg haben sie den vereinseigenen DEL-Rekord für die längste Siegesserie gebrochen. Vierzehn Spiele in Folge gewonnen das hat es in der langen, oft auch schmerzhaften Geschichte dieses Klubs so noch nie gegeben. Frühere Top-Teams der Haie, die Meisterschaften geholt oder Finals gespielt haben, kamen maximal auf dreizehn.

Diese Mannschaft ist jetzt darüber hinausgegangen.

Was diese Serie so bemerkenswert macht, ist nicht nur die Zahl. Es ist die Art und Weise. Die Haie gewinnen nicht jeden Abend gleich. Mal dominant, mal dreckig. Mal mit frühem Druck, mal mit Geduld. Sie gewinnen Spiele, in denen sie klar besser sind und sie gewinnen Spiele, in denen sie lange arbeiten müssen. Genau das ist der Unterschied zwischen einem guten Team und einem, das gerade lernt, wie man konstant erfolgreich ist.

Auffällig ist dabei vor allem die Stabilität im Kollektiv. Köln lebt aktuell nicht von einer einzigen überragenden Reihe oder einem Goalie, der alles maskiert. Die Haie verteidigen kompakt, spielen ihre Wechsel sauber zu Ende und zwingen den Gegner immer wieder dazu, den schwierigen Weg zu gehen. Kaum Geschenke, kaum Chaos, kaum Selbstüberschätzung.

Dass diese Serie den Klubrekord bricht, ist ein starkes Zeichen. Noch stärker ist aber der Blick nach vorne: Der DEL-Liga-Rekord für die längste Siegesserie liegt bei fünfzehn Erfolgen in Folge. Köln ist nur noch einen Schritt davon entfernt, ihn einzustellen und zwei davon, um ihn zu übertreffen.

Doch genau hier liegt die eigentliche Prüfung. Rekorde sind schön für Schlagzeilen. Entscheidend ist, wie ein Team mit diesem Momentum umgeht. Bleibt der Fokus bei den Basics? Bleibt das Spiel ehrlich? Oder schleicht sich der Gedanke ein, dass es „von selbst“ weiterläuft?

Aktuell spricht vieles dafür, dass diese Haie genau wissen, was sie tun. Die Körpersprache passt. Die Bank lebt, aber sie brennt nicht. Und vor allem: Köln wirkt nicht satt.

Ob diese Serie am Ende „nur“ ein Rekord bleibt oder der Anfang von etwas Größerem ist, wird sich erst in den entscheidenden Wochen zeigen. Aber eines steht fest: Diese Phase gehört jetzt schon zu den bemerkenswertesten Kapiteln der jüngeren Haie-Geschichte.

Und genau deshalb fühlt sie sich anders an.

 Stimmen zur Serie & Interviews

Leon Draisaitl über die Haie-Siegesserie, der NHL-Star und gebürtige Kölner hat die aktuelle Entwicklung seines Heimatclubs kommentiert:

„Sie spielen sich gerade in einen Rausch. Gefühlt kannst du gar nicht mehr verlieren, du weißt gar nicht mehr, wie es ist, ein Spiel zu verlieren.“

Und er ergänzt:

„So eine Mannschaft musst du ernst nehmen.“

Draisaitl sieht in der Serie eine echte Bedrohung für jeden Gegner und hofft auf einen Titel für Köln, gerade für die Fans und die Stadt. 

Jan Luca Sennhenn (Haie) nach einem Sieg in Augsburg. Auf die Frage, wer die Haie stoppen könne, antwortete Sennhenn ganz klar:

„Momentan niemand!“