
Family Day, ausverkaufte Arena, bayerisches Duell und ein Spiel, das alles hatte, was DEL-Hockey im Januar ausmacht. Die Nürnberg Ice Tigers bezwingen den EHC Red Bull München mit 5:4 und holen sich ein Sechs-Punkte-Wochenende, das sportlich wie mental kaum höher einzuschätzen ist. Für München endet dagegen eine Serie von sieben Auswärtssiegen trotz Comeback-Qualitäten und zwischenzeitlicher Spielkontrolle.
Der Nachmittag begann so, wie ihn sich jeder Heimtrainer wünscht nur neun Sekunden brauchten die Ice Tigers zur Führung. Tief gespielter Puck, aggressives Forechecking, schneller Abschluss: Samuel Dove-McFalls traf nach perfekter Vorarbeit zum 1:0. Nürnberg war sofort da und blieb es auch. Die Ice Tigers spielten in den ersten Minuten mit Tempo, Direktheit und Überzeugung, Brett Murray erhöhte folgerichtig auf 2:0.
München findet ins Spiel Nürnberg bleibt eiskalt
München brauchte einige Wechsel, um Ordnung ins eigene Spiel zu bekommen, arbeitete sich dann aber Stück für Stück hinein. Evan Fitzpatrick musste früh gegen Taro Hirose und später im Penalty gegen Patrick Hager eingreifen und blieb Sieger. Der Anschlusstreffer durch Yasin Ehliz brachte die Red Bulls zurück ins Spiel, doch erneut schlug Nürnberg eiskalt zu: Powerplay, Schuss von der Blauen, Murray fälscht ab 3:1 zur ersten Pause.
Verpasste Vorentscheidung und Münchens Comeback
Auch der Mittelabschnitt begann aus Münchner Sicht denkbar schlecht. Erster Nürnberger Abschluss, viertes Tor: Cole Maier traf aus dem Handgelenk ins lange Eck. In dieser Phase hätten die Ice Tigers das Spiel vorentscheiden können Pfosten Haiskanen, vergebene Großchance Weber.
München überlebte diese Minuten, auch weil Mathias Niederberger bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause Stabilität brachte. Und die Red Bulls kamen zurück. Adam Brooks traf im Powerplay zum 2:4 und kurz vor der zweiten Sirene erneut wieder Überzahl, wieder Brooks, nur noch 3:4. Das Momentum kippte, Nürnberg wirkte weniger griffig.
Druckphase, Ausgleich und ein später Nackenschlag
Im letzten Drittel übernahm München endgültig die Initiative. Nürnberg verteidigte tief, lauerte auf Konter, musste aber zunehmend Druck schlucken. Der Ausgleich fiel folgerichtig: Fabio Wagner blieb nach perfektem Diagonalpass vor Fitzpatrick eiskalt 4:4.
Das Spiel drohte komplett zu kippen, München schnupperte an der Führung. Doch genau in dieser Phase zeigten die Ice Tigers, warum sie dieses Spiel am Ende gewinnen sollten. Kein wildes Befreien, kein Panik-Hockey.
Entscheidung in den letzten 18 Sekunden
18 Sekunden vor Schluss gewann Dove-McFalls hinter dem Münchner Tor einen entscheidenden Zweikampf. Der Puck kam zurück an die blaue Linie, Julius Karrer behielt die Übersicht und Evan Barratt stand dort, wo Stürmer stehen müssen. Ablenker, Tor, Arena explodiert.
Nürnberg brachte die letzten Sekunden über die Zeit und belohnte sich für einen starken Start, effiziente Special Teams und die Fähigkeit, auch unter massivem Druck im Spiel zu bleiben. München zeigte Moral, Tempo und Tiefe, ließ defensiv aber zu viel zu und wurde spät bestraft.
Fazit
Ein Spiel, das sinnbildlich für die heiße Phase der Saison steht.
Momentum ist wichtig, aber Haltung entscheidet.



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