Wolfsburg stutzt den Eisbären die Flügel

Ein effizienter Auftritt der Grizzlys, ein Berliner Hoffnungsschimmer und am Ende ein deutliches 5:2

Sonntagnachmittag in der Eis Arena Wolfsburg. 4.500 Zuschauer, kalte Luft, laute Ränge und zwei Teams, die wissen, dass der Januar in der PENNY DEL selten verzeiht. Am Ende verlassen die Grizzlys Wolfsburg das Eis mit einem 5:2-Heimsieg gegen die Eisbären Berlin, der deutlicher wirkt, als es das Spiel lange Zeit war.

Denn diese Partie hatte mehr Zwischentöne, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Frühe Wolfsburger Effizienz, Berliner Antwort inklusive

Wolfsburg brauchte keine lange Anlaufzeit. Gemel Smith nutzte in der 11. Minute die erste echte Unordnung im Berliner Drittel zur Führung, Tyler Gaudet legte nur sechs Minuten später nach. Zwei Tore, wenige Chancen klassische Grizzlys-Effizienz.

Doch Berlin war da. Und vor allem: Berlin blieb ruhig. Ty Ronning verkürzte noch im ersten Drittel und brachte die Eisbären zurück in ein Spiel, das phasenweise erstaunlich ausgeglichen war.

Wissmann ist zurück und trifft

Der emotionale Moment des Spiels folgte früh im zweiten Drittel. Kai Wissmann, Kapitän der Eisbären, feierte nach langer Verletzungspause sein Comeback und traf. Der Ausgleich zum 2:2 war nicht nur sportlich wichtig, sondern auch ein sichtbares Signal: Berlin lebt, Berlin glaubt.

Für einen kurzen Moment schien das Spiel zu kippen.

Wolfsburg schlägt eiskalt zurück

Doch genau hier zeigte sich der Unterschied zwischen beiden Teams an diesem Nachmittag. Wolfsburg wackelte nicht Wolfsburg konterte. Timo Ruckdäschel und Justin Feser stellten binnen weniger Minuten auf 4:2. Zwei Tore nach einer Berliner Druckphase, zwei Nadelstiche, die saßen.

Berlin lief weiter an, fand aber kaum noch Wege durch die kompakte Wolfsburger Defensive. Im letzten Drittel kontrollierten die Grizzlys das Spieltempo, hielten die Scheibe clever fern vom eigenen Tor und warteten auf den Moment.

Bobby Lynch lieferte in der 50. Minute. Das 5:2 war der Schlusspunkt eines Spiels, das Wolfsburg nicht dominierte, aber konsequent zu Ende spielte.

Mehr als nur drei Punkte

Für Wolfsburg sind es wichtige Zähler im engen Tabellenmittelfeld und ein Beweis dafür, dass Effizienz und Struktur im Januar oft wertvoller sind als Glanz. Die Grizzlys nutzen ihre Chancen, bleiben diszipliniert und bestrafen Fehler gnadenlos.

Für Berlin bleibt trotz der Niederlage ein positives Gefühl. Wissmanns Rückkehr, die Moral nach frühem Rückstand und lange Spielphasen auf Augenhöhe zeigen: Diese Mannschaft ist intakt. Aber sie ist aktuell nicht stabil genug, um solche Spiele zu drehen.

Fazit

Wolfsburg gewinnt nicht, weil es spektakulärer ist sondern weil es reifer ist.

Berlin verliert nicht, weil es schlecht spielt sondern weil es in entscheidenden Minuten zu viel zulässt.

Ein typisches Januarspiel in der DEL.

Und eines, das zeigt, wie schmal der Grat zwischen Hoffnung und Ernüchterung sein kann.