
Manchmal braucht ein Spiel keine vielen Tore, um groß zu sein. Manchmal reichen 40 Minuten Geduld, eine kompromisslose Defensive und zwei Aktionen zur richtigen Zeit. Genau so vollendeten die U18-Frauen des Deutschen Eishockey-Bundes ihren Aufstieg: mit einem 2:0 gegen Norwegen, sachlich, kontrolliert und letztlich verdient.
Ritten, Südtirol. Keine große Bühne, kein überbordender Lärm. Aber ein Spiel mit maximaler Bedeutung. Wer hier gewinnt, spielt im kommenden Jahr dort, wo die Besten sind. Wer verliert, bleibt Zuschauer.
Ein Spiel der Nerven
Zwei Drittel lang passierte offensiv wenig. Deutschland wollte, Norwegen durfte nicht. Beide Teams neutralisierten sich, Checks wurden zu Ende gefahren, der Slot blieb eng. Es war ein Spiel, in dem jeder Fehler das Turnier hätte kippen können.
Was dabei auffiel: die Ruhe im deutschen Spiel. Kein wildes Forchecking, kein unnötiges Risiko. Stattdessen saubere Breakouts, gute Abstände und eine Torhüterin, die genau dann da war, wenn sie gebraucht wurde. Tara Bach spielte das vielleicht wichtigste Spiel ihrer U18-Karriere und ließ nichts durch. Shutout. Punkt.
Der Moment gehört den Mutigen
Als sich vieles schon nach Verlängerung anfühlte, kam er doch noch: der eine Moment. Anabel Seyrer nutzte im letzten Drittel eine der wenigen klaren Situationen und brachte Deutschland in Führung. Kein Jubelsturm, sondern ein kurzes Aufatmen. Jetzt war Norwegen gefordert.
Deutschland blieb stabil. Blockte Schüsse, gewann Zweikämpfe, spielte die Uhr. Und als Norwegen alles nach vorne warf, setzte Isabell Manns mit dem Empty-Net-Treffer den Schlusspunkt. 2:0. Aufstieg.
Mehr als ein Ergebnis
Dieser Erfolg kam nicht aus dem Nichts. Die DEB-Auswahl arbeitete sich über das Turnier hinweg nach oben. Siege gegen Dänemark, Italien und Japan, dazu der entscheidende Schritt gegen Norwegen dreizehn Punkte, Platz eins, Top-Division.
Vor allem aber zeigte das Team etwas, das im Nachwuchsbereich nicht selbstverständlich ist: Reife. Keine Panik, kein Aktionismus, sondern Struktur. Trainer Sebastian Jones ließ ein Team spielen, das wusste, wer es ist und was es kann.
Ein Signal für den Standort
Der Aufstieg bedeutet mehr als nur eine höhere Spielklasse. Er bedeutet Spiele gegen Kanada, die USA, Finnland oder Schweden. Er bedeutet Tempo, Härte und Qualität auf höchstem Juniorinnen-Niveau. Und er bedeutet: deutsche Spielerinnen wachsen in Umfelder hinein, die sie fordern.
Für den deutschen Frauen-Eishockey-Nachwuchs ist das ein starkes Zeichen. Nicht laut, nicht spektakulär aber nachhaltig.
Manchmal ist genau das der Unterschied zwischen „gut gespielt“ und „es geschafft“.



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