
Ausverkaufte Arena, Topspiel, beste Stimmung und am Ende doch dieses bekannte Gefühl. Die Fischtown Pinguins liefern dem Tabellenführer aus Köln über weite Strecken ein Spiel auf Augenhöhe, investieren viel, erspielen sich Chancen, halten das Tempo hoch. Doch während Bremerhaven arbeitet, wartet Köln. Und schlägt zu. Eiskalt. 4:2 für die Haie, der 13. Sieg in Serie und eine Partie, die exemplarisch zeigt, warum Köln aktuell ganz oben steht.
Abtasten statt Spektakel
Der Abend begann so, wie man es von einem Spitzenspiel erwartet: kontrolliert, taktisch, kaum Raum. Beide Teams suchten zunächst Sicherheit, Abschlüsse kamen früh von der blauen Linie. Kaski, Byström, Kinder Bremerhaven prüfte, Köln antwortete. Spätestens als Jan Urbas nach Bullygewinn gleich doppelt an Janne Juvonen scheiterte, war klar: Hier würde jeder Zentimeter Eis hart erarbeitet werden müssen.
Bremerhaven hatte im ersten Drittel seine Phasen. Gute. Druckvolle. Zwei Powerplays, Bewegung im Slot, mehrere Abschlüsse aus gefährlichen Zonen. Doch was fehlte, war die letzte Konsequenz.
Ein Moment, ein Treffer Kölns Blaupause
Köln dagegen brauchte nur eine Gelegenheit. Ziga Jeglic auf der Strafbank, Valtteri Kemiläinen mit dem Schlagschuss, Tanner Kero am schnellsten 0:1. Kein großes Chaos, kein Zufall. Sondern Effizienz. Genau darin lag früh der Unterschied.
Bremerhaven investiert, Köln punktet
Im zweiten Drittel änderte sich das Bild kaum. Die Pinguins blieben dran, gewannen Zweikämpfe, kamen über Roßmy, Friesen und Verlic zu Chancen. Doch immer wieder stand da Janne Juvonen. Ruhig, präsent, ohne Show.
Und wieder schlug Köln zu, als Bremerhaven eigentlich besser im Spiel war. Oliwer Kaski zog von der blauen Linie ab 0:2. Ein Schuss, ein Tor. Mehr brauchten die Haie nicht.
Lebenszeichen vor der Pause
Dass sich Bremerhaven davon nicht brechen ließ, spricht für das Team. Kurz vor der zweiten Pause zogen die Haie zwei Strafen innerhalb weniger Sekunden. Die doppelte Überzahl wurde genutzt, Colt Conrad fälschte entscheidend ab 1:2. Mit neuem Leben und Powerplay-Restzeit ging es ins Schlussdrittel.
Hoffnung, Antwort, Entscheidung
Der mögliche Ausgleich blieb zunächst aus. Köln überstand die Druckphase und setzte dann den nächsten Nadelstich. Tyrväinen hinter dem Tor, Kammerer im Slot: 1:3. Doch die Arena war sofort wieder da, als Alex Friesen nur eine Minute später per Handgelenkschuss auf 2:3 verkürzte.
Das Spiel war offen. Der Moment greifbar.
Bis Köln erneut zeigte, warum es Tabellenführer ist. Gregor MacLeod behielt die Übersicht, Patrick Russell blieb im Slot eiskalt 2:4. Der Stich zur richtigen Zeit.
Reife Leistung des Tabellenführers
Bremerhaven drückte in der Schlussphase, nahm früh den Torhüter vom Eis, spielte mutig. Doch Köln verteidigte diszipliniert, blockte Schüsse, ließ die Uhr laufen. Kein Zittern, kein Wackeln.
Unterm Strich bleibt ein Spiel, das enger war, als es das Ergebnis vermuten lässt. Bremerhaven zeigte Struktur, Intensität und Moral. Köln zeigte Reife, Effizienz und Abgezocktheit. Dreizehn Siege in Serie kommen nicht zufällig.



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