
Manchmal erzählt ein Spiel weniger über Moral als über Konsequenz. Der 5:3-Auswärtssieg der Eisbären Berlin bei den Schwenninger Wild Wings war genau so ein Fall: Die Gastgeber investierten viel, kamen zu Phasen von Druck und Powerplay Dominanz doch Berlin entschied die Partie dort, wo Spiele in dieser Liga entschieden werden: in Sekundenfenstern.
Die Anfangsphase war ausgeglichen, fast abtastend. Schwenningen bekam früh ein Powerplay, fand auch Abschlüsse, aber keinen Weg vorbei an Jonas Stettmer. Und wie so oft folgte auf ausgelassene Chancen die Strafe: 34 Sekunden, zwei Berliner Tore, Spiel gekippt.
Zunächst traf Liam Kirk zum zehnten Mal in Folge, ein neuer Clubrekord und ein weiterer Beweis für seine aktuell außergewöhnliche Konstanz. Kurz darauf vollendete Korbinian Geibel aus dem Slot. Keine lange Druckphase, keine Vorwarnung nur maximale Effizienz.
Schwenningen blieb dran, suchte sein Heil immer wieder im Überzahlspiel, doch Berlin verteidigte diszipliniert und ließ wenig zweite Chancen zu. Im Mitteldrittel übernahmen die Gäste dann zunehmend die Kontrolle über die Scheibe und wieder schlugen sie doppelt zu. Leo Pföderl nutzte ein Powerplay, Eric Hördler legte nur 31 Sekunden später nach. 0:4 nach 27 Minuten ein Spielstand, der härter wirkte, als der Spielverlauf es bis dahin hergab.
Der Treffer von Alexander Karachun fünf Sekunden vor der zweiten Pause brachte Schwenningen zumindest auf die Anzeigetafel und kurzzeitig zurück in die Partie. Doch diese Hoffnung hielt exakt bis zur 41. Minute. Marcel Noebels stellte auf 5:1 und erreichte damit seinen 500. Scorerpunkt in der DEL im Eisbären-Trikot. Symbolisch für diesen Abend: Berlin ließ keinen Moment der Unordnung ungenutzt.
Dass die Wild Wings danach noch einmal auf 3:5 verkürzten erneut durch Powerplaytore von Gettinger und Karachun sprach für ihre Moral, änderte aber nichts mehr am Ausgang. Berlin blieb ruhig, spielte die Uhr herunter und nahm die drei Punkte mit an die Spree.
Fazit:
Schwenningen hatte Phasen, Powerplays und Tempo. Berlin hatte Timing, Tiefe und Konsequenz. Und einen Liam Kirk, der aktuell Spiele mit einem einzigen Abschluss drehen kann. In dieser Kombination reichte das für einen verdienten Auswärtssieg und für einen weiteren Eintrag in die Klubgeschichte.



Hinterlasse einen Kommentar