
32.248 Menschen im Rudolf-Harbig-Stadion. Eisige Luft. Ein Himmel, der so klar war, dass selbst ein Puck darin hätte gefrieren können.
Das PENNY DEL Winter Game 2026 war kein normales Eishockeyspiel. Es war eine Bühne. Und auf dieser Bühne inszenierten Dresden und Berlin ein Drama, das sich erst in der letzten Minute entschied.
Dass am Ende wieder die Eisbären Berlin jubelten, war weniger Routine als Konsequenz.
Ein Spiel ohne frühe Wahrheiten
Berlin hatte im ersten Drittel mehr Puck, mehr Abschlüsse, mehr Struktur. Dresden hatte etwas anderes: Mut. Und einen Goalie, der früh zeigte, dass dieser Abend nicht in fünf Minuten entschieden werden würde.
Beide Teams ließen Torchancen liegen, beide überstanden Unterzahlspiele und beide schienen zu verstehen, dass dieses Spiel Geduld brauchen würde. 0:0 nach 20 Minuten war kein Mangel an Qualität.
Es war ein Ausdruck von Respekt.
Dresdens Moment Berlins Antwort
Als Tomáš Andres in der 23. Minute traf, explodierte das Stadion. Es war Dresdens erster Treffer nach über 24 torlosen Minuten und genau der Moment, in dem das Winter Game emotional kippte.
Doch Berlin ist kein Team, das sich von Kulissen beeindrucken lässt. Berlin lässt sich von Situationen leiten. Liam Kirk nutzte eine davon in der 34. Minute zum Ausgleich.
1:1 und das Gefühl, dass die Eisbären langsam begannen, das Spiel an sich zu ziehen.
Die letzten fünf Minuten gehören den Großen
Im dritten Drittel schien lange alles auf Verlängerung hinauszulaufen bis Alec McCrea in der 54. Minute plötzlich Dresden wieder in Führung brachte. Das Stadion brannte.
Aber Berlin? Berlin tat das, was große Teams tun:
Sie erhöhten das Risiko.
Mit einem sechsten Feldspieler, mit Druck, mit Entschlossenheit und mit Ty Ronning, der 1:54 Minuten vor dem Ende zum 2:2 traf.
Zum ersten Mal in der Geschichte eines PENNY DEL Winter Games hatte plötzlich nicht mehr das Team gewonnen, das den ersten Treffer erzielt hatte.
14 Sekunden Ewigkeit
Overtime. Drei gegen drei. Freies Eis. Nervosität im Frost. Und dann:
Bully Gewinn auf Müller
Müller gibt ab an Ronning
Ronning mit Geschwindigkeit ins Drittel von Dresden.
Der Schuss von Ronning fliegt gegen die Schiene des Torhüters.
Der Abpraller landet bei Kirk auf dem Schläger und TOR!
Nach 14 Sekunden war alles vorbei.
3:2 Berlin.
Ein Overtime-Sieg, wie er perfekter nicht hätte geschrieben werden können.
Warum dieses Spiel größer war als sein Ergebnis
Natürlich tat diese Niederlage Dresden weh. Natürlich wäre ein Heimsieg vor dieser Kulisse ein Märchen gewesen. Aber das Winter Game 2026 war kein Märchen.
Es war ein Beweis, dass Eishockey in Deutschland Momente erschaffen kann, die größer sind als Tabellenpunkte. Oder wie es die Trainer formulierten:
Stolz. Charakter. Atmosphäre.
Und irgendwo zwischen kaltem Atem, warmem Applaus und einem britischen Stürmer, der sich in 14 Sekunden in die Geschichte schrieb, war klar:
Dieser Abend war nicht für einen Klub.
Er war für den Sport.



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