
Die DEB-Frauen auf dem Weg nach Mailand & Cortina 2026
Die Rückkehr auf die größte Bühne
Wenn im Februar 2026 die Lichter in den Arenen von Mailand und Cortina angehen, wird Deutschland wieder Teil der olympischen Eishockey-Welt sein. Nicht als Randnotiz, sondern als Mannschaft, die sich ihren Platz auf dieser Bühne über Jahre erarbeitet hat. Für die Frauen-Nationalmannschaft des Deutschen Eishockey-Bundes ist diese Rückkehr kein Geschenk. Sie ist das Ergebnis einer langen Reise durch Aufbaujahre, Rückschläge und leise Erfolge, die oft nur innerhalb der Szene wahrgenommen wurden.
Dieses Team kennt es, unbeachtet zu arbeiten. Spielerinnen, die zwischen Studium, Beruf und Leistungssport pendeln. Spiele in kleinen Arenen. Wenig Öffentlichkeit. Und genau daraus ist eine innere Härte entstanden, die heute den Kern dieser Mannschaft bildet. Die DEB-Frauen treten nicht mehr an, um zu überleben sie treten an, um mitzuhalten.
Ein neues Gesicht unter Jeff MacLeod
Seit Jeff MacLeod die Verantwortung trägt, hat sich das deutsche Spielbild spürbar verändert. Das Team agiert strukturierter, schneller und mutiger. Deutschland sucht heute aktiv den Puck, spielt aggressiver im Forecheck und ist bereit, das Tempo mitzugehen. Diese Entwicklung hat die Mannschaft vom reinen Außenseiter zu einem unangenehmen Gegner gemacht einem Team, das niemand mehr unterschätzt.
Die Olympia-Qualifikation ist deshalb nicht überraschend. Sie ist die logische Konsequenz aus Jahren der Weiterentwicklung.
Das Rückgrat der Mannschaft
Im Zentrum dieses Teams stehen Persönlichkeiten, die Stabilität geben. Im Tor ist es Sandra Abstreiter, deren Ruhe selbst in chaotischen Spielsituationen spürbar bleibt. Ihre Präsenz erlaubt es der Defensive, mutiger zu spielen, weil sie weiß, dass hinter ihr jemand steht, der Fehler auffangen kann.
Vor ihr führt Kapitänin Daria Gleißner eine Mannschaft, die sich an ihrem kompromisslosen Stil orientiert. Sie spielt mit Intensität, mit Klarheit und mit einer Körpersprache, die keinen Zweifel lässt, wofür dieses Team steht. Jede Linie profitiert von dieser Haltung.
In der Offensive bringt Laura Kluge jene Kreativität ein, die Spiele entscheiden kann. Mit ihrer Erfahrung aus dem nordamerikanischen Profihockey verleiht sie dem deutschen Angriff eine Unberechenbarkeit, die Gegnerinnen respektieren müssen.
Die neue Generation
Doch diese Mannschaft lebt nicht nur von Erfahrung. Junge Spielerinnen wie Mathilda Heine stehen für eine neue Realität im deutschen Frauen-Eishockey. Sie sind technisch stark, international geprägt und mental bereit für große Momente. Diese neue Generation bringt Leichtigkeit in ein Team, das lange über Härte definiert war. Genau diese Mischung macht den Kader für Olympia so spannend.
Die Herausforderung Mailand & Cortina
In der Vorrunde warten mit Schweden, Japan, Frankreich und Gastgeber Italien ganz unterschiedliche Gegner. Jede Mannschaft bringt ein eigenes Profil mit, doch Deutschland ist darauf vorbereitet. Dieses Team kann tief verteidigen, schnell umschalten, physisch spielen und auch das Spiel gestalten, wenn es nötig ist. Diese Vielseitigkeit ist in einem olympischen Turnierformat Gold wert.
Warum dieses Team gefährlich ist
Olympische Turniere werden nicht von den größten Namen gewonnen, sondern von den geschlossensten Einheiten. Die DEB-Frauen reisen mit einer stabilen Torhüterinnen-Position, einer körperlich starken Defensive, disziplinierten Stürmerinnen und einem System, das auf Fehler des Gegners ausgelegt ist. Das mag nicht spektakulär wirken, aber es ist effizient und Effizienz entscheidet auf dieser Bühne.
Mehr als nur ein Turnier
Für viele Spielerinnen ist Olympia 2026 mehr als ein sportlicher Höhepunkt. Es ist ein Beweis für all die Jahre, in denen Frauen-Eishockey in Deutschland im Schatten stand. Für die Trainings nach der Arbeit, für die Spiele ohne Kameras, für die Leidenschaft ohne große Bühne. All das bringen sie mit nach Italien.
Vielleicht werden sie Medaillen gewinnen. Vielleicht nicht. Doch sicher ist: Diese Mannschaft wird nicht einfach nur dabei sein. Sie wird kämpfen, fordern und zeigen, wie weit sich das deutsche Frauen-Eishockey entwickelt hat.
Und genau deshalb fühlt sich Mailand & Cortina nicht wie ein Ziel an, sondern wie der Beginn eines neuen Kapitels.



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