Dreikönigstage mit Ansage Köln marschiert, Straubing setzt Ausrufezeichen

Manchmal braucht es keine langen Erklärungen. Zwei Spieltage Anfang Januar reichen völlig aus, um zu zeigen, wohin die Reise in der PENNY DEL gerade geht. Der 4. und 6. Januar hatten alles: klare Statements der Topteams, empfindliche Niederlagen, Serien, die wachsen und erste Fragen an jene, die eigentlich oben mitspielen wollen.

Köln macht weiter, als hätte es nie Pause gegeben

Acht Tore in Dresden, vier in Nürnberg und vor allem: keinen Punkt abgegeben. Die Kölner Haie haben die kurze Winterpause offenbar eher als Aufwärmphase genutzt. Das 8:1 bei den Eislöwen am 4. Januar war weniger ein Spiel als eine Machtdemonstration. Früh die Kontrolle übernommen, konsequent bestraft, keine Zweifel zugelassen.

Zwei Tage später in Nürnberg dann die reifere Variante: kein Feuerwerk, sondern ein souveränes 4:2, abgeklärt, diszipliniert, effizient. Zehnter Sieg in Folge, Tabellenführung gefestigt. Köln spielt aktuell nicht spektakulär um jeden Preis sondern so, wie Spitzenmannschaften im Januar spielen müssen.

Straubing: Zwischen Angriffslust und Kampfansage

Wenn man einen großen Gewinner dieser beiden Spieltage sucht, landet man ziemlich schnell bei den Straubing Tigers. Am Sonntag ein überzeugendes 6:3 gegen Ingolstadt, am Dreikönigstag dann ein klares 4:1 gegen Mannheim. Zwei direkte Konkurrenten, sechs Punkte, 10:4 Tore.

Was auffällt: Straubing wirkt derzeit unangenehm komplett. Körperlich präsent, vorne mit Tempo, dazu erstaunlich stabil, wenn es eng wird. Gerade der Sieg gegen Mannheim war sinnbildlich: wenig Fehler, viel Druck, kaum Raum für den Gegner. Das ist mehr als nur eine gute Phase das fühlt sich nach Ambition an.

Mannheim und München: Anspruch trifft Realität

Die Adler Mannheim starteten mit einem starken 4:2-Sieg in München ins neue Jahr und verloren zwei Tage später in Straubing erstaunlich deutlich. Typisch Mannheim im Januar: Qualität ist da, Konstanz noch nicht.

Noch unbequemer ist die Lage bei Red Bull München. Zwei Heimspiele, null Punkte. Erst das 2:4 gegen Mannheim, dann das knappe, aber bittere 2:3 gegen Berlin. Die Münchner wirken aktuell verwundbarer als gewohnt defensiv nicht immer sauber, offensiv oft zu abhängig von einzelnen Momenten. Noch kein Grund zur Panik, aber definitiv ein Warnsignal.

Berlin meldet sich zurück, Ingolstadt bleibt wechselhaft

Die Eisbären Berlin erledigten am 4. Januar ihre Pflicht gegen Augsburg (6:3) und setzten am 6. Januar mit dem Auswärtssieg in München ein echtes Ausrufezeichen. Kein dominantes Spiel, aber eines, das man gewinnen muss, wenn man oben dranbleiben will.

Der ERC Ingolstadt zeigt weiterhin zwei Gesichter: offensiv stark beim 6:3 gegen Frankfurt, zuvor aber anfällig in Straubing. Ingolstadt punktet, ja überzeugt aber noch nicht konstant genug, um sich nachhaltig abzusetzen.

Mittelfeld, Shootouts und die ewige Enge

Bremerhaven, Iserlohn, Schwenningen sie alle sammelten Punkte in engen Spielen, oft erst nach Verlängerung oder Shootout. Typisch DEL-Mittelfeld: Jeder kann jeden schlagen, aber niemand kann sich wirklich absetzen. Genau diese Spiele könnten im März darüber entscheiden, wer direkt in die Playoffs geht und wer den Umweg nehmen muss.

Zwei Spieltage, viele Geschichten aber eine klare Tendenz:

Köln ist derzeit das Maß der Dinge, Straubing der unangenehme Herausforderer, Berlin stabilisiert sich, während München und Mannheim noch nach ihrer Januar-Identität suchen.

Die PENNY DEL geht in die heiße Phase und sie tut das mit genau der Mischung aus Dominanz, Chaos und Spannung, die diese Liga im Winter so verdammt unterhaltsam macht.