
Zwölf Spiele, fünf Punkte, unzählige ratlose Gesichter in der EnergieVerbund Arena: Der Start der Dresdner Eislöwen in ihre erste PENNY DEL-Saison seit dem Aufstieg war alles andere als das, was man sich in der sächsischen Landeshauptstadt erträumt hatte. Nun zieht Sportdirektor Matthias Roos die Reißleine und verpflichtet mit Jussi Olkinuora einen international erfahrenen Goalie, der das bröckelnde Fundament im Tor endlich stabilisieren soll.
Ein Olympiasieger für die Löwenhöhle
Olkinuora ist kein Unbekannter: Der 34-jährige Finne holte mit seinem Heimatland 2022 olympisches Gold, stand in der KHL, SHL und zuletzt in der Schweiz und DEL unter Vertrag. Nach seiner turbulenten Episode bei den Löwen Frankfurt inklusive Lizenzierungschaos und Schulterverletzung wagt er nun den Neuanfang in Dresden.
„Wir brauchen Ruhe von hinten heraus. Jussi bringt genau das“, sagt Roos in einer Vereinsmitteilung. Und tatsächlich: In der Kabine gilt der Finne als analytischer, ruhiger Charakter, der lieber Taten sprechen lässt als Worte.
Hudáček und Olkinuora das neue Duo
Mit Julius Hudáček stand bislang ein weiterer erfahrener Torhüter zwischen den Pfosten, doch der Slowake konnte die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllen. 45 Gegentore in zwölf Spielen sprechen eine deutliche Sprache und die Defensive wirkte oft wie ein Kartenhaus im Wind.
Olkinuora soll nun gemeinsam mit Hudáček ein echtes Torhüter-Tandem bilden. Die Verantwortlichen betonen, dass es keinen Konkurrenzkampf, sondern ein Leistungsprinzip geben werde. Hinter den Kulissen munkelt man allerdings, dass Olkinuora mittelfristig als klare Nummer eins eingeplant ist.
Vertrauen statt Verzweiflung
Die Dresdner Fans, euphorisch in die erste DEL-Saison seit dem Aufstieg gestartet, wurden zuletzt auf eine harte Probe gestellt. Die Euphorie ist Ernüchterung gewichen und genau hier setzt die Verpflichtung Olkinuoras an. Sie soll ein Signal sein: Wir geben uns nicht auf.
„Es geht nicht darum, alles umzuschmeißen. Wir müssen wieder Vertrauen aufbauen“, erklärte Trainer Andreas Brockmann nach dem letzten Heimspiel gegen Augsburg. Mit einem Weltklasse-Goalie wie Olkinuora könnte dieser Prozess jetzt beginnen.
Ausblick
Noch ist nichts gewonnen, aber die Richtung stimmt. Die Eislöwen reagieren spät, aber entschlossen. Wenn Olkinuora seine Form findet und Hudáček sich davon anstecken lässt, könnte aus der wackelnden Defensive plötzlich ein echtes Pfund werden.
Eins steht fest: Dresden hat verstanden, dass man in der DEL keine Punkte geschenkt bekommt schon gar nicht, wenn hinten die Lichter früh ausgehen. Mit Olkinuora wollen die Eislöwen dafür sorgen, dass sie endlich wieder länger an bleiben.


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