Zwischen Spitzenspiel und Krimi, die Pinguins zeigen ihr wahres Gesicht

Es waren zwei Spiele, die kaum unterschiedlicher hätten sein können und doch dasselbe erzählten: Die Fischtown Pinguins sind in dieser Saison mehr als nur ein unangenehmer Gegner. Sie sind eine Mannschaft mit Charakter, mit Herz, mit dieser Mischung aus Wut, Wille und Witz, die Eishockey in Bremerhaven zu etwas Besonderem macht.

Mannheim eiskalt Bremerhaven mit offenem Visier

Das Spitzenspiel gegen Tabellenführer Adler Mannheim war eines, das seinem Namen alle Ehre machte. Volle Hütte in der Eisarena, elektrisierte Stimmung, zwei Teams auf Augenhöhe zumindest in den ersten Minuten. Justin Büsing brachte Bremerhaven früh in Führung, doch Mannheim fand schnell Antworten. Die Adler nutzten jede Lücke, jede Unachtsamkeit und am Ende stand ein 3:6, das härter klingt, als es war.

Leon Hungerecker zeigte erneut eine starke Leistung, hielt seine Jungs mit wichtigen Saves im Spiel. Doch die Mannheimer Special Teams machten den Unterschied. Wenn ein Top Team wie Mannheim Überzahl bekommt, dann brennt’s und genau das passierte. Trotzdem: Die Pinguins kämpften, drückten, trafen dreimal, spielten mutig nach vorn. Und auch wenn es am Ende keine Punkte gab, zeigte dieses Spiel, dass Bremerhaven längst mehr ist als ein Außenseiter mit Kampfgeist.

Von Mannheim nach Dresden ein Spiel mit Herzklopfen

Nur wenige Tage später dann das Gegenteil: Statt kalter Effizienz stand pure Emotion auf dem Eis. In Dresden lieferten sich die Pinguins und die Eislöwen einen offenen Schlagabtausch ein Spiel, das alles hatte, was Eishockey so verdammt besonders macht.

Traumstart: Friesen und Byström brachten Bremerhaven früh mit 2:0 in Front. Dann kam Dresden hart, aggressiv, mit voller Wucht. Ortega, Bouma, Yogan: die Eislöwen drehten auf und plötzlich stand es 4:3 für die Hausherren. Doch wer die Pinguins kennt, weiß: Aufgeben ist hier keine Option.

Christian Wejse glich 79 Sekunden vor Schluss aus, die Bank tobte, die mitgereisten Fans rissen die Arme hoch. Overtime. 44 Sekunden. Andy Miele legt quer, Max Görtz zieht ab drin. 5:4. Wahnsinn.

Mehr als Punkte, ein Statement

Zwei Spiele, zwei Geschichten. Gegen Mannheim gelernt, was Effizienz bedeutet. In Dresden gezeigt, was Charakter ist. Es sind genau diese Momente, die eine Saison prägen: Wenn eine Mannschaft nach einer Niederlage nicht einknickt, sondern noch enger zusammenrückt.

Die Pinguins haben in dieser Woche nicht nur Punkte gesammelt sie haben ein Zeichen gesetzt. Dass man in Bremerhaven nie allein kämpft. Dass hier Leidenschaft größer ist als jedes Budget. Und dass man auch nach Rückschlägen das tut, was diese Mannschaft am besten kann: einfach weitermachen.