
Mit 36 Jahren macht Denis Reul Schluss: Der langjährige Adler-Verteidiger und zuletzt Kapitän der Augsburger Panther hat sein Karriereende bekanntgegeben. Sein Stammklub Adler Mannheim würdigt ihn mit einer besonderen Geste: Reuls Rückennummer 29 wird künftig nicht mehr vergeben und unter das Hallendach der SAP Arena gezogen.
Zwei Jahrzehnte Mannheim – eine Ära geht zu Ende
Reul und Mannheim, das war eine Verbindung, die schon im Nachwuchs begann. Mit 15 zu den Jungadlern gewechselt, schaffte der in Marktredwitz geborene Rechtsschütze 2009 den Sprung in den Adler-Profikader nach zwei Jahren Nordamerika-Erfahrung in Lewiston (QMJHL) und Providence (AHL). In Mannheim reifte er zum Nationalspieler, prägte die Clubkultur als robuster Abwehranker und führte die Adler in seinen letzten drei Mannheimer Jahren sogar als Kapitän. Der Klub würdigte ihn zum Abschied als „Ankerpunkt in der Mannschaft“ und erklärte die Nummer 29 zur „ewigen“ Nummer.
Zahlen, Titel, Spuren
Über die Jahre sammelte Reul Meilensteine, die in der DEL Seltenheitswert haben. Insgesamt bestritt er 811 Partien im Oberhaus, erzielte 29 Tore und 131 Assists. Mit den Adlern wurde er zweimal Deutscher Meister (2015, 2019). Für die Nationalmannschaft nahm er an sechs Weltmeisterschaften teil. Diese Totalsumme umfasst seine lange Mannheimer Zeit sowie seine Saison 2024/25 in Augsburg.
Der letzte Akt: Augsburg 2024/25
Nach 15 Jahren in Mannheim wechselte Reul im Sommer 2024 nach Augsburg – sein erster Clubwechsel in der DEL. Dort erhielt er prompt das „C“ und übernahm die Rolle des Kapitäns. Schon bei der Verpflichtung hoben die Panther seine physische Präsenz, Shot-Blocking-Qualitäten und Führungsstärke hervor.
Spielstil: kompromisslos, teamdienlich, führungsstark
Sein Spitzname „Robo“ passte: 1,93 m Körpergröße, rund 110 kg, kompromisslose Zweikampfführung, Reichweite und Präsenz – gerade im Unterzahlspiel. Checks, Schüsse blocken, Räume schließen: Reul verkörperte das Profil des klassischen „Shutdown“-Defenders. Gleichzeitig galt er in der Kabine als direkter, verlässlicher Ansprechpartner und Taktgeber einer Mannschaft. Diese Kombination aus Härte auf dem Eis und Führung abseits davon machte ihn über Jahre zur Identifikationsfigur.
Warum sein Abgang mehr ist als ein Personalien-Eintrag
In einer Liga, die von höherer Fluktuation geprägt ist, steht Reul für Loyalität und Kontinuität: über 750 Ligaspiele allein für Mannheim, dazu internationale Auftritte in CHL, Spengler Cup und European Trophy. Dass die Adler die 29 fortan sperren, unterstreicht, welchen Stellenwert er in Verein und Stadt hat. Solche Ehrungen sind in der DEL selten sie markieren Karrieren, die über Statistiken hinaus wirken.
Einordnung und Vermächtnis
Mannheim-Ikone: Mehr als nur Einsatzminuten Reul verkörperte die Clubwerte, wurde zum Gesicht einer Ära und zum Vorbild für den Nachwuchs. Leistungsträger in Zahlen: 811 DEL-Spiele, 160 Scorerpunkte (29/131) bemerkenswert für einen primär defensiv orientierten Verteidiger. Führungsfigur in zwei Städten: Kapitän in Mannheim und später in Augsburg seltene Kontinuität in einer anspruchsvollen Rolle.
Karriere in Kurzform
2007: NHL-Draft (5. Runde, 130.) durch die Boston Bruins; Wechsel nach Nordamerika (QMJHL/AHL). 2009–2024: Adler Mannheim (u. a. Meister 2015 & 2019, später Kapitän). 2024/25: Augsburger Panther, direkt zum Kapitän ernannt. 2025: Karriereende; die Adler erklären die 29 zur ewigen Nummer.
Stimmen und Reaktionen
In der Clubmitteilung dankte Reul Familie, Freunden, der Familie Hopp, den Fans und der Stadt Mannheim und betonte, wie sehr ihn die Zeit bei den Adlern geprägt habe. Für ihn sei es „etwas ganz Besonderes“, dass die Nummer 29 nicht mehr vergeben werde; ein „Traum“, der in Erfüllung gehe. Auch Geschäftsführer Matthias Binder und frühere Weggefährten wie Youri Ziffzer würdigten Reul als verlässlichen Führungsspieler und prägenden Charakter.


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