
Die Adler Mannheim stehen vor einer wegweisenden Saison 2025/26. Nach einem Sommer mit zahlreichen Veränderungen im Kader, der sowohl gestandene Leistungsträger als auch Routiniers verabschiedete, setzt der Klub künftig auf eine Mischung aus erfahrenen Neuzugängen und aufstrebenden Talenten. Der personelle Umbruch trägt klar die Handschrift von Cheftrainer und Manager Dallas Eakins, der die Adler nachhaltig neu ausrichten möchte.
Torhüter: Neues Tandem für frischen Wettbewerb
Im Tor gibt es einen klaren Schnitt: Felix Brückmann, der über Jahre das Gesicht der Adler im Kasten war, hat den Klub verlassen. Auch Alexis Gravel und Leon Willerscheid spielen künftig anderswo. Dafür wurden mit Maximilian Franzreb aus Bremerhaven und dem Schweden Johan Mattsson zwei erfahrene Goalies verpflichtet. Das neue Duo soll Stabilität garantieren, gleichzeitig herrscht gesunder Konkurrenzkampf um die Nummer eins.
Defensive: Tiefe und Qualität
Auch in der Abwehr vollziehen die Adler einen Kurswechsel. Mit Nicolas Mattinen gelang der viel beachtete Transfer eines der besten Verteidiger der vergangenen DEL-Saison. Ergänzt wird er durch den Kanadier Dan Renouf und den US-Amerikaner Hayden Shaw, die internationale Härte und Physis ins Spiel bringen. Nachwuchskräfte wie Nick Mähler und Colin Schlenker runden die Defensive ab. Abgänge wie Jyrki Jokipakka oder Fabrizio Pilu fallen dadurch weniger ins Gewicht – der neue Block wirkt auf dem Papier ausgeglichener und vielseitiger.
Angriff: Dynamik statt Routine
Besonders im Angriff setzt Mannheim auf frische Impulse. Mit Justin Schütz kommt einer der torgefährlichsten deutschen Stürmer aus Köln. Dazu stoßen Alexander Ehl, Anthony Greco und Zach Solow, die für Tempo und Kreativität stehen. Eigengewächs Max Penkin darf zudem auf DEL-Einsätze hoffen. Im Gegenzug mussten die Adler aber verdiente Kräfte wie Stefan Loibl, Daniel Fischbuch, Markus Hännikäinen oder Ryan MacInnis ziehen lassen. Der Sturm wirkt dadurch jünger, möglicherweise aber auch anfälliger für Schwankungen.
Strategie: Nachhaltigkeit statt Titel um jeden Preis
Die Transfers zeigen: Mannheim verabschiedet sich von der kurzfristigen Titelorientierung. Der Klub will ein stabiles Fundament für die kommenden Jahre schaffen – mit einer klaren Balance aus Erfahrung und Nachwuchsentwicklung. Trainer Dallas Eakins formt die Mannschaft nicht nur sportlich, sondern auch strukturell neu. Statt auf Altstars und Routiniers setzt er auf Spieler, die langfristig prägen können.
Tabellenprognose: Wo landen die Adler?
Die entscheidende Frage bleibt: Wie schlägt sich der neue Kader im direkten Wettbewerb der DEL?
Top 3 (Platz 1–3): möglich, wenn die Neuzugänge schnell harmonieren und die Offensive konstant liefert. Obere Tabellenhälfte (Platz 4–6): realistischstes Szenario – sichere Playoffs, aber noch kein klarer Meisterschaftsfavorit. Mittelfeld (Platz 7–10): droht nur bei längeren Startproblemen oder Verletzungspech.
Prognose: Platz 4–6
Mannheim hat genug Qualität, um sich stabil in der oberen Tabellenhälfte zu halten. Gegen die eingespielten Top-Teams aus München, Berlin oder Ingolstadt könnte es aber schwer werden, sofort um Platz eins mitzuspielen. Mit einem guten Saisonverlauf ist dennoch der Sprung ins Top-3-Rennen nicht ausgeschlossen.
Ausblick auf die Saison 2025/26
Die Adler Mannheim gehen mit einem klaren Plan in die neue Spielzeit: weg von der Abhängigkeit einzelner Routiniers, hin zu einem dynamischen, flexiblen Kollektiv. Der neue Kader wirkt jünger, schneller und entwicklungsfähiger – wenn auch mit gewisser Unsicherheit, wie schnell die vielen neuen Bausteine zusammenfinden. Sicher ist: Die Adler haben die Basis gelegt, um mittelfristig wieder ein Topfavorit auf die Meisterschaft zu werden.


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