Eishockeygeschichte in Dresden: Die Eislöwen steigen erstmals in die DEL auf

Dresden. Mit dem Aufstieg der Dresdner Eislöwen in die PENNY DEL beginnt ein neues Kapitel im deutschen Eishockey – und ein historisches für die sächsische Landeshauptstadt. Nach einem dramatischen Finaltriumph gegen die Ravensburg Towerstars gelang den Eislöwen am 29. April 2025 erstmals der sportliche Sprung in die höchste deutsche Spielklasse.

Der entscheidende 2:1-Sieg in Spiel sieben der Finalserie fiel spektakulär in der Verlängerung. Torschütze Tomas Sykora schrieb sich damit in die Vereinsgeschichte ein. Dresden verdrängt mit dem Aufstieg die Düsseldorfer EG aus der DEL – ein Umbruch, der in Eishockey-Deutschland für Aufsehen sorgt.

Ein Meilenstein für den Osten

Die Eislöwen sind nicht nur sportlich aufgestiegen, sondern auch symbolisch: Erstmals seit der deutschen Wiedervereinigung schafft es ein ostdeutscher Klub, der nicht aus Berlin oder Weißwasser stammt, in die DEL. Die Mannschaft ist damit ein Aushängeschild für den Eishockey-Standort Ostdeutschland – und ein Vorbild für ambitionierte Vereine aus der DEL2.

Professionelle Vorbereitung auf hohem Niveau

Der Club hatte sich bereits frühzeitig professionell auf den möglichen Aufstieg vorbereitet. Unterlagen für die DEL-Lizenz wurden fristgerecht eingereicht, die infrastrukturellen Anforderungen – etwa durch Investitionen in Technik und Arena – erfüllt. Anfang Juni erteilte die DEL grünes Licht: Die Eislöwen dürfen 2025/26 in der höchsten Liga antreten.

Sportlich wurde das Fundament bereits 2024 mit der Verpflichtung von Cheftrainer Niklas Sundblad gelegt, der das Team bis 2027 betreuen soll. Mit erfahrenen Spielern wie Danny aus den Birken (Silbermedaillengewinner bei Olympia 2018), Travis Turnbull oder Drew LeBlanc und aufstrebenden Talenten wie Felix Krüger und Bruno Riedl gelang die perfekte Mischung aus Routine und Zukunft.

Kader für die DEL: Erfahren, aber hungrig

Für die neue Saison wurde der Kader gezielt verstärkt. Mit dem schwedischen Verteidiger Emil Johansson, dem kanadischen Routinier Lance Bouma (früher NHL) und dem jungen Deutschen Connor Korte holte Dresden gezielt Qualität und DEL-Erfahrung ins Team. Die Personalplanung unterstreicht den Anspruch, nicht nur mitzuspielen, sondern sich dauerhaft in der Liga zu etablieren.

Herausforderungen bleiben

Trotz des sportlichen Erfolgs steht der Club auch vor Herausforderungen. Die Nachwuchsarbeit leidet aktuell unter Engpässen bei den Eiszeiten, da die Joynext Arena stark ausgelastet ist. Eine zweite Trainingshalle ist in Planung, ein Investor steht bereit – doch die Finanzierung bleibt ungewiss. Die Vereinsführung betont, dass der Aufstieg langfristig auch dem Nachwuchs zugutekommen soll.

Blick nach vorn

In der neuen DEL-Saison werden die Eislöwen erstmals auf Clubs wie Mannheim, München oder Berlin treffen. Besonders die Duelle mit den Eisbären Berlin versprechen Hochspannung – nicht nur sportlich, sondern auch emotional. Die Vorfreude in Dresden ist riesig, der Dauerkartenverkauf brummt.

Mit sportlichem Ehrgeiz, strategischer Weitsicht und der Unterstützung eines begeisterten Publikums ist den Eislöwen zuzutrauen, in der DEL mehr als nur ein Neuling zu sein. Der Club ist angekommen – und will bleiben.